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NK 01_2020

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24 BRANCHE STICHPROBE

24 BRANCHE STICHPROBE BEI PAYBACK UND DEUTSCHLANDCARD AdobeStock/© photoschmidt Dutzende Firmen um mehr als die Hälfte. Der günstigste Händler verlangte sogar mit 24,75 Euro weniger als ein Drittel des Payback-Preises. Und so etwas kann Kunden doppelt kosten: Punkte und Geld. Wer zum Beispiel für das Trikot 1.000 Payback-Punkte (zehn Euro) einsetzte und 69,99 Euro zuzahlte, berappte nicht nur 45,24 Euro mehr als beim günstigsten Händler. Obendrein lös- Verpuffungsgefahr im Prämien-Shop! Wer mühsam gesammelte Payback- und DeutschlandCard-Punkte einlösen will, sollte vorher tunlichst die Preise der Prämien bei anderen Händlern vergleichen. Andernfalls droht der sinnlose Einsatz von geldwerten Punkten. Das zeigen Stichproben der Verbraucherzentrale NRW. In der Spitze war ein Verlust von mehr als 200 Euro drin. Es ist die Nerv-Frage an der Kasse: „Haben Sie eine Payback- Karte?“ heißt es etwa bei Rewe und Real. Edeka und Netto wiederum erkundigen sich regelmäßig nach der DeutschlandCard. Auch an Tankstellen und in Drogerien entgehen Kunden der Frage nicht. In hunderten Online-Shops lassen sich mittlerweile die Karten einsetzen. Selbst Geldanlagen, Zeitungs-Abos und Handyverträge liefern Punkte fürs Konto. Kundendaten gegen Prozente, so lautet das Geschäftsmodell der Betreiber. Mit Kaufprofilen, die sich aus den Einsätzen der Karte ergeben, wird passgenaue Werbung generiert. Und die soll zu weiteren Käufen verleiten. Ein Erfolgsmodell. So bringt Payback hierzulande „30 Millionen aktive Nutzer“ an die Kassen, „mehr als 20 Millionen“ zählt Deutschland- Card. Und die shoppen fleißig für Punkte. Das Problem nur: Es fließen zwar reichlich Daten zu den Firmen, aber zumeist nur spärliche Prozente zurück. Punkteverpuffung im Prämien- Shop Mit Ausnahme von Sonderaktionen bei einzelnen Partnern und Produkten gibt es üblicherweise für zwei Euro Einkaufswert einen Punkt. Das ist ein Rabatt von gerademal einem halben Prozent. Deshalb ist das Hauptziel der Shoppingtouren mit Punkten oft kaum finanzierbar: „attraktive Prämien“, feilgeboten in den prall gefüllten Shops der beiden Bonusprogramme – vom Toaster und Navi über Mixer und Handy bis zum Hundenapf. In den Prämiens-Sops wir d jeder Punkt in einen Cent zurück verwandelt. Allerdings mussten Kunden lange daran stricken, sich etwa die Nähmaschine „Promise 1409“ gönnen zu können. Mit 121,99 Euro hatte Payback diese Maschine ausgepreist, was exakt 12.199 Punkten entspricht. Im Klartext: Ohne Sonderaktionen musste vorab für mehr als 24.000 Euro bei Payback-Partnern eingekauft worden sein. Das schafft natürlich kaum jemand, zumal nicht verbrauchte Punkte schon nach drei Jahren verfallen. Aus diesem Grund wurde das Modell der Zuzahlung erdacht. Wer einen Artikel bei Payback begehrt, benötigt lediglich eine Mindestzahl von 200 Punkten (gleich zwei Euro) – und kann den Rest in Euro dazu berappen. Auf diese Art gab’s die „Promise 1409“ bereits ab 200 Punkten plus 119,99 Euro. Wer mehr Punkte einsetzt, verringert den Euro-Zuschuss. DeutschlandCard hingegen arbeitet bei der Einlösung mit variablen Mischungen. Bisweilen, wie bei einem Soundsystem, wird die volle Punktezahl aufgerufen. Öfter allerdings gilt: Es braucht „200 Punkte + 97,99 Euro“ Zuzahlung für einen Laubsauger oder „5.000 Punkte + 229 Euro“ für einen Edel-Toaster. Mehr Punkte einzusetzen, ist immer erlaubt. Doch Stichproben der Verbraucherzentrale in beiden Shops entlarvten die Preise vieler Prämien als wahre