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NK 11_2016

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18 TITELINTERVIEW

18 TITELINTERVIEW NK: Wie kann man den digitalen Wann haben Sie gemerkt, dass Sie Segen ausbeuten? reif sind für eine Digital-Therapie? Anitra Eggler: Das Zauberwort heißt Anitra Eggler: Anfang 2009. Da „Zeit“ – das ist die wertvollste Wäh- habe ich Bilanz gezogen und mit rung unserer aktionistischen Sofort- Entsetzen festgestellt, dass ich be- ness-Gesellschaft, deshalb geizen reits 1,5 Jahre vermailt und 2,5 Jahre wir damit und leiden unter dem zer- versurft hatte. Heute weiß ich, dass mürbenden Gefühl, ständig im Zeit- ich mir und meinen damaligen Mit- Minus zu sein. Dabei ist Zeit der arbeitern viel Arbeits- und Lebens- Schlüssel zum Segen. Jeder muss zeit hätte sparen können, wenn ich Zeit investieren, um Zeit zu gewin- früher kritisch hinterfragt hätte, wie nen – das klingt paradox, aber es ich die digitalen Medien nutze, wie funktioniert. wir kommunizieren möchten und – noch wichtiger – wie nicht. NK: Was heißt das konkret? Anitra Eggler: Sie müssen Zeit in- NK: Vier Jahre im Netz – wie haben vestieren, um Ihre Geräte und Apps Sie das „geschafft“? so zu konfigurieren, dass sie Ihnen Anitra Eggler: Diese Frage habe ich das bringen, wofür die digitale Inno- mir auch gestellt. Ganz einfach: Ich vation angetreten ist: Zeitersparnis, war der schlimmste E-Mail-Saulus viele Dinge des Alltags und des Jobs und der größte Informations-Junkie, vereinfachen, Informationen und Wis- den Sie sich vorstellen können. High- sen besser managen und, ja, Menschen zusammenbringen, Meinun- speed-Kommunikation und Dauererreichbarkeit habe ich immer als Chancen, alles andere haben wir ignoriert. Wenn du in Goldrausch-Stim- der ungelesene Nachrichten da sind. Wir können nicht anders – wir wol- chen ins Nirwana googeln da plus die Dauerablenkung durch pseudo- Not wendigkeit, als Wettbewerbs vor- mung bist, fällt das auch leicht. Du len dann „nur mal kurz gucken“. Da- wichtige E-Mails oder Messenger- teil, als Synonym für Projektmana ge- arbeitest rund um die Uhr – und hast raus wird aber meistens „ziemlich Nachrichten, die „sofort“ beantwor- ment und Dienstleistertugend an- Spaß dabei. Man verwechselt sei- lang“. Unser Hirn ist süchtig nach die- tet werden müssen – und Sie kom- gesehen. nen Online- und Kommunikations- sen Glückserlebnissen. men auf einen beachtlichen Ar- Das hieß: To-Do-Listen Sams- aktionismus mit Produktivität. Ich beitszeitverlust. Kein Wunder, dass tagnacht, ständig online, auch selbst kommuniziere gerne und den- NK: Die Technologien, die uns die Leute dann glauben, sie müss- im Urlaub und im Morgen- ke schnell. Das habe ich vorgelebt schnel ler, produktiver und flexibler ten abends und am Wochenende grauen, ständig auf Dauer- und von meinen Mitarbeitern auch machen sollten, bewirken das Ge- nacharbeiten. recherche, ständig Grau- eingefordert. genteil? zonen optimierend, ständig Ich habe täglich bis 23 Uhr, 24 Uhr Anitra Eggler: Man lügt sich selbst NK: Ihr Tipp lautet also abschalten? kommunizierend, ständig gearbeitet und bin mit dem Handy in die Tasche. Fragt man die Leute, Anitra Eggler: Ja, Abschalten ist ex- fordernd, E-Mail als Syno- ins Bett. Niemand hat mich dazu wie oft sie pro Tag auf Facebook ge- trem wichtig. Ständig wird so getan, nym für Produktivität und gezwungen; ich wurde nicht ausge- hen, dann hört man in aller Regel: als sei Multitasking eine Karrieretu- Führung missbrauchend – beutet. Das kam aus mir selbst. Bis Naja, zweimal, vielleicht dreimal, im- gend. Sehen Sie sich Stellenanzei- das schien mir ganz normal ich nach über zehn Jahren erkannt mer nur für ein paar Minuten. Schaut gen an: Da wird nach der Krake ge- und mehr noch, es schien mir habe: Wenn wichtiger wird, dass man man sich dann die Mediadaten