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FLUG REVUE 11/2016

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Militärluftfahrt Boeing

Militärluftfahrt Boeing enthüllt T-X Die zweite T-X ist ebenfalls bald fertig. Sie soll zunächst für Belastungstests verwendet werden. Fotos: Boeing, (3), Lockheed Martin, Raytheon Deshalb wurde besonderer Wert auf hohe Zuverlässigkeit und einfache Wartung gelegt, wobei man bei den Systemen teils auf bewährte Geräte zurückgreift. Bei Entwicklung und Bau setzten Boeing und Partner Saab modernste Verfahren ein. Die Montage erfolgt zum Beispiel ohne große Vorrichtungen, und geeignete Teile werden im 3D-Druck-Verfahren hergestellt. Insgesamt kommen beim T-X wohl recht wenig Verbundwerkstoffe zum Einsatz. Boeing will die T-X noch in diesem Jahr in die Luft bringen. Tests durch die US Air Force könnten 2017 stattfinden. Ob die Boeing T-X die hohen Ziele erreichen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Laut Hersteller soll der Erstflug noch vor Jahresende stattfinden. Die bei der Roll-out-Feier präsentierte Maschine hat bereits mit Bodentests begonnen, und ein zweites Flugzeug ist fast fertig. Es wird zunächst für Belastungsversuche verwendet. Wie die Produktion organisiert werden würde, sollte Boeing den Trainerwettbewerb gewinnen, ist noch offen. Selbst zu den genauen Arbeitsanteilen von Partner Saab aus Schweden gab es bisher keine offiziellen Angaben. Durch Fotos ist allerdings bekannt, dass der komplette Rumpf hinter dem Cockpit per Luftfracht aus Linköping nach St. Louis angeliefert wurde. AUSWAHLENTSCHEIDUNG ENDE 2017 GEPLANT Auch für die Schweden, die bereits im zivilen Bereich diverse Teile für Boeing produzieren, wäre ein T-X-Gewinn also Gold wert. Schließlich geht es um 350 Flugzeuge, die von der USAF benötigt werden. Darüber hinaus hofft man auf Exportkunden. Die Produktion würde sich allerdings hinziehen. Nach Herausgabe der endgültigen Ausschreibungsunterlagen, voraussichtlich im Dezember, soll Ende 2017 eine Auswahlentscheidung getroffen werden. Ein formelles Vergleichsfliegen ist dabei nicht geplant, aber Demoflüge wären wohl notwendig. Die vorläufige Einsatzbereitschaft des T-38-Nachfolgers wird dann erstaunlicherweise erst für 2024 angestrebt, und die volle Einsatzbereitschaft soll gar erst 2034 erreicht werden – um „die Fertigungsrate der strategischen Planung der Air Force anzupassen“. Das Pentagon hat nämlich zu viele Großprogramme am Laufen und eigentlich zu wenig Geld dafür. FR 50 FLUG REVUE NOVEMBER 2016 www.flugrevue.de

Wie bei Fightern sind die Lufteinkäufe durch vorgezogene Flügelwurzeln abgeschirmt. Viererbande Nach einigen Veränderungen im Feld der Wettbewerber kann die US Air Force nun wohl vier Angebote auf ihre T-X-Ausschreibung erwarten. Neben Boeing sind die folgenden Firmen dabei. Northrop Grumman testet sein Modell 400 noch im Geheimen. Northrop Grumman wollte zunächst die BAE Hawk anbieten, doch die hoch gesetzten Flugleistungsforderungen machten dies unmöglich. So entschied man sich wie Boeing für eine komplette Neuentwicklung. Diese war bei Redaktionsschluss noch nicht offiziell vorgestellt. Doch Erlkönig-Bilder aus Mojave zeigen ein Flugzeug, das praktisch der T-38 entspricht, allerdings mit nur einem F414-Triebwerk. Auch hier liegt die Kunst darin, Leistungen und Wachstumspotenzial mit niedrigen Kosten in Einklang zu bringen. Die T-50A basiert auf dem südkoreanischen Jettrainer Golden Eagle. Lockheed Martin greift bei seinem Angebot auf die T-50 von Korean Aerospace zurück, die einst mithilfe des US- Unternehmens entwickelt wurde. Hier ist ebenfalls ein F404-Triebwerk installiert. Das Cockpit wird modernisiert. Die Produktion der T-50A würde im Falle des Gewinns in Greenville, South Carolina, durchgeführt. Seit dem 2. Juni, beziehungsweise seit Ende Juli, fliegen zwei Prototypen, zunächst in Sachon. Leonardo bietet sein zweistrahliges Modell M-346 an. Raytheon ist der neue US-Partner von Leonardo (früher Alenia Aermacchi), der die M-346 anbietet. Diese erhält für T-X den Marketingnamen T-100. Sie galt lange als ein Favorit, doch die höheren Leistungsanforderungen kann sie wohl nur noch gerade so erfüllen. Dafür sollte sie recht preisgünstig sein. Zudem liefert mit CAE eine sehr erfahrene Firma die Simulatoren. Zunächst hatte General Dynamics als US-Partner fungiert, sich aber 2013 zurückgezogen. www.flugrevue.de FLUG REVUE NOVEMBER 2016 51

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