Bei dir sieht man keine Scharen. UW: Ich war schon immer ein Gegner grosser Scharen. Das war ein Problem mit meinem Sägrubber, der viel zu grosse Säscharen hatte. Ich war nicht darauf gekommen, dass es mit so etwas Einfachem auch geht. Was ist jetzt an Stelle des Pfluges? UW: Diese Schar läuft in die Erde und macht die Arbeit. Diese Häufler machen mehr oder weniger den Hügel. Das ist die ganze Bodenbearbeitung, und wir haben die dünnsten Drähte, die sonst keiner hat. Alle haben nur die dicken. Ich wollte ganz dünne. Der Boden muss von selbst da hin, wo er hin muss. Entweder er will oder er will nicht, und wenn er nicht will, dann soll er grad da bleiben, wo er ist. Die dünnen Drähte haben nur wenig Kontakt mit der Erde, und das ist die ganze Show. Nun kommt jemand zu euch und fragt ganz naiv: Was macht ihr hier eigentlich? Was kriegt der als Antwort? UW: Wir sind Bauern und wir bringen Körner in die Erde. Diese Körner wachsen, und wir kommen mit dem Mähdrescher und ernten. Und die Ernte bekommt jemand, der etwas Tolles daraus macht. Genau das machen wir und möglichst ohne den Boden zu belasten. Das soll der Boden von sich aus machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass er das kann. Sonst würde es ihn schon lange nicht mehr geben. Dies ist auch meine grösste Befürchtung, wenn die Menschen dies in die Hand nehmen wollen. Ich bin sehr skeptisch, dass wir morgen noch etwas Vernünftiges zu essen bzw. zum Fahren haben. Wieso machen es nicht mehr Leute wie ihr hier? Wie könnte man eure Art von Landwirtschaft darstellen, wenn jemand kommt und es auch so machen möchte? Ich meine nicht nur das mit den Hügeln, sondern grundsätzlich die Mischkultur und all eure Experimente. DA: Wir sind überzeugt, dass in der Landwirtschaft irgendwann ein falscher Weg eingeschlagen worden ist. Dabei ist vieles an Wissen und Können verloren gegangen. Heute wird gar nicht mehr hinterfragt, ob nicht der falsche Weg eingeschlagen wurde. Das 48
setzt sich immer weiter fort, und es tauchen Probleme auf, die wieder mit Gewalt in den Griff zu kriegen versucht werden. Wir wollen hier ein Gedankengut pflegen, das schon seit Urzeiten existiert hat, es zumindest als Möglichkeit betrachten. Unsere Triebkraft ist der Gedanke, Lösungen und Antworten auf die zum Teil historisch bedingten Fehlentscheidungen und Fehlleistungen früherer Generationen – und deren Auswirkung auf die heutigen Konventionen – zu finden. UW: Man muss viel dabei denken, immer wieder probieren und noch unbekannte Dinge umzusetzen versuchen. Die meisten Bauern trauen sich nicht mehr, sich auf die Erde zu verlassen. Sie verlassen sich auf das Lagerhaus und auf synthetische Mittel, die in der Regel gegen etwas und nicht für etwas helfen. Sie arbeiten nach Rezepturen, die sie einmal gelernt haben. Das funktioniert etwa so: Es werden ohne vertiefende Beobachtungen drei oder vier Parameter angewendet und sonst wird nichts gedacht; fertig. Die Arbeit mit der Natur bedingt eine permanente Beobachtung. Man beobachtet und handelt oder lässt es bleiben. Der Berthold ist ein sehr gutes Beispiel dafür, und ist deshalb auch ein sehr guter Bio-Bauer. Er ist früher, als konventioneller Bauer, immer herumgefahren und hat geguckt und geguckt, konnte sich nie entscheiden und hat dann doch nicht gespritzt. Eigentlich war er ein konventioneller Bauer, der aber nicht zum Spritzmittel griff. Er hatte dann immer das Problem, wo er mit der Giftbrühe in seiner Spritze hin soll, da er sie ja nicht aufs Feld gebracht hat. Man kann das Zeugs nicht irgendwo hinkippen. Er hat es dann in Tonnenfässern gesammelt und fürs nächste Jahr aufgehoben. Aber dann passierte dasselbe wieder. Er hat wieder geguckt und geguckt und schliesslich wollte er doch nicht spritzen. Die modernen Landwirte, die gucken vielleicht auch, aber die gu cken auf den Terminkalender oder so was, nur nicht auf den Boden – und fahren dann los. Mir ist auch aufgefallen, dass du den Boden auffällig intensiv beobachtest, überall und selbst auf dem Mähdrescher. UW: Natürlich. Da wächst ja auch das Getreide und nicht in der Luft. In Holland wächst es in irgendwelchen Hütten, aber bei uns wächst es auf dem Boden. DA: Das ist ein Handwerk wie bei einem Schreiner, der sich sein Holzstück auch an 49
93 o. «Präparateturm» mit Rührk
Holperwege. Es dauert über eine St
die organischen Prozesse durch die
nen Augen gesehen. Die Erde wird wa
DA: Sagen wir es mal so: Es ist die
fluss auf die Erstgeborenen zu nehm
nicht ernst. Das wirkt auf die Mass
Ich bin auf Widerstände von zum Be
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119
121
121 Raffael, der Poitou-Esel 122 o.
126 o. Umweiden 126 u. Trieb durchs
MITTLER- WEILE IST ES DUNKEL geword
deklariertes Ziel hat: Zusammen mit
Noch schlimmer ist es, zu uns in di
DA: Es scheint so, als hätten die
Werkzeug dazu. Der Boden arbeitet a
leiben? UW: Landwirtschaft hat viel
neuen Mähdrescher kaufen musste. G
darüber gefreut. Dann hat er ein E
licherweise eine mangelhafte Qualit
Leuten gesprochen und den jungen Ha
verarscht werde und nehme das Billi
eine Bluna 48 oder ein Sinalco für
völlig akzeptabel. Gar keine Frage
UW: Es stirbt ja auch kein halber M
DA: Das war früher auch ein kleine
Beispiel, wie viel Stroh ein Weizen
haben sie abgesackt, lose verkauft
UW: Mit der Gerste ist es immer sch
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172 Leinbestand 174 Schwarzer Emmer
KLEINE WARENKUNDE DIRK APPEL 185
GERSTE derseits aber sehr zuverläs
Grab-Beigaben aus grauer Vorzeit er
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REZEPTE ERICA BÄNZIGER 201
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