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HANSEstyle 2 | 2019

WIRTSCHAFT & POLITIK Dr.

WIRTSCHAFT & POLITIK Dr. Bernd Buchholz im Ministerium in Kiel Größer, weiter, mutiger! Im Exklusivinterview mit HANSEstyle erläutert Dr. Bernd Buchholz (58 /FDP), Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, wie die nördlichen Bundesländer durch eine noch engere Zusammenarbeit gemeinsame Chancen nutzen sollten, warum die Fehmarnbeltquerung für Hamburg von Bedeutung ist und warum der Ausbau der Infrastruktur von ihm forciert wird. Hamburg und Schleswig-Holstein sollten Ihrer Meinung nach als eine Wirtschaftsregion verstanden werden. Worin sehen Sie die Chancen? Mit Frank Horch habe ich sehr gut zusammengearbeitet, und ich arbeite heute mit Wirtschaftssenator Michael West hagemann genauso kollegial zusammen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir drei einen Wirtschaftshintergrund haben. Es gibt zwischen uns keine enge Länderabgrenzung mehr: hier Hamburg, dort Schleswig-Holstein. Eine solche Einstellung ist Gift für Gewerbetreibende! Ein Hamburger Unternehmer, der expandieren möchte, kann im Stadtgebiet oft nicht den erforderlichen Raum finden – in der Metropolregion gäbe es ihn. Es geht doch darum, gemeinsame Chancen zu nutzen, zu denen auch die Energiewende im Norden zählt: Wir produzieren Strom aus regenerativen Energiequellen und müssen zusehen, wie Anlagen stillstehen und die Betreiber Geld bekommen, obwohl sie nichts produzieren. Das ist ärgerlicher Unsinn. Stattdessen sollten wir uns technologisch an die Spitze begeben und versuchen, aus dem Grünen Strom zum Beispiel Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe zu produzieren. Diese Strategie kann Schleswig- Holstein nicht alleine umsetzen. Schaffen könnten wir es aber mit Niedersachsen und Hamburg – gemeinsam für den Norden. Vielleicht kann man eines Tages die Staatsverträge abschaffen, so dass Kinder aus Schleswig-Holstein in Hamburg zur Schule gehen können – und umgekehrt. Genau solche Themen gilt es zu überwinden: Wenn in einem Gewerbegebiet in Stapelfeld zwei Drittel auf Hamburger Gebiet sind und ein Drittel auf Schleswig-Holsteiner Seite ist, haben wir zwei verschiedene Gewerbesteuerhebesätze. Es gibt noch „Kirchturmdenken“ in Hamburg und im Norden. Ein bisschen größer, weiter und mutiger zu denken, würde tatsächlich allen nützen. In die Kategorie „größer, weiter und mutiger“ gehört auch die „Fehmarnbeltquerung“, die neben viel Zuspruch auch viel Kritik hervorruft. Wie stehen Sie dazu? Diese Verbindung birgt für uns im Norden eine riesengroße Chance. Es ist oft schade, dass Menschen in ihrer Regionalität glauben, dass der Fehmarnbelttunnel die Verbindung zwischen Lolland und Fehmarn sei. Vielmehr geht es um die Verbindung der Metropolregion Kopenhagen/Malmö mit der Metropolregion Hamburg. Die Skandinavier denken dabei noch viel weiter: Sie sehen die Verbindung eines skandinavischen Wirtschaftsraums mit Zentraleuropa. Das ist ein transeuropäisches Fernverkehrsprojekt – selbst in Brüssel gilt es als zweitwichtigstes europäisches nach 27

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