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ImmoCompact 02/2018

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Baufinanzierung ©

Baufinanzierung © Stockwerk-Fotodesign – Fotolia.com Die Vorteile von Wohn-Riester Regelmäßig ist in den Medien über Wohn-Riester zu lesen. In sozialen Netzwerken diskutieren Verbraucher wie Fachleute über die Frage, ob Wohn-Riester sinnvoll ist. Nur, was eigentlich ist Wohn-Riester und welche Konsequenzen und Vorteile ergeben sich daraus für den Finanzierungskunden? Und welche Aspekte sind außerdem von Vermittlern bezüglich der Beratungsdokumentation zu berücksichtigen? Zunächst einmal sollte klargestellt werden, dass es den Wohn-Riester nicht gibt. Die Bezeichnung ist eine umgangssprachliche Zusammenfassung all der Möglichkeiten, die sich aus dem Eigenheimrentengesetz (EigRentG) ergeben, welches am 01.01.2008 in Kraft trat. Folgende Möglichkeiten sind hier geregelt, die alle unter den Sammelbegriff Wohn-Riester fallen: W Riester-Darlehensverträge W Riester-Bausparverträge W Guthabenentnahme aus bestehenden Riester-Verträgen (z. B. Riester-Rentenversicherungen) bei Anschaffung/ Herstellung der selbst genutzten Immobilie W Endfällige Guthabenentnahme aus bestehenden Riester- Verträgen zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie W Förderung des Erwerbs einer selbst genutzten Genossenschaftswohnung bzw. der damit verbundenen Pflichtanteile W Finanzierung von Umbaumaßnahmen mit engen Vorgaben Da diese sechs Punkte alle in den Bereich Wohn-Riester fallen, ergibt sich, dass die Frage, ob diese Förderung der eigen - genutzten Immobilie sinnvoll ist oder nicht, pauschal nicht beantwortet werden kann. Es muss im Einzelfall geprüft werden und hängt auch davon ab, welche dieser Möglichkeiten genutzt werden sollen. Voraussetzungen Möchte man die Riester-Förderung im Immobilienbereich einsetzen, so ist zu beachten, dass dies lediglich für die Anschaffung bzw. die Herstellung (Bau) einer selbst genutzten Immobilie möglich ist. Diese muss sich innerhalb der EU oder einem Land, welches zum europäischen Wirtschaftsraum zählt, befinden und der Lebensmittelpunkt sein. Um eine Doppelförderung zu vermeiden, sind übrigens nur Immobilien förderfähig, welche nach dem 31.12.2007 angeschafft oder hergestellt wurden (§ 82 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Was wird gefördert? Wie hoch und von welcher Art ist nun aber die Riester-Förderung? Das hängt wieder davon ab, welche der genannten Wege genutzt werden sollen. Wählt man beispielsweise ein Riester-Darlehen über eine Bank oder Bausparkasse – hierbei handelt es sich dann um spezielle, zertifizierte Darlehen –, so können die Tilgungsleistungen im Rahmen der Riester- Spielregeln gefördert werden. Das bedeutet, bis aktuell max. 2.100 Euro p. a. erhält man für Tilgungsleistungen Zulagen wie bei einem Riester-Vertrag auch und kann die Tilgungsleistung zusätzlich steuerlich zum Abzug bringen. Beim Steuerabzug gilt die gleiche Günstigerprüfung seitens des Finanzamtes wie beim Altersvorsorge-Riestervertrag. Zulagen fließen als Sondertilgungen in die Finanzierung ein. Beträgt der Tilgungsbetrag im Jahr z. B. 4.000 Euro, können davon lediglich 2.100 Euro fördertechnisch berücksichtigt werden. Bei Ehepaaren, die beide unmittelbar förderberechtigt sind, könnte das Darlehen so aufgeteilt werden, dass der nun zweimal à maximal 2.100 Euro p. a. zur Verfügung stehende geförderte Tilgungsanteil optimal genutzt werden kann. Zu berücksichtigen ist, dass das Riester- Darlehen spätestens bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres getilgt sein muss. Welche Vorteile können sich aus „Wohnriester“ ergeben? Beim oben genannten Riester-Darlehen fließen, wie bereits erwähnt, die Zulagen als Sondertilgung in die Finanzierung ein. Nutzt man die sich in der Regel ergebenden Steuervorteile ebenfalls für Sondertilgungen, so kann das Darlehen deutlich schneller getilgt werden. Entnimmt man bei Anschaffung bzw. Herstellung der Immobilie Guthaben aus einem bestehenden Riester-Vertrag, zum Beispiel 20.000 Euro, so muss ein entsprechend geringeres Darlehen aufgenommen werden. Dadurch kann außerdem die Beleihungsgrenze sinken, was ein günstigeres Zinsangebot zur Folge haben kann. In beiden Fällen spart man Geld im Laufe der Finanzierung ein. Zu berücksichtigen ist, dass die meisten Anbieter lediglich eine vollständige Entnahme des Guthabens zulassen. Andernfalls müsste das WFK geführt werden, was einen erheblichen Verwaltungsaufwand zur Folge hätte. Gibt es auch Nachteile? Wo Licht ist, da ist auch Schatten – das gilt auch für das Thema Wohn-Riester. Da der Staat bei einer riestergeförderten Immobilie, anders als bei einem Altersvorsorge-Riestervertrag, keine Rentenleistungen nachgelagert versteuern kann, wurde das Wohnförderkonto (WFK) eingeführt. Darauf fließen alle Entnahmen aus bestehenden Riester-Verträgen im Zusammenhang mit der Anschaffung/Herstellung einer eigengenutzten Immobilie als auch alle geförderten Tilgungsleistungen. Das WFK ist mit 2% p. a. fiktiv zu verzinsen. Der Stand des WFK bei Rentenbeginn ist die Basis für die Ermittlung der Steuerlast auf die eigengenutzte Immobilie. Diese kann entweder einmalig getilgt werden, dann erhält man einen Nachlass in Höhe von 30%, oder ratierlich bis zum 85. Lebensjahr. W Von Joachim Haid, Geschäftsführer von SOFTFIN MEHRWERTE FÜR IMMOBILIENPROFIS Anzeige 38 2 / 2018 immoji www.immoji.biz • www.immoji-journal.de • www.immoji-verwalter.de

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