Punktekiller. Die Tester bemühten dazu Preissuchmaschinen und verglichen deren Bestan- AdobeStock/© Drobot Dean gebote (inklusive Versandkosten) mit Offerten der beiden Prämien-Shops – jedenfalls dann, wenn die Prämien überhaupt noch im Handel und sie eindeutig zu identifizieren waren. Diese Vergleichs-Hindernisse betrafen diverse Angebote. Zwar lag eine Reihe von Prämien in beiden Shops auf Bestpreis-Niveau. Das war bei Payback auch einer „Sommerschluss“-Aktion geschuldet, bei der auf zahlreiche Prämien „bis zu 85 Prozent“ Rabatt gewährt wurde. Dessen ungeachtet fanden die Tester ohne Mühe jeweils 50 Artikel, die zum Teil deutlich teurer waren als im Handel. Das im Shop von Payback inspizierte 50er-Paket kostete fast 7.600 Euro. In toto war das fast ein Viertel mehr als die rund 6.150 Euro, die beim Kauf im Shop des jeweils günstigsten Händlers anfielen. Im DeutschlandCard-Shop kam das Paket sogar ein Drittel teurer: mehr als 3.700 Euro gegenüber gut 2.700 Euro. Bei einzelnen Prämien fiel die Differenz besonders heftig aus. DeutschlandCard offerierte eine Slackline für Kletterer („ab 600 Punkte + 57,24 Euro“) – gut doppelt so teuer wie ein Internethändler (31,22 Euro). Ähnlich sah es bei einer Armbanduhr für Herren aus. Auch bei Payback über traf ein Brettspiel (39,99 Euro) den Alternativpreis (18,99 Euro) um mehr als das Doppelte. Eine besonders üble Preis-Grätsche erwischte Fußballfans. Ein „DFB Home 2018“-Trikot (XL) für 79,99 Euro unterboten gleich ten sich die geldwerten 1.000 Sammelpunkte in Luft auf. Absolut am dramatischsten im Check war die Lage bei einem iPhone X (999 Euro) im Payback-Shop. Bei einem angenommenen Einsatz von 1.000 Punkten (zehn Euro) betrug der Gesamt-Preisunterschied zum billigsten Händler mehr als 200 Euro. Solche Prämien fordern geradezu Nibelungentreue zu den Bonusprogrammen. Bereits die Sammelphase macht die beiden schärfsten Einkaufswaffen der Kunden stumpf. Wer zum Punktesammeln stets denselben Supermarkt oder dieselbe Drogerie nutzt, vernachlässigt den Blick zur Konkurrenz – und deren oftmals besseren Angebote. Obendrein bremsen Händler zaghafte Feilschversuche gern aus: mit einem Verweis auf die Bonuskarte. Dabei bewiesen Stichproben der Verbraucherzentrale über viele Jahre die Wirksamkeit der klaren Frage: „Ist da noch etwas im Preis drin?“ Die Antwort: durchschnittlich zehn Prozent in jedem zweiten Fall. Das endgültige Treue-Debakel droht schließlich im Prämienshop mit Artikeln wie dem iPhone X. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale, solche Verlust- und Verpuffungsfallen systematisch aufzuspüren. Vor jeder Einlösung – ob mit oder ohne Zuzahlung – sollten Punktesammler die Prämien durch mindestens eine Preissuchmaschine laufen lassen. Offenbart die Suche ein günstigeres Alternativangebot, sollte die Entschärfung eingeleitet werden: die Auszahlung der Punkte aufs Konto. Verbraucherzentrale NRW 01.2020 AdobeStock/© Payback-Karte

TRAINING 25 WENN ICH EIN SIEGERTYP WÄRE, DANN … Ausreden umgeben uns jeden Tag, leben geht es viel um Leistungsstei- mehr oder weniger bewusst: im gro- gerung. Doch der „Höher-Schnel- ßen Umfeld von Politikern, Mächti- ler-Weiter!