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NK 01_2017

16 MM: Und die Männer

16 MM: Und die Männer brauchen sich nicht mehr zu kümmern und können deshalb weiter Karriere machen? Sabine Asgodom: Die Entwicklung läuft gerade andersherum. Immer mehr, vor allem jüngere Männer, spüren ihre Einseitigkeit sehr schmerzhaft. Sie wollen nicht mehr darauf verzichten, ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Sie haben keine Lust, sich totzuschuften. Sie wissen, dass Leben mehr als Arbeit ist. Und sie wollen dieses Leben genießen. Ich glaube, dass Frauen da wunderbare Partner heranwachsen, für eine wirkliche Verteilung von Arbeit, sozialem Engagement und Lebensfreude. DIE ZEHN HÄUFIGSTEN KARRIERE-FALLEN FÜR FRAUEN: Die Bescheidenheits-Falle ❙ Wer bin ich schon, was kann ich schon? ❙ Das ist doch nichts Besonderes! ❙ Ich glaub, das kann ich nicht. Die Strategie-Falle ❙ Ich kann das doch nicht nur machen, damit ich das oder das erreiche. Also, ich will mich nicht verbiegen. Die Einzelkämpfer-Falle ❙ Ich muss das allein schaffen. ❙ Ich darf mir nicht helfen lassen. ❙ Da muss ich durch. Die Leistungs-Falle ❙ Wenn ich noch besser werde, dann bekomme ich, was ich möchte. ❙ Noch länger arbeiten, noch effektiver werden. Die Aschenputtel-Falle ❙ Wer erhört mich, wer gibt mir eine Chance? ❙ Warum fragt mich niemand, ob ich es werden möchte? Die Hochstapler-Falle ❙ Irgendwann werden die anderen merken, dass ich das gar nicht kann, was ich hier mache. Die Perfektions-Falle ❙ Solange meine Arbeit nicht hundertprozentig ist, gebe ich sie nicht ab. ❙ Mein Konzept ist nicht gut genug, ich muss noch mal drüber gehen. ❙ Ach, das war doch nichts Besonderes. Die Energieräuber-Falle ❙ Aber gerne helfe ich dir. ❙ Klar kümmere ich mich darum. ❙ Legen Sie es mir einfach hin. ❙ Natürlich komme ich am Wochenende rein. Die Eigentlich-Falle ❙ Eigentlich würde ich ja gern wieder arbeiten, aber mein Mann möchte das nicht. ❙ Kann ich ja nicht wegen der Kinder, müsste ich ja umziehen, müsste ich mich ja bewerben, müsste ich ja … Die Märchenprinz-Falle ❙ Wozu soll ich überhaupt Karriere machen, wer weiß, ob nicht bald mein Märchenprinz kommt, dann brauche ich gar nicht mehr zu arbeiten? ❙ Ich suche mir lieber einen anspruchslosen Job, den kann ich dann später besser mit Kindern vereinbaren. 01.2017

17 STIMME IST ENTSCHEIDEND Nicola Tiggeler spricht die bedeutsame Rolle der Frau in der Gesellschaft. Nie zuvor war die Debatte um Frauen derart groß – nie zuvor hatten Frauen in der Gesellschaft so viele Chancen zur Selbstverwirklichung. MoneyMaker: Frauen ein Gehör zu verschaffen ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Stoßen Sie auch auf Widerstand mit Ihrer Arbeit? Reagieren vor allem Frauen auf Themen wie das der Stimme? Nicola Tiggeler: Ich erlebe häufig, dass insbesondere Frauen eigene Widerstände entwickeln. Ängste sind auch ein großes Thema, manchmal sogar eine Art Behinderung. Das kommt gar nicht unbedingt nur von außen. Frauen steigern sich oft in Dinge hinein und sind stärker betroffen, wesentlich mehr als Männer. Angst, dass die Kom pe ten zen nicht ausreichen, sich kein Gehör verschaffen zu können. Und nicht selten stim men die in neren und äußeren Kom petenzen nicht mehr überein. MM: Bemerken Sie denn gravierende Unterschiede zwischen Män nern und Frauen? Nicola Tiggeler: Männer neigen eher zur Selbstüberschätzung – das ist nicht despektierlich gemeint, sondern ist wirklich die Erfahrung meiner Praxis. Hinzu kommt der Wunsch nach Perfektion, der sich oft als hinderlich zeigt. Es ist leider Fakt, dass vor allem Frauen in Stresssituationen keine angenehme Akustik haben. Ich habe mit Damen aus Vorständen gesprochen, die sich nicht gehört fühlen. Inhaltlich natürlich schon, nur stimmlich nicht. MM: Worauf kommt es denn maßgeblich an? Nicola Tiggeler: Die Fähigkeiten ruhig zu bleiben und angenehm in der Stimme, vor allem auch im punkto Zutrauen zu sich selbst. Jeder muss sich zugestehen auch einmal laut sein zu dürfen. Mit der Stimme spielen und sich Gehör verschaffen ist der beste Ansatz. MM: An welchem Punkt fangen die Menschen bei den Coachings denn eher an? An welcher Stelle steht die Stimme? Nicola Tiggeler: Es ist viel leichter sich anfänglich um die Optik zu kümmern. Auch Körpersprachetraining tut nicht weh. Die Stimme steht nicht unbedingt immer an erster Stelle. Wenn man sich wirklich auf die Beschäftigung mit der Stimme und der Körpersprache einlässt, ist das eine intensive Beschäftigung mit sich selbst. Und das ist für manche unangenehm – sie müssen wirklich lernen ihre Grenzen auszuweiten. Der Umgang mit der Stimme ist ein sehr persönlicher Vorgang. MM: Wird die Stimme und deren Optimierung noch vernachlässigt? Nicola Tiggeler: Es kommt allmählich stärker ins Bewusstsein. Der berühmte erste Eindruck ist zwar ausschlaggebend, aber dann folgt die Stimme – da liegt häufig der Knackpunkt. Die Impulse zu erkennen, Möglichkeiten und Not wendigkeiten am Stimmund Sprechverhalten etwas ändern zu müssen, sind eher weibliche Qualitäten. Männer finden sich per se bezüglich der Stimme großartig. Frauen nutzen die Chancen eher. MM: Gibt es denn für jede Stimme ein Optimierungspotenzial? Nicola Tiggeler: „Die Stimme geht schon irgendwie“ ist die Denke vieler. Dabei ist in jeder Stimme ein Optimierungspotenzial vorhanden. Es ist ein Handwerk, das eine komplette Veränderung mitbringen kann. Sie werden sich mit dem passenden Training ihrer selbst bewusster, die Selbstwahrnehmung ist eine andere. Es kann unglaublich schnell zielführend sein, sich mit der Stimme zu beschäftigen. MM: Es würde doch sicherlich mehr in alltägliche Leben ändern, wenn der Umgang mit der Stimme bewusster wäre. Nicola Tiggeler: Wenn es nach mir ginge, wäre es ein Schulfach! Wenn man Eindruck hinterlassen will, ist eine angenehme Akustik der Gewinn. ♦ Nicola Tiggeler woman

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Network-Karriere / Ausgabe 10/14 - "10 Jahre"

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