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FLUG REVUE 11/2015

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Luftwaffe in Wittmund Als Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Nörvenich und Wittmund erhielt ein Eurofighter am Leitwerk die Sonderlackierung „Hand in Hand“ (oben). Derzeit wird aus der Shelterschleife Ost heraus operiert; für zusätzliche Maschinen soll auch der Westbereich wieder aktiviert werden. Dazu kommen neue Hallen. Nörvenich gelegenen TRA 202 planen kann“, so der Kommodore. Die geringe Entfernung (350 km Luftlinie) sei damals ausschlaggebend für die Wahl des Verbandes zur Assignierung der „Richthofen“-Gruppe gewesen. „Das hilft beim Austausch von Personal und Material zwischen den Standorten und erhöht die operationelle Flexibilität.“ Kleinheyer ist sicher, dass die Synergien und der gemeinsame Teamgeist erhalten bleiben, wenn Wittmund ab 2016 wieder selbstständig ist. Das jedoch wird ein langwieriger Prozess. „Erst einmal ist die Schaffung der Infrastruktur notwendig. Um die als Endbestand angedachten 35 Eurofighter überhaupt unterbringen zu können, müssen wir die Shelter-Schleife West wieder in Betrieb nehmen“, sagt Finke. Als Gruppe war nur eine Flotte von 20 Flugzeugen geplant. „Neu gebaut werden zudem eine Lärmschutz- und eine Instandsetzungshalle sowie moderne Gebäude für die Staffeln und die QRA“, zählt der Oberstleutnant auf. Derzeit finden sowohl der Routine- als auch der QRA-Flugbetrieb aus dem alten Gebäude der 2. Staffel heraus statt, in dem jetzt die Einsatzstaffel als einzige fliegende Einheit der Gruppe untergebracht ist. Die Jets stehen in der Shelter- Schleife Ost. „Als Geschwader werden wir erneut zwei fliegende Staffeln haben, und die derzeitig in der Technischen Staffel zusammengefasste Wartung und Instandsetzung kann wieder aufgeteilt werden.“ 730 Köpfe zählt seine Gruppe momentan, als Geschwader ist eine Zielgröße von rund 900 angepeilt. „Wir benötigen natürlich mehr Techniker – aber vor allen Dingen viel mehr Piloten.“ Finke rechnet damit, dann verstärkt Nach- Die Gefechtsstände arbeiten eng zusammen, sodass man auch gemeinsame Manöver planen kann. Oberstleutnant Stefan Kleinheyer, Kommodore TaktLwG 31 „Boelcke“ www.flugrevue.de

Mit den A-4 sind Sparringspartner direkt vor Ort stationiert. wuchspersonal direkt aus der Jet-Grundausbildung auf der Sheppard Air Force Base zugeteilt zu bekommen. „Wir brauchen zudem aber erfahrene Leute – Rotten- und Schwarmführer sowie Fluglehrer –, um eine gesunde, zukunftsträchtige Altersstruktur aufbauen und die jungen Piloten auch angemessen aus- und weiterbilden zu können.“ Das gilt auch für die Durchführung des Fighter Weapons Instructor Course (FWIC) – des Waffenlehrer- Lehrgangs für Eurofighter-Piloten. „Der erste sechsmonatige Kursus dieser Art beginnt Ende 2015 und findet aus organisatorischen Gründen noch in Laage statt, aber als endgültiger Standort ist Wittmund vorgesehen.“ Neben dem Kommandeur gibt es derzeit nur zehn Flugzeugführer in Wittmund, weitere vier sind in der Eurofighter-Umschulung beim TaktLwG 73 „Steinhoff“ in Laage. „Das bedeutet natürlich eine hohe Belastung für die Piloten mit QRA-Status – und die weiterführende Schulung leidet, weil die fast ausschließlich Alarmrotte fliegen“, so Finke. Ausbildungsdefizite können derzeit nicht im Simulator aufgefangen werden, denn der ASTA-Bereich (Aircrew Synthetic Training Aids) ist wegen der Umrüstung auf ein verbessertes Sichtsystem bis Oktober außer Betrieb. Dann allerdings steht in Wittmund der modernste Eurofighter-Simulator der Luftwaffe. Tatsächlich kann die „Richthofen“- Gruppe nur 70 Prozent des erforderlichen QRA-Personals stellen. Für den Rest wechselt sich der entsprechend qualifizierte Anteil der 33 Flugzeugführer in Nörvenich ab, die für den Alarmrotten- Dienst an die Nordsee pendeln. „Auch wenn Wittmund wieder Geschwader geworden ist, wird das noch einige Zeit weiterhin der Fall sein“, so Kleinheyer. „Bis die ‚Richthofener‘ mit dem Eurofighter autark sind, dauert es leider ein bisschen.“ Dabei sei es einfacher, die technische Seite aufzuwerten als die fliegerische: „Das ist ja auch keine ‚Technik light‘ in der ‚Richthofen‘- Gruppe, sondern eine Komponente, die die Flugzeuge nicht nur warten, sondern auch instand setzen kann“, sagt der Kommodore. Sogar eine 200-Stunden-Inspektion sei schon jetzt in Wittmund machbar. Eines steht für Kleinheyer und Finke fest: „Wenn die Gruppe zum Geschwader wird, ist das erst der Startschuss für den geplanten Aufwuchs.“ Wann der beendet ist, können beide nicht vorhersagen. Aber zumindest können die „Richthofener“ ab Mitte nächsten Jahres wieder über sich selbst entscheiden, ohne im TaktLwG 31 „B“ nachfragen zu müssen. Das ist für Gero Finke ganz wichtig – und Stefan Kleinheyer hat vollstes Verständnis dafür: „Wir wissen in Nörvenich doch ganz genau, wie sich die jetzige Abhängigkeit für die Wittmunder anfühlen muss. Schließlich ist auch der ‚Boelcke‘-Verband ein traditionsreiches und stolzes Geschwader!“ FR www.flugrevue.de FLUG REVUE NOVEMBER 2015 45

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