“-Wahn kommt an seine gen, Entscheidern oder im kleinen Grenzen. Wir müssen umdenken: Umfeld von Partnern, Kindern, El- Klima, Energie, Umwelt – das ist tern, Freunden, Vorgesetzten oder schon vielen bewusst. Deswegen Mitarbeitern. Die Ausreden der an- gilt in Zukunft: flexibler, klarer, tiefer. deren sind leicht zu erkennen, un- Weniger besser sein, mehr anders sere eigenen sehr schwer einzuse- sein. Also: Sie müssen kein „Wett- hen. Doch um genau diese geht es. kämpfer“ sein – Sie müssen ein „Aus- Daher möchte ich Ihnen etwas Be- reden-Bezwinger-Typ“ sein. Beob- sonderes mitgeben, eine Art „Ausredenüberwindungs-Workshop“. Der funktioniert so: Als Erstes geht es um das Erkennen von Ausreden, dann um das geistige Umformulieren und schließlich um den Zustand der Transformation. Vor meinem Unfall war ich Leistungssportler, nicht nur im Tun, sondern auch im Herzen. Ich paarte im Tennis diese absolute Hingabe an diesen Sport, den ich liebte, mit einer extremen Leistungsbereitschaft. Denn körperliches Austoben tat mir gut, sehr gut sogar. Irgendwo habe ich gelesen: Blutgruppe 0 muss Sport treiben, die Blutgruppen A und B können es – und ich bin Blutgruppe 0. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber für mich fühlt es sich so an. Auf jeden Fall ist mir der durch den Sport entwickelte Willen als grund- europäischen Rollstuhlrugby- Spieler gewählt. 1999 gehörte ich zum deutschen Team, und wir wurden Vi- AdobeStock/© photoschmidt musste ich sogar die Polizei rufen, weil BUCHTIPP: Steh auf! Das Ende aller Ausreden Verlag: Econ, 25,00 Euro, 304 Seiten ISBN-13 9783430210140 legende Philosophie jenseits des zeeuropameister. Im Jahr 2000 durf- ich mich in einem schmalen Sports geblieben. te ich zu den Paralympics nach Leistung transformieren Weg an einem Hang festgefahren Das Prinzip „Lust auf Leistung“ blieb Sydney und wurde dort ins Sport- Für mich galt es, auch das Thema hatte. Diesen Typen in mir habe ich mir nach dem Unfall erhalten. Denn studio zu einem Live-Interview ein- Sport und Leistung mit der Zeit zu noch nicht ganz transformiert, aber achten Sie sich noch genauer. Wor- nicht jedem schweren Unfallopfer geladen. transformieren. Heute halte ich mich ich bin dran. Wir werden langsam aus ziehen Sie Energie? Im Sieg gelingt es, sich dieses innere Feuer So weit, so gut. Doch jetzt verrate mit Krafttraining und Handbike-Fah- Freunde, und auch dieser Prozess über andere? Das erkennen Sie wieder anzuzünden. Der Transfer ich Ihnen ein Geheimnis: Ich siege ren fit. Natürlich erfordert auch das bringt Freude. auch daran, wie sehr es Sie freut, der Idee hinter dem Sport in den nicht gerne über andere, ich bin kein eine gewisse Konsequenz. Denn im wenn anderen etwas nicht gelingt. Alltag ist mir dankenswerterweise Wettkämpfer, ich generiere keine Fitnessstudio kostet es mich viel Flexibler, klarer, tiefer Oder ziehen Sie Energie aus dem gelungen. Energie beim Übertrumpfen von Zeit und Aufwand, vom Rolli auf die Früher ging es ums Steigern, heute Sieg über sich selbst? Lernen Sie, Denn Selbstmitleid und Verbitterung anderen, auch wenn sich vieles so Geräte auf- und abzusteigen. Ich geht es ums Erhalten. Hier bin ich wie inspirierend es ist, sich seinem sind ebenso große Gefahren wie die liest: Ich habe mich schon des Öfte- spüre bei jedem Training, mit wel- noch nicht bei der unbewussten früheren Ich überlegen zu fühlen. Resignation der Umwelt, die mit ei- ren dabei ertappt, wie ich mich für chem Respekt meine Bemühungen Kompetenz angelangt, doch ich bin Nutzen Sie den Vergleich mit ande- nem Zuviel an Hilfe die Eigeninitiati- andere mitfreute, wenn sie Kraft aus gesehen werden. Manche allerdings auf dem Weg. Auch im Wirtschafts- ren als reine Entwicklungshilfe. ve erstickt. Ich bin meinem Großva- einem Sieg zogen – sogar, wenn sie schauen mich eher mitleidig an: Für ter und meinen Mentoren heute gegen mich gewonnen hatten. Wett- sie bin ich ihr personifizierter Alb- sehr dankbar: Sie achteten peinlich kämpfer tun das sicher nicht. Wett- traum. Doch für viele bin ich im Lauf genau darauf, dass ich mich in kämpfer vergleichen sich und wol- der Zeit zu einem Vorbild geworden. schwereren Wachstumsphasen nicht len andere übertrumpfen, der Bes- Immer wieder sagen Menschen zu in Zynismus oder Selbstmitleid er- te sein. Bei 100 Mitarbeitern kann mir: „Nachdem ich dich hier gese- götzte. Mein Opa, der den Krieg er- nur einer der Beste sein: ein Gewin- hen habe, gibt es für mich keine lebt hatte, kannte Menschen, die an ner, 99 Verlierer. Das Prinzip gefällt Ausrede mehr, nicht zu trainieren.