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FLUG REVUE 12/2014

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Topgun: Eliteschule der US Navy, Ebola-Epedemie: Airlines sorgen sich um Hygiene an Bord, Bundeswehr: schwere Mängel in der Ausrüstung, großes Extra: Raumfahrt

Raumfahrt-EXTRA

Raumfahrt-EXTRA Russlands neue Standardrakete Fotos: Gründer Starker Schlepper Nahe des nördlichen Polarkreises wird derzeit die neue russische Schwerlastrakete Angara 5 auf den Start zum Jahresende 2014 vorbereitet. Gleichzeitig muss ihr Hersteller Chrunitschew gründlich saniert werden. D Von RUDOLF HOFSTÄTTER as große Raumfahrtunternehmen GKNPZ Chrunitschew in Moskau, Hersteller von bisher 400 Proton-Raketen und der Raketenfamilie Angara, befindet sich derzeit „in einer schwierigen finanziellen Situation“, sagte im August Igor Komarow, der Chef von Russlands Vereinter Raketen- und Kosmos-Korporation ORKK. „Damit befindet sich auch das Angara-Programm in extremer Geldnot“, betonte er. Chrunitschew, ein Staatsbetrieb wohlgemerkt, arbeitet seit 2007 defizitär und hat bei den Zulieferern 14,7 Milliarden Rubel Schulden angehäuft (315 Millionen Euro). Nun sollen neue Manager Chrunitschews Produktion optimieren, um schon bald wieder Gewinne zu machen. Um die Finanzprobleme zu lösen, soll das Areal der Raketenfabrik im Moskauer Stadtteil Fili verkleinert werden. Die frei werdenden Flächen werden Staatsbanken für zivile Bauprojekte angeboten. Der Erlös soll in die Produktion und in das Firmenkapital investiert werden. Zudem will das GKNPZ (Staatliches Wissenschaftliches und Produktionszentrum für die Raumfahrt) künftig den Bau von Satelliten und Raumstationsmodulen allmählich anderen Firmen überlassen. Bereits laufende Programme wie das neue russische ISS-Modul Nauka will man noch für den Start 2017 fertigstellen, doch wird die Arbeit verstärkt auf das Raketen-Kerngeschäft konzentriert. Nach der gegenwärtigen Planung werden 2014 elf Proton-M gebaut. In den nächsten Jahren soll jeweils eine Rakete weniger montiert werden, acht 2018 und nur noch fünf im Jahre 2025. Noch sind die Pläne nicht vom Tisch, anstelle der Booster wiederverwendbare Baikal-Raketen einzusetzen. Dafür wird man vermehrt die nach dem sibirischen Fluss benannte Angara bauen: je eine 2014 und 2015, jährlich zwei 2018 bis 2020, jährlich vier in den Jahren 2021 und 2022, sechs 2023 sowie 2024 und 2025 jährlich sieben Angara 5 für schwere Lasten. Der Hauptauftrag zum Bau der Raketenfamilie Angara wurde bereits vor zwanzig Jahren, im August 1994, unter Präsident Boris Jelzin an Chrunitschew vergeben. Nun endlich sollen die Starts mit Regierungsnutzlasten 2018 beginnen. Durchschnittlich wird es ab 2020 fünf Starts pro Jahr geben. Die Kosten der künftigen Serienproduktion sind nach Herstellerangaben denen der Proton ähnlich, aber nur, wenn abwechselnd staatliche und kommerzielle Frachten gestartet werden. DIE ANGARA GEHÖRT KÜNFTIG ZU DEN STÄRKSTEN TRÄGERN Die neue Schwerlastrakete Angara 5 wird derzeit im Gebiet Archangelsk nahe des nördlichen Polarkreises auf den Start zum Jahresende 2014 vorbereitet. Dort werden nun alle Baugruppen integriert, überprüft und im November probeweise zur Startrampe gebracht. Der Jungfernflug soll testweise eine Nutzlastattrappe in den geostationären Orbit bringen. Die Angara 5 wird mit zu den stärksten Raketen der Welt gehören. Mit rund 60 Metern Länge und 773 Tonnen Startmasse ist sie auf jeden Fall Russlands größter Träger. Anders als die Proton wird die Angara nie von Baikonur in Kasachstan aus, sondern von Plessezk und künftig auch von Wostotschny im Fernen Osten starten. Der Bau der entsprechenden zweiten Rampe in Wostotschny soll im Herbst 2014 beginnen. 66 FLUG REVUE DEZEMBER 2014 www.flugrevue.de

Selbst als Modelle sehen die Versionen der Rakete beeindruckend aus. www.flugrevue.de FLUG REVUE DEZEMBER 2014 67

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