Aufrufe
vor 5 Jahren

HANSEstyle 3 | 2016

  • Text
  • Hamburg
  • Hamburger
  • Menschen
  • Zeit
  • Kunst
  • Strand
  • Jasmin
  • Hansestyle
  • Grube
  • Timmendorfer

Stadtgeschichte(N)

Stadtgeschichte(N) Stadtgeschichte(N) ab 2006 unterbieten konnte, mit eineinhalb Stunden Fahrzeit. Und schon 1931 gab es Experimente mit einem sog. Schienen-Zeppelin zwischen Bergedorf und Spandau, angetrieben durch einen Flugzeugmotor. Womit der Schienen- Zepp bis zu 230 Stundenkilometer in der Spitze erreichte. Die Berliner Architekten mussten Einreden von Kaiser Wilhelm II. berücksichtigen. Michael Dominidiato – der Motivator Die Herausforderung des heutigen Bahnhofsmanagers Michael Dominidiato: er muss in dieser kaum veränderbaren „Hardware“ Bahnhofsgebäude den kontinuierlich wachsenden Bahnverkehr möglichst störungsfrei organisieren. Dominidiato, hier in Norddeutschland geboren und aufgewachsen, ist ein gleichermaßen verbindlicher wie zupackender Mann, der viele Erfahrungen gesammelt hat: Er war Chef der Konzernsicherheit hier im Norden, leitete das Stationsmanagement der Hamburger S-Bahnen (heute sein größter Kunde) oder deren ServiceCenter. Er ist ein erfahrener Öffentlichkeitsarbeiter und war Trainer bei DB Training. Kurz gesagt ein engagierter Motivator, was man merkt, wenn man mit ihm durch seinen Arbeitsbereich, den Bahnhof, geht. Immer wieder Grußworte nach rechts und links, wo immer er einen seiner insgesamt 190 Mitarbeiter antrifft. Ihre Fragen werden sofort beantwortet, eventuell aufgetretene Probleme zur Kenntnis genommen und so schnell wie möglich abgestellt: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer die Reisenden, unsere Kunden“, lässt er mich beim gemeinsamen Rundgang wissen. Hamburg Hbf mit großer Abfahrtspünktlichkeit Die alltägliche Zahl an Herausforderungen ist nicht gerade gering. Für die bis zu 2.200 An- und Abfahrten hat Dominidiato gerade mal 6 Bahnsteige mit 14 Gleisen zur Verfügung: 4 Bahnsteige mit 8 Gleisen für Fernreisezüge und Regionalbahnen, 2 mit 4 Gleisen für die S-Bahn sowie zwei Durchfahrtgleise ohne Bahnsteige für den Güterverkehr. Die quer laufenden U-Bahnen fahren durch darunter liegende Tunnel. „Für die Abwicklung des Regionalverkehrs haben wir mehrere Bahnsteige mit den beiden jeweiligen Gleisen geteilt“, erläutert er mir vor Ort am Bahnsteig 5 mit den Gleisen 11 und 12. Regionalzüge sind in der Regel kürzer, sie kommen aus Nord oder Süd und können so von beiden Seiten auf dem gleichen Gleis einlaufen. Und den Bahnhof auch wieder in ihrer Einfahrtrichtung verlassen. „So können wir doppelt so viele Regionalzüge fahren lassen“, erklärt mir Dominidiato. „Natürlich versuchen wir auch alles, um die Ein- und Aussteigzeiten einzuhalten oder sie bei Verspätungen abzukürzen“, fügt er an. Man hat das Bahnsteighäuschen auf Bahnsteig 6 vor den Rolltreppen gedreht, den Auskunftsschalter also weg von den Treppen, um so Menschenstaus zu vermeiden. Die bisher quer stehenden Abfallbehälter wurden ebenfalls gedreht und blockieren nun die Wege deutlich weniger. Die Mitarbeiter versuchen bereits vor der Zugeinfahrt sichtbar gewordene Ansammlungen von Reisenden aufzulösen, um das Zeit kostende Gedränge beim Ein- und Aussteigen zu vermeiden. Das alles hat dazu beigetragen, dass Hamburg ein Bahnhof mit großer Abfahrtspünktlichkeit wurde, gut drei Viertel der Züge fahren hier pünktlich ab. Service, Sauberkeit, Sicherheit Pro Jahr bekommt der Hauptbahnhof 15.000 angemeldete Serviceaufträge für Mobilitätseingeschränkte. Da wird z. B. Rollstuhlfahrern beim Zu- oder Umsteigen geholfen. „Unser Hauptbahnhof ist weitgehend barrierefrei“, erläutert Dominidiato, „aber es kann schon mal vorkommen, dass ein Fahrstuhl an einem Bahnsteig kurzfristig ausfällt. Leider gibt es immer wieder Vandalismus.