“ ihrer aus dem Krieg mitgebrachten Behinderung innerlich zerbrochen mir nicht. Doch beim Prinzip „Werde der beste Mensch, der du sein Das freut mich. Meine Konsequenz bringt auch ein sehr wichtiges Er- VITA waren. Das war seine große Sorge, und deswegen gab er mir sehr klare kannst“ kann es 100 Gewinner geben – und das gefällt mir. gebnis für mich. Denn ohne dieses Training könnte ich die Reisebelas- Boris Grundl Feedbacks. Seine Mahnungen ta- Betrachten Sie deshalb bitte Wett- tungen und die Anstrengungen, die Boris Grundl durchlief eine Blitzkar- ten bisweilen weh, doch sie halfen bewerb als reine Entwicklungshilfe meine Arbeit als Coach und Spea- riere als angestellte Führungskraft und mir sehr. und nicht als Bedrohung oder als ker erfordern, niemals auf einem so machte sich 1999 als Führungsexperte selbstständig. Heute gehört Dominanzbestätigung – ganz gleich, hohen Niveau stemmen. er zu Europas Rednerelite. Er ist Managementtrainer, Unternehmer, 100 Gewinner ob intern oder extern. Sie müssen Da ich seit 29 Jahren alles mit Autor sowie Inhaber des Grundl Leadership Institut. Boris Grundl per- Also nahm ich den Leistungssport kein Wettkämpfer sein, Sie müssen Schultern und Armen mache, geht fektionierte die Kunst, sich selbst und andere auf höchstem Niveau wieder auf. Ich durfte um die Welt andere nicht besiegen. Werden Sie es heute mehr um allgemeine Fit- zu führen. Er ist ein gefragter Referent und Gastdozent an mehreren reisen und viel erleben: Toronto, einfach der beste Mensch, der Sie ness und nicht mehr um Leistungs- Universitäten. Tampa, Hongkong, Sydney. Das war sein können, und helfen Sie ande- steigerung. Trotzdem muss ich mich Er erforscht das Thema Verantwortung (www.verantwortungsindex.de) ein großes Geschenk. Fast neben- ren, dies auch für sich zu erreichen. beim Training immer wieder be- und gibt Schülern in Großvorträgen Impulse für ein eigenverantwort- bei wurde die Behinderung zur Seien Sie nicht besser, sondern an- wusst zurückpfeifen: Manches Mal, liches Leben. Seine Referenzen bestätigen seine Ausnahmestellung Selbstverständlichkeit. Ich erlebte ders – dann gibt es mehr Gewinner. wenn ich nicht aufpasse, kommt der unter den Spitzenreferenten. Keinem wird eine so hohe Authentizität eine tolle Zeit. 1996 wurde ich zum Besser sein heißt besiegen und Leistungssportler in mir durch. Er und Tiefgründigkeit bescheinigt. Er redet Klartext, bleibt dabei stets ersten Mal deutscher Vizemeister führt dazu, höher, schneller, weiter will schneller, höher, weiter. Er fährt humorvoll und bringt die Dinge präzise auf den Punkt. im Rollstuhlrugby und 1997 Deut- zu denken. Anders sein heißt Einzig- dann mit dem Handbike zu schnell www.grundl-institut.de scher Meister im Rollstuhltennis. Ein artigkeit und führt dazu, flexibler, den Berg hoch und will unbekann- Jahr später wurde ich zum besten klarer und tiefer zu denken. tes Gelände erforschen. Kürzlich

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Network-Karriere / Ausgabe 10/14 - "10 Jahre"

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