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NEUES ESSEN No. 1

  • Text
  • Naturkost
  • Bio
  • Mischfruchtanbau
  • Lebensmittel
  • Demeter
  • Landwirtschaft
  • Gerste
In diesem Buch geht es um Wesentliches: Eine ursprüngliche, erfinderische, hochgesunde, ertragreiche und zukunftweisende Anbauweise von Agrarprodukten, die weit über Bio- und Demeter-Standards hinausgeht und zudem spannend ist wie ein Abenteuerroman, der gleichzeitig in der tiefen Vergangenheit, der prickelnden Gegenwart und dem Unbekannten künftiger Zeiten spielt. ISBN: 978-3-033-02144-0 EAN: 7640110517802 Verlag: NaturKraftWerke® Edition

guckt, damit er weiss,

guckt, damit er weiss, wo er die Säge am besten anlegen muss. Bei einer Spanplatte ist es ziemlich egal, wie ich sie schneide. So ist es auch in der Landwirtschaft. UW: Wir haben die vier Elemente; wir haben das Feuer, das Wasser, die Erde und die Luft. Ich habe als Bauer weder Einfluss auf das Wasser, das Feuer noch auf die Luft, ausser vielleicht mit meinen Abgasen. Aber am Boden kann ich arbeiten. Ich kann ihn mir anschauen und Entscheidungen treffen. Aber ich kann definitiv nicht Regen machen oder die Sonne scheinen lassen. DA: Der andere Punkt ist der Mut zur Fläche. Wir bearbeiten eine Fläche und nicht nur Randstreifen oder Versuchsparzellen. Mir fällt auch auf, dass hier alles gross ist. Man sieht Entschlossenheit und vermutet gewagte Entscheidungen, die ein grosses Risiko beinhalten. Ob es dann was wird oder nicht… UW: So lange sich die Erde dreht. DA: Richtig fürchterliche Einbrüche habe ich hier noch nie erlebt. Es gibt Sachen, die mehr versprechen und andere lässt man sein, weil es zu teuer ist, auf Grund der Spritkosten oder weil es mit dem Boden nicht funktioniert. Ich finde, man kann durchaus ein bisschen mutiger sein. UW: Das fehlt schon in der konventionellen Landwirtschaft: Die rechnen und sind geizig und meinen, es reiche von vorn bis hinten nicht. Ich verstehe das nicht. Geld haben wir hierzulande und damit die Möglichkeiten für Investitionen oder zum Schweissen usw. In Afrika ist es anders. DA: Mit dem Verzicht auf chemisch-synthetisches Spritzen spart man sehr viel Geld und schafft sich dadurch Freiräume. Wenn man sich auf die grossen Gebärden nicht einlässt, mit Schleppern, die schnell mal 200 bis 300 Tausend Euros kosten… Man fragt sich in der Tat manchmal, mit welchen Körnern die Bauern das bezahlen wollen. Sie müssen dann die Zinsen zahlen und so stehen sie unter einem grossen Leistungsdruck. Und deshalb ist es eine Katastrophe, wenn sie mal eine Handvoll weniger Körner vom Acker holen. UW: So gesehen ist der heutige konventionelle Bauer auch gar nicht so geizig. Sie be- 50

zahlen den Sprit, der ganz schön teuer geworden ist. Ich wäre da geizig. Die Landwirtschaft ist ja eigentlich etwas Autarkes. Es ist ein Organismus. DA: Nah an der Urproduktion, aus sich selber heraus. Landwirtschaft ist also die Urproduktion. Ohne Landwirtschaft gibt es nichts mehr zum Essen. Es gibt doch die Idee, dass man auch im Labor Essen herstellen kann ... DA: Die moderne Landwirtschaft ist zum Ressourcenverschwender geworden. Wenn gesagt wird, dass die Ökos ca. ein Drittel weniger von der Fläche holen – was zumindest nicht generell gilt – dann muss man aber auch den Aufwand der konventionellen Landwirtschaft gegenrechnen! Für das, was da an Stickstoff, Spritzmittel und Kraftstoff draufgeschmissen wird, ist es ja das Mindeste, dass ein paar Körner mehr heraus kommen. wenn die nicht mehr runterholen würden als wir, wäre das ja fürchterlich. UW: Da muss ja auch viel weggeschmissen werden. Wenn ich mein Getreide in den Handel gebe, in einen Kanal, ist es mir wichtig, dass damit ordentlich umgegangen wird und nichts weggeworfen wird. Ich habe über 2000 Bilder gemacht von deinen Feldern, quasi im Rausch und aus Begeisterung. Hinterher stellte ich fest, dass auf keinem dieser Bilder etwas Krankes ersichtlich wird; nichts Eingefallenes, Verpilztes oder Verkümmertes. Es ist alles prächtig und prall. Ich hab angefangen, interessierte Leute darauf hinzuweisen und das hat alle echt platt gemacht. UW: Die Natur macht das halt so! Wenn ich das in meinem Garten mache, wobei ich alles viel lockerer nehme, sieht es nicht so aus. Der konventionelle Landwirt hat doch auch etwas Angst vor der Natur: Parasiten, Käfer, Blattläuse, Unwetter, Verwilderung. UW: Vor der Normalität hat er Angst. Euch gelingt das einfach auch. Gibt es ein spezielles 51

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