“ Was dann tun? „Zur Not muss man dann einen Zug mit mehreren Behinderten an Bord auf ein anderes Gleis umleiten.“ Pro Jahr werden zudem rund 11.000 Fundsachen registriert und warten im Fundstellenbüro auf Abholung. Ein sog. „3-S-Konzept“ sorgt bundesweit für guten Service, für Sauberkeit und Sicherheit. Umgesetzt werden muss es individuell auf jedem Bahnhof. Über die Serviceangebote habe ich eingangs berichtet. Natürlich müssen die Bahnsteige und die Zugänge regelmäßig gesäubert und die Abfallbehälter geleert werden. Für Sicherheit sorgen im Bahnhof die Bundespolizei, früher als Bahnpolizei bezeichnet, und DB Sicherheit. Und es gibt Notruf- und Informationssäulen sowie die Möglichkeit, sich stets an Fotos: Bildarchiv Hamburg (2) Bahnbedienstete zu wenden. Vor dem Bahnhof, an der Kirchenallee auf dem Hachmannplatz, sorgt die Hamburger Landespolizei für Ordnung, denn dieses Gelände ist städtisch. Für die vielen Tauben rund um den Hauptbahnhof hat man sich aktuell etwas Besonderes einfallen lassen. Auf der westlichen Bahnhofsseite zeigt mir Herr Dominidiato einen neu eingerichteten Taubenschlag, hoch oben in einem der Bahnhofstürme am Steintorwall. „So eine Art Taubenlounge“, wirft er lachend ein, „dort werden die Vögel artgerecht gefüttert und halten sich darum gern in diesem Schlag auf. Wir glauben, dass auch 80 Prozent ihres anfallenden Kots im Taubenschlag bleiben, und wenn man die bebrüteten Eier überwiegend durch Gipseier ersetzt, wird die Population auf ein erträgliches Maß reduziert.“ Erwähnt seien noch die beiden Luftschutzbunker unter dem Hachmannplatz bzw. unter dem Steintorwall. Letzterer ein dreistöckiger Tiefbunker für 2.700 Menschen mit 3,75 m dicken Betonwänden und doppelt so groß wie sein Pendant unter dem Hachmannplatz. Während des Kalten Kriegs in den 60er Foto links: Hauptbahnhof um 1910 – Ansicht Glockengießerwall bis 70er Jahren wurden diese sogar wieder aufgerüstet und mit modernen Drucktüren, Lüftungsfilteranlagen und Notstromaggregaten ausgestattet. Als Absicherung gegen einen für damals möglich gehaltenen Atomangriff. Interessenten können den Bunker an bestimmten Tagen besichtigen – Näheres erfahren Sie unter : www.hamburgerunterwelten.de/Bunker-Hamburg-Hauptbahnhof Bleibt noch die Shopping-Mall in der früheren Wandelhalle, mit täglich von 7 bis 22 Uhr geöffneten Läden. Der Frischemarkt Edeka Tamme sogar bis 23 Uhr! 70 Einzelhändler und Dienstleister machen hier den Hauptbahnhof zu einem Einkaufsbahnhof. Mehr als ein Dutzend Gastronomiebetriebe, Gourmetstationen und Take- Away-Ketten sowie zahlreiche Lebensmittelanbieter. Hier können Hamburger und Reisende Mitbringsel und kleine Geschenke erstehen: Blumen, Kosmetik, Klamotten, Fotoartikel, Süßigkeiten, Tee oder Kaffee, vieles made in Hamburg. Hier kann man Theaterkarten kaufen und Mietwagen buchen. In der gut sortierten Buchhandlung Press & Books hat die Zeitschrift Schöner Wohnen eine kleine Leselounge für jedermann eingerichtet, mit wechselnden aktuellen Sitzmöbeln. Zum „schöner warten“ bei spannender Lektüre. Blick in die Zukunft Gern möchte man den Hauptbahnhof noch nutzerfreundlicher und verkehrssicherer machen. Am Hauptbahnhof – auf der Seite Steintorwall – soll ab 2018 eine neue Ladengalerie errichtet werden. Zudem soll eine aktuelle Verkehrsuntersuchung der Stadt im Jahr 2017 klären, welche zusätzlichen Verbesserungsmaßnahmen rund um den Hauptbahnhof in den kommenden Jahren möglich sind. Text: Heinz H. Behrens | Foto von Michael Dominidiato: Tim Wendrich Wandelhalle um 1910 38 39

HANSEstyle CKB mediahouse GmbH
Alsterterrasse 7
20354 Hamburg
+49 (0)40 4153 7680

    




EINE PUBLIKATION DER CKB MEDIAHOUSE GMBH

AGB
Home
Impressum
Kontakt

HANSESTYLE AUF FACEBOOK