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NK 01_2017

22 AUF

22 AUF „STÖCKELSCHUHEN“ DEN EIGENEN WEG GEHEN Das Thema Berufstätigkeit von Müttern ist in aller Munde. Leider benennt keine dieser Diskussionen die Zweifel der Frauen selbst. Was hält sie auf dem Weg in Führungspositionen auf? Wie können sie zu mehr Zufriedenheit gelangen, ohne sich in fremde oder gesellschaftliche Erwartungen zu fügen? Oft spielen ausgediente Glaubenssätze eine Rolle, die den Frauen als Hemmschuhe an den Füßen kleben und die Lebensplanung dominieren. In zehn Schritten kann jede Mutter diese Hemmschuhe abstreifen und selbstbestimmt – auf „Stöckelschuhen“ – ihren eigenen Weg gehen und zu mehr Zufriedenheit gelangen. Schritt 1: Was will ich eigentlich? Der Weg zu den eigenen Zielen und Wünschen Viele Mütter stellen mit der Geburt des ersten Kindes ihre eigenen Wünsche hinten an und definieren ein dominierendes Ziel darin, in der Familie für Harmonie und reibungslose Organisation zu sorgen. Als Coach höre ich dann irgendwann den Satz: „Ich will das so nicht mehr!“ Die spannendere Frage ist: „Was will ich eigentlich?“ Hier gilt es, sämtliche gedankliche Limitationen und vermeintliche Hindernisse auszublenden und sich ein Ideal-Szenario vorzustellen. Auch Partner und Kind dürfen einmal „weggedacht“ werden, um den eigenen Bedürfnissen und Wünschen auf die Spur zu kommen. Schritt 2: Die Hemmschuhe erkennen – Ausgediente Glaubenssätze und wie sie uns ausbremsen Wenn das ideale Zielbild steht, fragen wir uns, warum wir es bisher noch nicht realisiert haben oder uns die Realisierung nicht erlaubt haben. Dahinter stehen oft ausgediente Glau benssätze, die wir z. B. von unseren Müttern „geerbt“ haben oder die wir uns aus gesellschaftlichen Ansprüchen aufladen. Eine sehr gute Übung ist es, den Satz Den Rückenwind in einen kleinen Orkan verwandeln! „Mein Ziel xy kann ich nicht verwirklichen, weil ...“ zu vervollständigen. Wir entdecken hier viele Sätze mit „Ich kann nicht“, „Ich darf nicht“, „Ich muss“, die uns zu unseren Glaubenssätzen führen. Schritt 3: Bereit für die Stöckelschuhe? – Neue Glaubenssätze entwickeln Diese limitierenden Glaubenssätze können wir nun in neue positive umwandeln. Dies erfordert viel Arbeit, denn was wir über Jahre hinweg gehegt und gepflegt haben, soll nun nicht mehr gut sein? Es gilt nun, die neuen Glaubenssätze täglich durch Rituale zu kultivieren und zu beleben, z. B. indem wir bewusst „Nein“ sagen, mehr loslassen, delegieren, uns Zeit für uns selbst nehmen, Erwartungen klar formulieren etc. Statt Hemmschuhe beginnen wir Stöckelschuhe zu tragen. 01.2017

23 Schritt 4: Welche Modellrichtung passt zu mir? – Visionen formulieren Da Familie und Kinder im Leben von Müttern oft die Hauptrolle übernommen haben, genügen neue Glaubenssätze alleine nicht. Es ist wichtig, für jeden Lebensbereich eine Vision zu haben, z. B. eine berufliche und eine private Vision und gegebenenfalls Visionen für mir wichtige Lebensbereiche wie etwa Gesundheit, Freunde etc. Nur so stelle ich die Lebensbereiche gleichberechtigt nebeneinander und erlaube keinem Bereich, den anderen zu dominieren (wie z. B. die Familie den Beruf). Schritt 5: Auf ins Schuhgeschäft: Stöbern, probieren, kaufen! – Ziele definieren Im nächsten Schritt werden wir handlungsfähig, denn wir brechen unsere Visionen auf konkrete Ziele herunter. Wichtig ist es hier, sich ein wenig aus der eigenen Komfortzone zu bewegen, die Ziele zwar hoch, aber erreichbar zu stecken. Schritt 6: Wild entschlossen auf den neuen Schuhen zu laufen! – Das Ziel verfestigen und zur fixen Idee machen! Wenn wir unsere Ziele definiert haben, müssen wir bin nen 72 Stunden beginnen, daran zu arbeiten, damit wir sie nicht als schöne Idee im Schrank stehen lassen. Es ist hilfreich, sich ab sofort so zu verhalten, als hätten wir unser Ziel bereits erreicht. Wenn ich beispielsweise den Start in die Selbstständigkeit beschlossen habe, dann sollte ich mich ab heute wie ein Selbstständiger verhalten und z. B. kontakten und netzwerken. Schritt 7: Schritt für Schritt zum sicheren Gang – Den besten Weg zum Ziel finden Beim Herunterbrechen unserer Ziele auf Etappenziele sollten wir genau in uns hinein horchen, wie wir bisher Ziele am besten erreicht haben. Manche Frauen brauchen gleich das große Ziel und arbeiten Tag und Nacht daran, andere brauchen mehr den Erfolg der kleinen Schritte. Egal ob Sie gleich auf High Heels oder erst auf etwas flacheren Absätzen loslaufen, laufen Sie! Erstellen Sie statt To-Do-Listen eine Not-To-Do-Liste mit Dingen, die Sie von der Verwirklichung Ihrer Ziele abhalten. Davon gibt es im Leben einer Mutter mehr als genug. Schritt 8: Die neuen Schuhe verteidigen – Dranbleiben und Drinbleiben trotz Selbstzweifeln und Fremdzweiflern In unserer von Defizit-Denkern geprägten Gesellschaft heißt es nun positiv zu denken, den Fokus auf das zu richten, was wir bereits erreicht haben und nicht auf das Fehlende. Nur so gelingt es mir, Selbstzweifel zu besiegen und mich nicht von Fremdzweiflern bremsen zu lassen. Oft sind Fremdzweifler in unserem engsten Umfeld zu finden, z. B. der eigene Partner, der die Veränderung scheut, Freundinnen, die ein anderes Lebensmodell favorisieren etc. Schritt 9: Geschafft! Die ersten erfolgreichen Schritte – Den Plan umsetzen, weiterlaufen, Erfolge feiern Nun gilt es, den Rückenwind in einen kleinen Orkan zu verwandeln und jeden auch noch so winzigen Erfolg zu feiern! Und wenn Gegenwind auftritt, ist Aufgeben oder eine radikale Kurskorrektur erst beim nächsten Etappenziel erlaubt. Oft hat sich das Problem wie z. B. ein krankes Kind, ein unzuverlässiger Babysitter, ein Kita-Streik etc. bis dahin nämlich bereits erledigt. Schritt 10: Maßgeschneidert! Das ultimative Schuhmodell – Die Feinsteuerung der eigenen Pläne Im letzten Schritt, nachdem wir bereits einige Meter auf unserem neuen Weg gegangen sind, können wir nun in Ruhe feinsteuern und unsere Pläne optimieren, z. B. das Arbeitszeitmodell ändern, die Kinderbetreuung optimieren, die Zeit für den Partner bewusster planen etc. Ab jetzt laufen wir und feilen nur noch an unserem grazilen Gang. ♦ Katrin Seifarth woman

NETWORK-KARRIERE

Network-Karriere / Ausgabe 10/14 - "10 Jahre"

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