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03 | 2017 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Normative Perspektive*) > Ziel: Institutsfortführung > Gesamtheit aller regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie der darauf basierenden internen Anforderungen > Relevante Steuerungsgrößen: - Kernkapitalanforderung - SREP-Gesamtkapitalanforderung - Die kombinierte Pufferanforderung - Eigenmittelzielkennziffer sowie sämtliche Strukturanforderungen (z. B. Leverage Ratio, Großkreditgrenzen) Ökonomische Perspektive*) > Ziel: Gläubigerschutz > Ausgangsbasis ist die Methodik des Instituts > Risikoquantifizierung und Risikodeckungspotenzial in der ökonomischen Betrachtung → auch Bestandteile, die in der Rechnungslegung, der Regulatorik und in den aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen nicht oder nicht angemessen abgebildet werden. > Konsistente Methoden zur normativen Perspektive > Berücksichtigung erwarteter und unerwarteter Verluste > Konservativität des Risikoansatzes, z. B. Konfidenzniveau 99,9 % (vgl. Säule 1) *) Tz. 24–39 *) Tz. 40-65 Abbildung 1: Normative und ökonomische Perspektive Perspektiven der RTF Die folgende Abbildung 1 zeigt die beiden Perspektiven auf, die nachfolgend gesondert näher erläutert werden. Normative Perspektive Normativ gesehen müssen die bankinternen Anforderungen alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen erfüllen. Diese betreffen namentlich die Kapitalanforderungen (Kernkapital, SREP-Gesamtkapital, die kombinierte Pufferanforderung, die Eigenmittelzielkennziffer und die Strukturanforderungen wie zum Beispiel die Großkreditgrenzen; Tz. 24). Das Risikodeckungspotenzial setzt sich aus den regulatorischen Eigenmitteln zusammen. Dazu rechnen im Einzelnen die bisherige Säule-1-Anforderung (Ergänzungs- und Kernkapital), die aus dem Säule-1+-Ansatz nach SREP resultierende Anforderung (Pillar 2 Requirement, P2R), weitere Kapitalbestandteile, die aufsichtsseitig zur Abdeckung von aufsichtlichen Kapitalanforderungen und -erwartungen (einschließlich der mit dem „Stresstestzuschlag“ nach SREP erfolgenden Ausweitung zur Eigenmittelzielkennziffer, Pillar 2 Guidance, P2G) anerkannt werden, wie zum Beispiel die § 340f HGB Reserven (vgl. Abbildung 2). 4 Bisher war es bei den meisten Instituten, die den Going-Concern-Ansatz verfolgten, üblich, den vorsichtig ermittelten Plangewinn in die Risikodeckungsmassen aufzunehmen. Nach Tz. 29 wird dies auch künftig möglich sein. Und zwar explizit nicht nur für die auf ein Planjahr ausgerichtete Risikotragfähigkeit, sondern auch für die mindestens dreijährige Kapitalplanung. Bezüglich der Risikoartenquantifizierung gilt: Sie richtet sich für Adressrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken an den rechtlichen Anforderungen der CRR aus; der Risikohorizont beträgt damit konsequenterweise ein Jahr. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass nur noch die rollierende RTF- Betrachtung zulässig ist, nicht mehr aber die Jahresende-Sicht (beziehungsweise ab Jahresmitte die Jahresende-Sicht des Folgejahres). Wesentliche Risiken, die nur in der ökonomischen Perspektive erfasst werden (zum Beispiel Migrationsrisiken oder die verlustfreie Bewertung im Anlagebuch), sind gleichwohl bei der Planung der zukünftigen GuV-, Eigenmittel- und TREA-Belastungen (Total Risk Exposure Amount) vorzusehen. 4 Vgl. auch Wimmer, msgGillardon News 03/2016 18 I NEWS 03/2017

Unternehmenssteuerung t Gültig ab 2017 TSCR: Total SREP Capital Requirement OCR: Overall Capital Requirement Gültig ab 2016 z. B. 1,6 % Stresszuschlag (NZU) Pillar 2 Guidance (P2G) 12,1 % Eigenmittelzielkennziffer 10,5 % z. B. 1,6 % Stresszuschlag (NZU) (z. B.) 0,5 % (z. B.) 2 % 8 % Zuschläge für weitere wesentliche Risiken Zuschläge für ZÄR Adressrisiken Marktpreisrisiken OpRisk Säule 1+ 12,1 % Eigenmittelzielkennziffer 10,5 % Stresspuffer Basel-III-Kapitalerhaltungspuffer verrechenbar mit Stresszuschlag (z. B.) 0,5 % (z. B.) 2 % 8 % > Systematischer Risikopuffer > Kapitalerhaltungspuffer > … Zuschläge für weitere wesentliche Risiken Zuschläge für ZÄR Adressrisiken Marktpreisrisiken OpRisk Puffer Pillar 2 Requirement, P2R Reg. Eigenmittel Säule I (CRR) TSCR OCR > SREP-Zuschlag aus SREP-Mitteilung abgeleitet > Stresstestergebnisse möglicherweise in SREP-Zuschlag enthalten > SREP-Zuschlag besteht aus zwei individuellen Beiträgen (P2R und P2G) > Stresstestergebnisse ausschließlich in P2G enthalten Abbildung 2: Künftige Eigenmittelanforderungen Die Kapitalplanung unterscheidet wie bisher zwischen dem Planszenario und dem adversen Szenario. Sie muss – wie schon bisher gefordert – möglichen adversen Entwicklungen, die von den Erwartungen abweichen, Rechnung tragen. Das heißt, die SREP-Gesamtkapitalanfor- derung (Total SREP Capital Requirements – „TSCR“) ist auch bei deren Eintreten einzuhalten. Gemäß Tz. 35 muss die Nutzung regulatorischer Eigenkapitalelemente zur Risikoabdeckung in adversen Szenarien konsistent zur Schwere der angenommenen Szenarien und zum Risikoappetit des Instituts sein. Erhöhte Eigenmittelanforderungen nach §10 Abs. 3 oder 4 KWG Kapitalplanung Planszenario Kapitalplanung Adverses Szenario ja ja Die SREP-Gesamtkapitalanforderung (Total SREP Capital Requirements – „TSCR“) muss auch im adversen Szenario eingehalten werden. Der P2G-Zuschlag und die kombinierte Kapitalpufferanforderung nach § 10 i Abs. 1 KWG sind dabei ausgenommen. Abbildung 3 zeigt die einzuhaltenden Anforderungen. Darunter: SREP-Bescheid: Harte Kapitalanforderung Darunter alternativ: Zuschlag aufgrund der Allgemeinverfügung zum Zinsänderungsrisiko SREP-Bescheid: Stresskomponente Kombinierte Kapitalpufferanforderung nach § 10 i Abs. 1 KWG ja ja ja ja Abbildung 3: Kapitalplanung in der normativen Perspektive ja ja nein nein Ökonomische Perspektive In dieser Perspektive sind die Risikoquantifizierung und die Risikodeckungspotenzialermittlung ökonomisch abzuleiten, das heißt losgelöst von Vorgaben der handelsrechtlichen Rechnungslegung und den regulatorischen Vorgaben. Nach Tz. 40 muss die Parametrisierung der verwendeten Methoden konsistent zu der normativen Perspektive sein. Damit ist vermutlich gemeint, dass (unter anderem) der Betrachtungshorizont ein Jahr beträgt und das Konfidenzniveau mit 99,9 Prozent wie in der Säule 1 (vgl. IRBA nach CRR) angesetzt wird. NEWS 03/2017 I 19

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