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POSEIDON NICHT ZU

POSEIDON NICHT ZU STOPPEN - 1. BUNDESLIGA WIR KOMMEN? SV Poseidon sichert sich zwei Spieltage vor Schluss die Nordmeisterschaft Text & Fotos: Jens Witte Poseidons Ungar Gergely Antal am Ball gegen Warnemünde Was für ein erfolg - trainer geht baden! 12 Eins, zwei drei – rein! Mit Anlauf und großen Geplansche ging es für Poseidons Trainer Florian Lemke, 26, ins Becken. Wenn beim Wasserball der Trainer baden geht, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Mannschaft gerade einen Titel gewonnen hat. Das freiwillige Bad feierten die Wilhelmsburger bereits frühzeitig. In der Rostocker Neptunhalle versenkten sie Gastgeber HSG Warnemünde mit 17:4 (5:2, 6:1, 2:1, 4:0) und sicherten sich zwei Spiele vor Ende der Runde die Meisterschaft in der 2. Liga Nord. Lemke und Manager Lars Hinkelmann, 41, freut es. „Wir sind nun voll im Modus Bundesliga-Aufstieg“, so Hinkelmann. „Es geht mit Volldampf Richtung Bundesliga.“ Der 26-jährige Coach hat sich schon über die möglichen Gegner der anderen 2. Ligen aus dem Osten, Westen und Süden im Kampf um die zwei Bundesligaplätze informiert. Am 2./3. Juli wird das Aufstiegsturnier vermutlich beim West-Meister in Nordrhein- Westfalen gespielt. „Hamburg kann Bundesliga, wir werden das passende Signal nach Deutschland senden“, sagt Lemke selbstbewusst. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn in der 2. Liga Nord ging es ins Wasser und anschließend wurde gefeiert. Hier Center Jakob Haas (links) mit Trainer Florian Lemke

DIE SPORTSTADT HAMBURG LEBT! Lemke kann als Masterstudent Entrepreneurship (Unternehmensgründung) die ganze Untergangsstimmung im Hamburger Sport nach dem Rückzug dreier Profiteams nicht verstehen. „Wir lieben unseren Sport und sind bereit, dafür hart zu arbeiten. Für sehr wenig Geld“, ergänzt er noch schnell. Bei einem Aufstieg ist der Etat gesichert. Fände sich ein Sponsor wäre sicherlich bereits im ersten Jahr der Klassenverbleib keine schwere Bürde. „Es gibt schon einige Anfragen von sehr guten Spielern“, lässt Hinkelmann durchblicken. „Die wollen in Hamburg gerne studieren oder eine Ausbildung machen“, erläutert der Manager. Hamburg ist bekanntlich ein angesagter Ort zum Leben. Es braucht jedoch die Hilfe aus der Wirtschaft und vom Senat, um Studium/Beruf und täglich zwei Trainingseinheiten zu vereinbaren. „Wir werben günstig für die Stadt“, so Lemke. Mittlere fünfstellige Beträge gäben dem Wasserball in Wilhelmsburg Auftrieb. Und falls sich ein großer Sponsor fände, hätte Lemke schnell eine Zahl parat: „Ab zwei Millionen holen wir den Champions League-Pokal nach Hamburg.“ Der Kerl hat nach dem Aus der Olympiabewerbung noch Träume! Voll im Plan! Champions League – Was sich zum jetzigen Zeitpunkt als völlige Spinnerei anhört, passt eigentlich zu Hamburg wie das Tor zur Welt. Wasserball wird im Ausland vielfach an der Küste gespielt, und beim diesjährigen Final Six um die Champions League kämpfen mit Barcelona, Genua und Piräus gleich drei bedeutende Hafenstädte um den Titel. Um auf den Wasserball in Hamburg aufmerksam zu machen, plant Pressesprecher Jens Witte einen „Port- Cup“. „Ein hochwertiges Turnier im Stadtparksee mit Mannschaften aus großen Hafenstädten“, erläutert Witte. Genau das was Sportsenator Andy Grote fordert: Der Sport muss in die Öffentlichkeit. Vorerst macht der SV Poseidon kleine Schritte. Die Nachwuchsarbeit wurde intensiviert. In allen Jugendklassen vertreten, haben die Poseidonen für die Jungs und Mädchen was zu bieten. Regelmäßig sind die Nachwuchshoffnungen bundesweit aktiv, und in den Ferien geht es per Flieger nach Ungarn ins Trainingslager. Trainiert wird fast täglich im Wilhelmsburger Inselparkbad. Bei guten Wetter im Sommer im Poseidonbad. Sylvia Pille-Steppat verpasst Paralympics in Rio knapp Platz drei bei den Ausscheidungsrennen im italienischen Garivate reichte nicht für die Qualifikation (sl) Sylvia Pille-Steppat hatte sich lange auf das Qualifikationsrennen für die Paralympischen Spiele in Rio vorbereitet. Im Januar hatte die Para-Ruderin extra ein Trainingslager in Frankreich absolviert und das Trainingspensum noch einmal gesteigert. So fuhr Sie Ende April durchaus optimistisch nach Italien und setzte sich im Vorlauf mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung auf das russische Boot souverän durch. Dabei sitzt die zweimalige Hamburger Marathonmeisterin Sylvia Pille-Steppat erst seit 2011 im Ruderboot. Nach ihrem zweiten Marathontitel 2002 wurde bei ihr Multiple Sklerose diagnostiziert. Als die Beine die Ausdauerathletin nicht mehr tragen wollten, suchte sie sich eine neue Herausforderung, fing an zu rudern und war schnell an der nationalen Spitze angekommen. Im Finale des Qualifikationsrennen musste sie sich aber der bisher unbekannten Chinesin Lili Wang und der Foto: tomski-media.de Koreanerin Kim Sejeong geschlagen geben. Auch die Hoffnung auf einen der beiden Wildcard Plätze hat sich inzwischen zerschlagen. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass es trotz der langen Vorbereitung nicht gereicht hat. Als ich gesehen habe, dass da eine Chinesin neu dazugekommen ist, war mir schon klar, dass ich wohl nur Dritte werden würde. Sollte eine der qualifizierten Starterinnen nicht antreten können, wäre ich zwar die erste Nachrückerin, aber das wünscht man natürlich niemandem“, so Pille Steppat. 13