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FLUG REVUE 07/2016

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Militärluftfahrt Die

Militärluftfahrt Die Mil-Mi-8/17-Familie Der Irak bestellte neue Mi-171. Sie können unter anderem mit Raketenbehältern ausgerüstet werden. Indien gehört zu den Großkunden. Die Mi-17W-5 werden zum Teil mit den alten Hecktoren geliefert. Soldaten unter Gefechtsbedingungen erheblich – 36 Mann sollen innerhalb von 15 Sekunden die Kabine verlassen können. In der Mi-8MTW-5 ist darüber hinaus im Bug ein Wetterradar eingebaut. Die MTW-5-1 erhielt auch eine neue Funkausrüstung (KSS-28N-2). In Ulan-Ude gebaute Hubschrauber mit der Bezeichnung Mi-8AMT und Mi- 8AMTSch (oder Mi-171 und Mi-171Sch für den Export) sind ähnlich. Allerdings ist hier die große seitliche Tür auf der rechten Seite eingebaut. Die aktuelle Subvariante aus Ulan-Ude ist die Mi- 8AMTSch-W, bei der WK-2500-03- Triebwerke von Klimow installiert sind. Sie leisten im Notfall bis zu 2013 Kilowatt (2700 shp), die dank eines verstärkten Getriebes auch genutzt werden können. Weitere Änderungen betreffen die Hilfsgasturbine TA-14-130-08 und bessere Avionik. Mi-8AMTSch wurden Anfang 2016 in Syrien erstmals auch mit dem Selbstschutzsystem L-370E8 Witebsk gesichtet. Dieses besteht aus vier Lenkwaffen- Warnsensoren (arbeiten im UV-Bereich) und drei Infrarot-Störsendern an den Auslegern und am Heckrotorträger. Eine Exportvariante soll ab 2016 unter der Bezeichnung President-S für ausländische Kunden verfügbar sein. SPEZIELLE VERSION FÜR DEN ARKTIKEINSATZ Neben reinen Transporthubschraubern verfügen die russischen Streitkräfte auch über zahlreiche Spezialvarianten der Mi-8-Familien. 2015 wurden zum Beispiel einige Mi-8MTPR-1 ausgeliefert. Sie sind in der Kabine mit dem Störsender Rischag-AV ausgerüstet, der verschiedene gegnerische Systeme gleichzeitig stören kann und ein großes Gebiet abdecken 58 FLUG REVUE Juli 2016 soll. Das von KRET gebaute Rischag- AV verwendet Antennen, die mehrere Strahlen parallel erzeugen können. Speziell für den Einsatz in der Arktis gedacht ist die Mi-8AMTSch-WA. Deren Lieferung begann im vergangenen November. Zur Ausstattung für den Betrieb bei unter minus 40 Grad Celsius gehört eine verbesserte Heizung und Isolation von Cockpit und Kabine. Auch für die Triebwerke und das Getriebe gibt es Heizaggregate. Dazu kommen Teflonschläuche für Hydraulik und Kraftstoffsystem. Es wird ein digitaler Autopilot eingebaut, um die Piloten zu entlasten. Neben re-dundanten GPS-Empfängern stellt eine Trägheitsplattform die genaue Navigation sicher, auch wenn der Satellitenempfang schwach ist. Ein Wetterradar und Nachtsichtsysteme sorgen dafür, dass der Einsatz auch in der Polarnacht möglich ist. Für die Besatzung gibt es eiwww.flugrevue.de

Eine der beiden Produktionslinien befindet sich beim Hubschrauberwerk in Kasan an der Wolga. Derzeit wird vor allem für die russischen Streitkräfte produziert. Hier eine Mi-8AMTSch. Zu den Waffenoptionen gehören eine zweiläufige Kanone (UPK-23) und ein Raketenwerfer mit 20 Rohren. ne kleine Küche, sodass sie auch längere Perioden fernab der Basis im Dienst bleiben kann. Mehrere Funksysteme gewährleisten den Kontakt zur Zentrale. Die aus der Entwicklung des neuen Modells gewonnenen Erfahrungen will Russian Helicopters auch für eine zivile Variante nutzen. Sie wäre zum Beispiel für Öl- und Gasfirmen interessant. So geht also die schrittweise Entwicklung der Mi-8-Familie weiter. Auch an einer neuen Generation mit grundlegenden Verbesserungen wird derzeit gearbeitet. Die Mi-171A2 soll als neue Basisplattform dienen, wobei im Gegensatz zu früher zunächst eine zivile Zulassung angestrebt wird. Die wesentliche Änderung der Mi- 171A2 betrifft den Rotor, bei dem Blätter aus Verbundwerkstoffen verwendet werden, wie sie für die Mi-38 entwickelt wurden. Der Heckrotor hat nun vier Blätter. Sie sind wie bei der Mi-35M in X-Form angeordnet, was die Lärmentwicklung dämpft. Zusammen mit dem Klimow-WK-2500PS-03-Triebwerk, das eine Startleistung von 1790 Kilowatt hat, wird eine Erhöhung der Abflugmasse von 12 auf 13 Tonnen möglich. Die interne Zuladung beträgt vier Tonnen. Auftragsschub Die Avionik wird ebenfalls komplett erneuert. Zum integrierten System KBO- 17 von KRET gehören ein Bildschirmcockpit sowie umfangreiche Monitoringfunktionen, sodass der Hubschrauber ohne Flugingenieur mit einer Zweimanncrew geflogen werden kann. In der Militärausführung, die unter der Bezeich- Nach vielen Jahren mit sehr niedrigen Fertigungsraten erfuhr die Mi-8-Familie in den letzten Jahren einen Auftragsboom, der in Kasan und Ulan-Ude zum Bau von bis zu 200 Hubschraubern pro Jahr führte. Nachdem zunächst der Export dominierte, werden derzeit hauptsächlich die russischen Streitkräfte bedient. Sie erhalten eine Mi-8MTW-5-1 für 216 Millionen Rubel (6,6 Mio. Dollar). Bis 2020 sollen um die 140 Mi-8MTW-5-1 und über 210 Mi-8AMTSch geliefert werden. Größter Auslandskunde war zuletzt Indien, das im Dezember 2008 einen Auftrag für 80 Mi-17W-5 erteilte (Stückpreis ca. 17 Mio. Dollar). Eine weitere Bestellung von 71 Hubschraubern folgte im Dezember 2012. Derzeit steht die Genehmigung für 48 zusätzliche Mi-17 aus. Heiß umstritten war die Strategie des Pentagon, die afghanischen Streitkräfte mit Mi-17W-5 auszurüsten. Trotz Protesten im Kongress wurden in mehreren Verträgen 63 Helikopter gekauft (Preis um die 17 Mio. Dollar). Aserbaidschan kaufte derweil 70 Maschinen in Kasan. In Ulan-Ude wurden unterdessen 86 Mi-171E für China gebaut. Auch Angola (acht Mi-171Sch) und Peru (24 Mi-171Sch-P) sowie der Irak und Weißrussland (12 Mi-8MTW-5) gehören zu den Kunden. Fotos: Piotr Butowski, Russian Helicopters, USAF www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2016 59

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