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FLUG REVUE 04/2016

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Militärluftfahrt Airbus

Militärluftfahrt Airbus Helicopters Tiger Auch die deutschen Tiger waren in Afghanistan im Einsatz – ohne einen Schuss abzufeuern. Fotos: Bundeswehr, Australian MoD, Grolleau Mali und die Zentralafrikanische Republik sind seit Januar 2013 die Einsatzgebiete der französischen Kampfhubschrauber, die erstmals 2009 ins Ausland verlegt wurden. Damals ging es nach Afghanistan, wo sich die Tiger trotz der Höhenlage und der hohen Temperaturen gut bewährten. Mit ihrer schwenkbaren, sehr präzisen 30-mm- Kanone leisteten die Hubschrauber bei vielfältigen Missionen wertvolle Unterstützung für die Bodentruppen. Auch bei den Kampfhandlungen in Libyen 2011 brachten die Franzosen ihre Tiger zum Einsatz. Zwei Helikopter flogen von den Schiffen „Mistral“ und „Tonnerre“ aus, die vor der Küste kreuzten. Insgesamt hat die ALAT die meiste Einsatzerfahrung mit dem Tiger, denn allein in Afrika kamen inzwischen über Die Tiger der französischen Armee waren unter anderem schon in Mali, Afghanistan und Libyen im Einsatz. 2000 Flugstunden zusammen. Aber auch die anderen europäischen Nutzer haben ihre Hubschrauber schon für heiße Einsätze verwendet. Die Heeresflieger zum Beispiel schickten im Dezember 2012 vier auf die ASGARD-Konfiguration umgerüstete Maschinen nach Masar-e Scharif. Eineinhalb Jahre lang leistete das Einsatzgeschwader bewaffnete Unterstützung aus der Luft, führte Operationen zur Sicherung und Räumung von Straßen durch oder half einheimischen Kräften. Bei 260 Einsatzflügen und annähernd 1860 Flugstunden kam der Tiger „ohne die Abgabe eines scharfen Schusses im Gefecht“ aus, so die Bundeswehr. UNTERSCHIEDLICHE BAUZUSTÄNDE Spaniens Heeresflieger (FAMET) verlegten im März 2013 drei Tiger HAP nach Herat im Westen Afghanistans, um den schrittweisen Truppenabzug zu unterstützen. Einzig die Tiger der australischen Heeresflieger sind somit noch nicht „kampferprobt“. Die durchweg positiven Berichte aus den Einsatzgebieten können allerdings 56 FLUG REVUE APRIL 2016 www.flugrevue.de

Ungelenkte Raketen sollen für eine bessere Präzision durch Geschosse mit Laserzielsuchkopf ersetzt werden. nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einführung des Tigers bei allen Kunden ein mühsamer Prozess war und die geforderten Fähigkeiten erst nach und nach zur Verfügung standen. Auch über zehn Jahre nach der ersten Lieferung an das deutsche Heer wird der Unterstützungshubschrauber zum Beispiel vom Verteidigungsministerium nur als „ein bedingt einsatzreifes Waffensystem“ bewertet. Laut dem aktuellsten Bericht zu den wichtigsten Waffensystemen liegen die Ursachen der geringen materiellen Einsatzbereitschaft „in der Uneinheitlichkeit der Flotte mit sechs zum Teil erheblich unterschiedlichen Bauzuständen, dem Fehlen von Ersatz- und Austauschteilen sowie Personalthemen begründet“. „KURHESSEN“ BEI DER EU-BATTLEGROUP Für einen möglichen Einsatz stehen dem Heer im Bauzustand ASGARD-F maximal 13 Tiger sowie in der vertragsgemäßen Konfiguration Step 2GCOM maximal 17 Tiger zur Verfügung. Immerhin sollen eine Vereinheitlichung der Flotte durch Umrüstung weiterer Hubschrau- Tiger – die Nutzer Australien 22 Hubschrauber (ARH-Version) Australian Army Aviation • 1st Aviation Regiment, 161 und 162 Reconnaissance Squadron in Darwin Deutschland 68 Hubschrauber (UHT). Davon werden allerdings nur 40 im Einsatzverband im Dienst sein. 22 werden für die Ersatzteilgewinnung genutzt, vier für die Ausbildung und einer für die Erprobung. Ein Tiger ist bisher abgestürzt. Heeresflieger • Kampfhubschrauberregiment 36 „Kurhessen” in Fritzlar • Deutsch-Französisches Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger in Le Cannet-des- Maures ber auf die ASGARD-Konfiguration sowie Maßnahmen, wie die Beschleunigung der Versorgung mit Ersatz- und Austauschteilen und die Umstellung des Inspektionssystems, mittel- und langfristig „einen positiven Effekt auf die materielle Einsatzbereitschaft und die Verfügbarkeit des Waffensystems haben“. Dies ist notwendig, denn die Einsatzflotte wird nach der Übereinkunft mit der Industrie über die Stückzahlreduzierung bei 40 Hubschraubern bleiben. Frankreich 67 Hubschrauber (31 HAD und 36 HAP, die später auch auf den HAD-Standard gebracht werden) ALAT (Aviation légère de l´Armée de Terre) • 3e Régiment d´Helicoptères de Combat (3 RHC) in Phalsbourg • 5e Régiment d´Helicoptères de Combat (5 RHC) in Pau • Deutsch-Französisches Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger in Le Cannet-des- Maures Spanien 24 Hubschrauber (6 HAP und 18 HAD-E) FAMET (Fuerzas Aeromóviles del Ejercito de Tierra) • Batallón de Helicópteros de Ataque I in Ciudad Real www.flugrevue.de FLUG REVUE APRIL 2016 57

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