von sucht, die 666 Dinge auf einmal tun notwendig. Darunter haben meine kommuniziert, als WAS man kom- Facebook an, stellt man fest: Die kann. Das ist irre. © Anitra Eggler Leute gelitten – und meine Lebensqualität. Als Tageszeitungs-Redak- muniziert, ist das ist blinder Aktionismus. durchschnittliche Verweildauer eines Facebook-Nutzers beträgt zwanzig In meinen Augen zählt es heute zur unternehmerischen Verantwortung, teurin hatte ich in den 1990er-Jah- Minuten. Unsere Zeitwahrnehmung den Leuten zu sagen: Wir wollen gen austauschen und, wichtig, auch ren gelernt abzuschalten. Wenn die NK: Sie warnen vor der digitalen beim Nutzen sozialer Netzwerke ist keine ständige Erreichbarkeit. Stän- ganz einfach mal Spaß haben und Zeitung in Druck ist, defragmentiert Dauerablenkung. Warum? total verzerrt. Wenn ich dreimal am dige Erreichbarkeit ist für mich in- entspannen. man das Hirn, um Platz zu schaffen Anitra Eggler: Weil sie unsere Kon- Tag für zwanzig Minuten auf Face- zwischen Synonym für miserables für den nächsten Arbeitstag. Ohne zentrationsfähigkeit zerstört. Das ist book bin, macht das schon eine Zeitmanagement. Nur Sklaven sind NK: Das klingt kinderleicht. Wo ist diese Fähigkeit wäre ich ausgebrannt. ein gewaltiges Problem. Wenn ich Stunde. Rechnen Sie jetzt noch die ständig erreichbar. Das ist ein fal- der Haken? Einige meiner Weggefährten hat- ständig versuche, alles gleichzeitig Mittagspause dazu und ein biss- scher Karriere-Götze, der gestürzt Anitra Eggler: Die Herausforderung ten diese Fähigkeit nicht. In meinem zu tun, mache ich nichts mehr rich- chen Kaffeeklatsch hier, ein biss- werden muss. Besser investieren besteht darin, dass die Idiotenfunk- Freundes- und Ex-Kollegenkreis gibt tig. Harvard-Ärzte nennen die Dau- tionen der Geräte so intuitiv zu be- es mehr Burnout-Fälle als Kinder. erablenkung inzwischen „ADT – At- dienen sind, dass man völlig hirnfrei tention Deficit Trait“. Namensvater beginnt, ein Gerät oder eine App in NK: Die Online-Arbeiter haben Ihre Dr. Edward Hallowell geht davon Betrieb zu nehmen und sich dann von ständige Erreichbarkeit quasi selbst aus, dass heute jeder zweite Mana- den Medienmöglichkeiten – und propagiert? ger unter ADT leidet. Das heißt: Er nicht vom gesunden Menschenver- Anitra Eggler: Das tun sie heute noch. lässt sich von der nächsten Unter- stand – sagen lässt, wie man das Und jetzt lassen wir die „Digital Nati- brechung, z.B. Spam-E-Mail, sagen, Gerät oder die App sinnvoll nutzt. Das führt dazu, dass uns die Geräte ves“ mal außen vor. Die leben ja auch nur die Medieninkompetenz nach, was er als nächstes tut und nicht von seiner Priorisierung. VITA im Griff haben und die Anbieter unsere Privatsphäre und nicht wir die die vorgelebt wird. Sehen Sie sich Twitter-Profile von klugen Menschen NK: Aber suchen wir diese Ablen- Anitra Eggler Geräte und unsere Daten. Erkenntnis: an: Da werden im Halbstundentakt kung nicht selbst, wenn wir ständig Die Autorin, Verlegerin und Redne- Das Betriebssystem für jede Tech- 140 Zeichen „Blubb“ in den Äther der unser Handy, unseren Posteingang rin wurde am 9. Juni 1973 in Karlsruhe nologie ist nicht die Technologie Unwichtigkeit gejagt, nur unterbro- oder unser Facebook-Konto kont- geboren. Sie selbst bezeichnet sich gerne als Europäerin und lebt in selbst, sondern sein Anwender, der chen von sechs Stunden Schlaf. Wann rollieren? ihrer Wahlheimat Wien. Dort schrieb sie ihre Bücher und widmet sich Mensch. Jedes Smartphone ist nur leben diese Menschen? Und wovon Anitra Eggler: Doch, verrückterwei- anderen spannenden Ideen. Anitra Eggler begann ihre Schriftsteller- so smart wie sein Besitzer. leben sie? Von 140 Zeichen Luftgi- se. Genau das tun wir. Warum? Unser karriere nach dem Abitur als Todesanzeigentexterin in Buenos Aires. tarre? Gehirn wird süchtig nach den Dopa- Drei Jahre