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NEUES ESSEN No. 1

  • Text
  • Naturkost
  • Bio
  • Mischfruchtanbau
  • Lebensmittel
  • Demeter
  • Landwirtschaft
  • Gerste
In diesem Buch geht es um Wesentliches: Eine ursprüngliche, erfinderische, hochgesunde, ertragreiche und zukunftweisende Anbauweise von Agrarprodukten, die weit über Bio- und Demeter-Standards hinausgeht und zudem spannend ist wie ein Abenteuerroman, der gleichzeitig in der tiefen Vergangenheit, der prickelnden Gegenwart und dem Unbekannten künftiger Zeiten spielt. ISBN: 978-3-033-02144-0 EAN: 7640110517802 Verlag: NaturKraftWerke® Edition

putt gemacht wird und

putt gemacht wird und die Naturschutzfreaks kriegen später das Pflanzmaterial und dürfen renaturieren. Momentan geht es mit den Hecken so. Die Hecken werden von den Landwirten mit den Maschinen niedergemacht, weil sie dafür Deckungsbeiträge einfahren können. Sie werden von der Gemeinde engagiert und fahren dann mit ihren hochgestellten Mulchgeräten 30 an der Hecke entlang und hauen alles kurz und klein. Ich rechne mal damit, dass in spätestens zehn bis fünfzehn Jahren die Hecken eingehen, weil sie das nicht vertragen. Die brauchen einen sauberen Schnitt. Wenn schon, dann einen schonenden Schnitt, aber sicher nicht dieses Abfräsen. In ein paar Jahren möchte man wieder was Neues: Dann schickt man BUND 31 und wie sie alle heissen raus. Sie kriegen vom Minister ein Bäumchen mit Handschlag überreicht und dies dürfen sie dann ehrenamtlich pflanzen. So wird die nächste Runde eingeläutet. Ihr habt 2006 den 1. Preis «Förderpreis Naturschutzhöfe» erhalten. Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, euch anzumelden? UW: Wir waren gerade in der Kaffeepause, als jemand davon erzählt hat, oder es stand in der Zeitung, die auch überall herumliegt. Ich kann mich erinnern, wie ich gesagt habe: «Wenn wir da mitmachen, dann gehen wir aufs Treppchen. Sonst lassen wir es gleich sein. Das wäre Blödsinn und Heissluft.» Wir wollen nicht einfach halbwegs ordentlich Landbau betreiben und mit unseren Ideen rumhängen, Getreide anpflanzen und Bienen-, Baum- und Heckenpflege machen, sondern wir wollen das auch sinnvoll vermitteln. Salopp ausgedrückt, kann man es so sagen: Dirk hat die Sau für den Wettbewerb dressiert, und dann haben wir sie vorgestellt und sie hat beeindruckt. Und wie lief das ab? UW: Das ging los mit einer Ausschreibung. Sie wollten den Betriebsspiegel, wer da alles arbeitet, welche Kulturen wir anpflanzen, auf welchen Flächen, in welcher Region. Sie wollten wissen, was hier typisch sei und ob es hierhin passe, ob wir Fische auf dem Trockenen züchten oder so etwas, weil es dafür wahrscheinlich auch irgendeinen Preis gibt. Dirk hat dann alles zusammengetragen, was hier auf dem Hof läuft. DA: Das Spannende war, dass dieser Preis nicht auf Öko-Landbau beschränkt war. 60

Dies sahen wir als Herausforderung an, denn es gibt auch den Seehofer-Preis, mit dem der beste Öko-Hof ausgezeichnet wird auf der Grünen Woche in Berlin. Das war etwas Neues, denn so war diese Hürde nicht eingebaut, sondern alle wurden gleich behandelt. Aufgrund der eingereichten Papiere wurde eine Vorauswahl getroffen, und die Jury ist zwei- oder dreimal gekommen, um sich alles genau anzuschauen. UW: Ursprünglich gab es vier- oder fünfhundert Kandidaten und die Frage war, wie viele Bauern überhaupt Interesse an so etwas haben. 240 Betriebe bundesweit kamen dann in die erste Ausscheidung. Die wurden nochmals angeschrieben und man musste wiederum alles detailliert einreichen. Dann war eine Kommission unterwegs und die haben sich alles angeguckt. Am Anfang waren das nur etwa drei Leute. Die haben sich alle Höfe angeschaut und haben dann etwa zwanzig bis dreissig Kandidaten für die engere Auswahl ausgesucht. Die sind hier rummarschiert und ich hab ihnen alles gezeigt. Sie hatten relativ wenig Zeit, waren aber nicht unwissend. Sie haben genau und überall geguckt, aber doch eher oberflächlich. Nachdem wir in die engere Auswahl gekommen waren, kam der Fotograf. Bilder wurden nur von den Höfen gemacht, die in der engeren Auswahl waren. Dann kam eine grosse Kommission: Leute vom Bauernverband, das Ministerium, die Frankfurter Rundschau, die Presse usw. Die haben sich mehr Zeit genommen und sind mit dem Anhänger mit Tisch und Tee drauf draussen herumgefahren und haben so alles Mögliche abgeklappert, sind über Felder marschiert und haben alles angeschaut, was im Getreide wächst. Es war spannend, weil ich auch nicht alle Pflanzen kenne, die da wachsen. Es war witzig, denn da kamen Leute, die Biologie studiert hatten und entdeckten Pflanzen, die sie auch nicht kannten. Dann kamen diese Fragen: «Was ist das, passt das hierher?» oder «Ist das nicht schon ausgestorben?» Da wurde es richtig interessant. Sie haben viele Pflanzen entdeckt, die ihrer Meinung nach in der Landwirtschaft gar nicht mehr vorkommen. Für uns war klar, dass wir ziemlich weit vorne mitmischen. Es gab dann Verzögerungen, weil der Preis zum ersten Mal ausgeschrieben war und sie noch den Modus geändert haben. Ursprünglich war gedacht, dass es einen ersten, zweiten und dritten Platz sowie neun Anerkennungen zu vergeben gibt. Dann 61