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FLUG REVUE 11/2015

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Militärluftfahrt US

Militärluftfahrt US Coast Guard Miami Von TED CARLSON/KS Jede unserer Einheiten hat besondere Fähigkeiten, und hier sind wir hauptsächlich mit der Jagd nach Drogenschmugglern und Schleusern beschäftigt – der Such- und Rettungsdienst rückt an die zweite Stelle“, stellt Captain Joe Kimball, Kommandeur der Coast Guard Air Station Miami, die besondere Rolle seines Standorts heraus. „Wir arbeiten deshalb eng mit anderen Behörden wie dem Department of Homeland Security, der Custom and Border Partol und deren Office of Field Operations, der Transport Safety Agency oder anderen zusammen.“ Die Situation bei den Einsätzen kann sich vor der Küste Floridas und in der Karibik schnell ändern. „Wir erhielten einen undefinierten ‚Mayday‘-Ruf, und als wir die Quelle gefunden hatten, stellte sich heraus, dass es sich um ein acht Meter langes Schnellboot von Schleppern handelte, mit zwei Dutzend Menschen an Bord, das zu sinken drohte“, erzählt Lieutenant Commander Aaron Ortenzio, einer der erfahrenen HC-144A-Piloten des Verbands. „Wir warfen einen Kanister mit einem Funkgerät ab, aber sie reagierten nicht. Da das Boot voll Wasser lief, warfen wir auch eine Pumpe ab. Über das AIS-System lokalisierten wir einen zivilen Frachter in der Nähe, der gerade noch rechtzeitig hinzukam, bevor das Boot Für Rettungseinsätze ist die Dolphin mit einer Winde ausgerüstet. sank. Schließlich wurden alle von einem Schiff der Coast Guard aufgenommen. Polizeiarbeit und Rettungsmissionen gehen hier manchmal nahtlos ineinander über.“ An aufregende Rettungseinsätze kann sich auch Lieutenant Aaron Holler erinnern. „Mit unserer Dolphin flogen wir eine Stunde zu einer kleinen Insel raus, auf der eine Cessna nach einem Motorausfall in die Bäume gestürzt war. Wir konnten auf einem Weg landen und den schwer verletzten Piloten nach Nassau bringen.“ Ein anderes Mal flogen Holler 50 FLUG REVUE NOVEMBER 2015 www.flugrevue.de

In den letzten Jahren wurden die ab 1985 eingeführten HH-65 mehrfach modernisiert. In der Kabine ist Platz für die Crew und eine umfangreiche Ausrüstung. Der leistungsstarke Suchscheinwerfer ist beweglich aufgehängt. Zur Crew gehören zwei Piloten, ein Techniker und ein Rettungsschwimmer. und seine Crew zu einem Großtanker vor der Küste: „Ein Besatzungsmitglied war von einem Gerüst gestürzt. Wir mussten ihn mit einer Trage an der Winde aufnehmen und nach Miami fliegen.“ NEUE HC-144A, MODERNISIERTE DOLPHINS Die fünf MH-65D Dolphin und die fünf HC-144A (Airbus CN235) haben also genug zu tun. Sie sind normalerweise mehr als 3000 beziehungsweise rund 6000 Stunden in der Luft. Dabei kamen zum Beispiel 2013 etwa 600 Such- und Rettungsmissionen zusammen, bei denen 79 Menschenleben gerettet wurden. Die bei Airbus in Sevilla gebauten HC-144 haben die lange genutzten Dassault-Geschäftsreisejets HU-25 Falcon abgelöst. Insgesamt 18 Maschinen hat die Coast Guard zwischen 2006 und 2014 erhalten. „Wegen der besseren Flugdauer und der vielseitig nutzbaren Kabine passt die HC-144 besser zu unserem Nutzungsprofil“, erklärt LtCdr Ortenzio. „Mit der HU-25 war man zwar schnell vor Ort, aber es gab zahlreiche Fälle, in denen wird wegen Spritmangel den Ort des Geschehens vorzeitig verlassen mussten. Mit der HC-144 können wir in etwa 150 Meter Höhe bei 260 km/h sechs Stunden im Gebiet bleiben.“ Dabei geht die Ocean Sentry zeitweise bis auf 60 Meter herunter, um Hilfsgüter wie eine Pumpe, Rettungsinseln oder sonstige Ausrüstung abzuwerfen. Besonders lobend erwähnt Ortenzio auch das Suchradar APS-143C(V)3 der HC-144, das sich als sehr effektiv erwiesen hat. Es wird von einem der beiden Mission System Operators bedient, während sich der andere auf die Beobach- Fotos: Ted Carlson www.flugrevue.de FLUG REVUE NOVEMBER 2015 51

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