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FLUG REVUE 11/2016

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Zivilluftfahrt Afrikas

Zivilluftfahrt Afrikas größter Flughafen Die Johannesburger Terminalanlagen wurden zur WM 2010 letztmals erweitert. nesburg insgesamt nur bei 20 Prozent, von einem wirklichen Hub lässt sich hier also nicht sprechen. Kapstadt, die bei Touristen beliebte zweitgrößte Stadt des Landes zwei Flugstunden südlich, bietet kaum noch Nonstop-Langstreckenflüge. Die SAA hat ihre seit Jahren ganz eingestellt, daher sind fast alle internationalen Reisenden in die Stadt am Tafelberg gezwungen, in Johannesburg zwischenzulanden. „Wir hätten es gern, wenn wir eine größere Rolle an unserem Heimatflughafen spielen würden, so wie man sofort überall Ethiopian Airlines sieht, wenn Südafrikas moderner Schnellzug Gautrain hält direkt am Flughafen. man nach Addis Abeba kommt“, sagt der SAA-Chef. Wenigstens lobt er die verbesserte Sicherheit am OR Tambo International Airport, wo früher häufig Diebstähle aus aufgegebenem Passagiergepäck vorkamen. Dagegen kritisiert er, wie vermutlich alle Airlines an ihrem jeweiligen Heimatflughafen, die „zu hohen Gebühren“, wünscht sich aber gleichzeitig eine engere Zusammenarbeit mit der Flughafenbehörde ACSA. Deren wichtigster Kunde ist naturgemäß SAA. Der Marktanteil der chronisch Verluste einfliegenden Staatsgesellschaft an ihrem Hub hat durch stetige Verkleinerung von Flotte und Streckennetz allerdings von etwa 60 Prozent vor zehn Jahren auf rund 50 Prozent heute abgenommen. Mithin sind sowieso weniger SAA-Flugzeuge vorhanden, die der Präsenz der Heimatgesellschaft an ihrem Drehkreuz wirkungsvollen Ausdruck verleihen könnten. Aber auch Flughafenchefin Bongiwe Pityi, eine der wenigen Frauen, die weltweit einen großen Airport führen, sagt gegenüber der FLUG REVUE: „Ein anhaltenderes Engagement der SAA hier am Flughafen wäre sicher wünschenswert und sinnvoll.“ Sie ist stolz, mit dem OR Tambo International Airport endlich eine lange angestrebte Wegmarke erreicht zu haben: mehr als 20 Millionen Passagiere in einem Jahr. 2015 war es, mit 20,07 Millionen Fluggästen von und nach Johannesburg, erstmals so weit. PASSAGIERZAHL SCHWANKT UM DIE 20 MILLIONEN Seit Jahren pendelte die Passagierzahl unterhalb dieser Marke, die unstete Entwicklung spiegelt die wirtschaftlich schwierige Lage Südafrikas, der größten Volkswirtschaft Afrikas. Nach 19,4 Millionen Passagieren 2007 ging das Aufkommen 2009 wieder auf 17,5 Millionen zurück und stieg selbst im WM-Jahr 2010 nur auf 18,6 Millionen. Zum Fußball-Weltereignis erhielt der OR-Tambo- Flughafen, benannt nach einem früheren Präsidenten des regierenden African National Congress, den größten Modernisierungsschub seiner Geschichte. „Aber das verlangsamte Wirtschaftswachstum in Südafrika, die Ebola-Krise, die ausländerfeindlichen Ausschreitungen hier und die restriktive Visa-Politik etwa gegenüber Chinesen machten uns letztes Jahr zu schaffen“, sagt Bongiwe Pityi. Trotzdem geht sie davon aus, dass 2016 die Passagierzahl weiter leicht steigen wird. Optimistisch stimmt sie, dass jetzt 38 FLUG REVUE NOVEMBER 2016 www.flugrevue.de

Das internationale Terminal bietet aus seinen gläsernen Erkern beste Vorfeldblicke. zwei neue internationale Airlines nach Südafrika kommen: Im Falle von Iberia ist es im August die Wiederaufnahme von Flügen nach Madrid, und ab Oktober wird LATAM Brasil Johannesburg mit Sao Paulo verbinden, eine Strecke, die bereits SAA bedient. Seit 20 Jahren ist Johannesburg Afrikas größter Flughafen, nachdem er Kairo überholte. Aber nicht nur die unstete Entwicklung Südafrikas selbst, sondern auch die immer noch sehr wenig liberalisierte Luftverkehrslandschaft Afrikas erschwert das Wachstum. Ebenso die Armut vieler der 53 Millionen Südafrikaner – nur fünf bis acht Prozent von ihnen benutzen überhaupt das Flugzeug. Hier liegen große Potenziale brach, genau wie in ganz Afrika. Sechs der zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt liegen auf dem Kontinent, aber der intra-afrikanische Flugverkehr ist wegen restriktiver Verkehrsrechte bis heute unterentwickelt. Das zeigt sich schon bei den Niedrigpreis-Airlines am Flughafen Johannesburg: Deren Anteil beziffert die Flughafenchefin auf 32 bis 35 Prozent, aber das bezieht sich beinahe ausschließlich auf den Inlandsverkehr in Südafrika, vor allem auf das „goldene Dreieck“ Johannesburg-Kapstadt-Durban, den drei größten Städten des Landes. Hier kämpfen derzeit drei größere Niedrigpreis- Fluggesellschaften um Kunden, plus zwei klassische Linien-Airlines. Viel schwieriger haben es grenzüberschreitende Niedrigpreis-Airlines. Davon kann die panafrikanische Fastjet ein Lied singen, die mit mehreren Tochterfirmen etwa in Tansania und Simbabwe arbeiten muss, um beispielsweise die Strecken von Johannesburg nach Dar es Salaam und Harare zu bedienen. Absurderweise sind die Verbindungen von Johannesburg nach Europa am Ein Airbus A380 von British Airways wartet auf dem Vorfeld von Johannesburg auf den Rückflug nach London. Emirates bedient „JNB“ dreimal täglich. Ein Flug davon wurde von der 777 (Foto) bereits auf die A380 umgestellt. www.flugrevue.de FLUG REVUE NOVEMBER 2016 39

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