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FLUG REVUE 04/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Lockheed Martin F-35 Als Luft-Luft-Lenkwaffe mit IR-Suchkopf erhält die F-35 die AIM-9X Sidewinder. In vielen Bereichen laufen also die Erprobungsarbeiten weiter auf Hochtouren. 90 Waffenabwürfe habe man inzwischen zum Beispiel durchgeführt, so das Joint Program Office des Pentagon. Auf der Habenseite stehen auch 17 Tests mit der GBU-12, GBU-31, GBU-32 und AIM-120, um die Zielgenauigkeit der Laserbomben und der Luft-Luft-Lenkwaffe zu überprüfen. Laut Michael Gilmore, dem Direktor der Pentagon-Abteilung für Operational Test & Evaluation, musste die Versuchsmannschaft allerdings bei elf der zwölf Waffentests mit der Block-2B-Software eingreifen, um Systemmängel zu umgehen und einen Erfolg sicherzustellen. Auch seien einige der Vorgaben geändert worden, zum Beispiel durch Beschränkung von Ausweichmanövern und Gegenmaßnahmen des Ziels, um einen Abschuss zu erzielen. WAFFENSCHACHT WIRD ZU HEISS Auf diesmal insgesamt 48 Seiten listet Gilmore eine ganze Reihe von Mängeln auf. So sind alle F-35-Versionen immer noch bei den Lastvielfachen eingeschränkt, so lange der Tank voll ist. Bei bestimmten Flugmanövern könnte es nämlich sonst zu einem fatalen Überdruck im System kommen. Ein weiterer Punkt ist die Überhitzung der Waffenschächte am Boden bei Außentemperaturen über 32 Grad Celsius und bei hohen Fluggeschwindigkeiten in niedrigen Flughöhen. Dann müssen die Klappen alle zehn Minuten kurz geöffnet werden, was sich mit Stealth-Eigenschaften natürlich nicht vereinbaren lässt. Die Stabilität der Software ist weiterhin ein großes Thema. Problematisch ist unter anderem eine Asynchronität zwischen den Zentralrechnern und den Inputs der zahlreichen Sensoren. Das System wird dann „verstopft“, und es kommt zu Abstürzen. Die passieren auch bei den neuen Softwareversionen 3i und 3F etwa alle vier Stunden – doppelt so häufig wie bei aktuellen Einsatzmustern. Ein Sorgenkind bleibt die Wartungssoftware ALIS, die zahllose Daten des Flugzeugs verarbeitet und offenbar schon bei eigentlich unbedeutenden Diskrepanzen den Jet für nicht flugklar erklärt. Mit Software haben auch die Verzögerungen bei der Verification Simulation (VSim) zu tun. Sie wird für die komplexen Waffensimulationen benötigt, welche sich real kaum durchführen lassen. Im JSF-Programm stehen derzeit noch 419 Mängel zur Beseitigung an, räumte auch Generalleutnant Bogdan ein, „aber wir machen Fortschritte“, und 700 bis 800 Probleme habe man bereits gelöst. Insgesamt gesehen müsse die F-35B des US Marine Corps mit der Block-2B- Software in einem realen Einsatz eine Feindberührung vermeiden, schreibt Michael Gilmore. In einem Gebiet mit gegnerischer Luftverteidigung sei die Maschine auf Unterstützung durch eigene Kräfte angewiesen, so die Testabteilung. Auch bei der Softwareversion Block 3i seien keine wesentlichen Verbesserungen zu erwarten. Dennoch ist es das Ziel des Joint Program Office, mit der F-35A als nächster Version möglichst im August die anfängliche Einsatzbereitschaft bei der US Air Force zu erreichen. FR KARL SCHWARZ In Patuxent River haben neue Landetests mit der F-35C begonnen. Dabei hängen jetzt auch Außenlasten unter den Flügeln. Fotos: Lockheed Martin 52 FLUG REVUE APRIL 2016 www.flugrevue.de

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