später folgte das Journalismus-Stipendium und der Kul- NK: Wann haben Sie Ihr erstes min- und Adrenalin-Ausschüttun- turwirt. Bis 2010 arbeitete sie als eine der Ersten im E-Commerce mit Handy gekauft? NK: Ist der aktuelle Internet-Boom gen, die einen Aufmerksamkeitsreiz diversen Firmen zusammen. Anitra Eggler: 1996, ein Nokia 2110. wieder eine Blase? begleiten. Wir gehen diesen Ablen- Die von der Zeitschrift „Woman“ ausgezeichnete Powerfrau änderte Heute ist dieser Knochen ein Kultob- Anitra Eggler: Hellsehen überlasse kungen nach, weil wir einfach nicht ihr Leben, als die Internetflut sie zu erdrücken drohte und setzte sich jekt. Damals war man „wichtig“, wenn ich Hellsehern. Wenn ich mit Start- imstande sind, das abzuschalten. fortan in Büchern und auf der Bühne für einen selbstbestimmten man auf der Straße telefonierte – up-Unternehmern spreche, kann ich Deshalb rate ich zum Beispiel, bei Umgang mit den digitalen Medien und der Technik ein. Ihr letztes heute ist man versklavt, ein Zombie. nur sagen: Wir haben dieselben Feh- Smartphones den automatischen Buch „Mail halten!“ erschien Anfang des Jahres – auch als DVD. ler gemacht. Heute wiederholen sie Mail-Download und sämtliche Push- www.anitra-eggler.com NK: Von 1998 bis 2010 waren Sie als Start-up-Managerin erfolgreich. sich – das müsste nicht sein. Wir wollten in den 1990ern auch nur die Mitteilungen abzuschalten. Dann sieht man nicht dauernd, dass schon wie- Bild: © Andreas Jakwerth 11.2016

TITELINTERVIEW 19 © RonnyBuck Sie in einen Funklochraum, wo Mitarbeiter ungestört konzentriert arbeiten können. NK: Wann wird ein Umdenken einsetzen? Anitra Eggler: Es hat längst begonnen. Die Personalabteilungen merken, dass es immer mehr Krankheitstage aufgrund psychischer Er schöpfung gibt, die Chefetagen erfahren vom Produktivitätsverlust durch digitale Ablenkungen am Arbeitsplatz. Verschiedene Zusammenhänge, dasselbe Fazit: Dieser Trend ist kontraproduktiv. Wir sollten die Technik intelligent nutzen – aber wir sollten uns dabei nicht an die Technik outsourcen. NK: Was ist das Wichtigste, das Sie wegen Handy, Web und E-Mail verpasst haben? Anitra Eggler: Das Einzige, was wir verpassen können, wenn wir Angst haben, etwas zu verpassen – und das ist leider das Wertvollste, was es im Leben gibt – ist: Leben. Aber keine Bange, das hole ich inzwischen nach allen Regeln der Lebenskunst nach. NK: Wie ist Ihnen der Ausstieg gelungen? Anitra Eggler: Indem ich mir Zeit genommen habe, ganz kritisch zu hinterfragen, für welches Ziel ich welches Medium oder Gerät einsetzen will. Und: Indem ich dann ganz strikt die Medien und Geräte so konfiguriert habe, dass sie mich auf dem kürzesten Weg zum Ziel bringen. Plus: Ich habe Kommunikationsrituale gebrochen, die sich eingeschlichen hatten. Dinge wie: ständiges Standby-Sein, ständig kommunizieren, auch im Urlaub, oder E-Mails checken, auch wenn man gar keine Zeit hat zu antworten, z. B. im Straßenverkehr. Und ganz wichtig: Schluss mit dem Multitasking! Heute bin ich, gleich was ich tue, wieder zu 100 Prozent bei der Sache: Wenn ich esse, esse ich, wenn ich telefoniere, telefoniere ich, wenn ich maile, maile ich – ich versuche nicht mehr, alles gleichzeitig und dadurch nichts mehr richtig zu machen. Diese Aufmerksamkeit für andere, dieses Präsent-und-dabei-menschlich- Anitra Eggler: Klar. Und wie! Handys generell tun das. Jeder Zweite Sein, ist ganz sicher einer meiner Erfolgsfaktoren. ist eifersüchtig auf das Handy des Partners. Wir sind alle Hobby-Japaner: Wir fotografieren alles und er- NK: Das schönste Kompliment, das man jemand machen kann, ist ungeteilte Aufmerksamkeit? Stalker – wir flippen aus, wenn der leben weniger, und wir sind Hobby- Anitra Eggler: Richtig. Einfach das Partner für Sekunden nicht erreichbar ist. Besonders arm finde ich Be- Handy in der Tasche lassen. Auf der Beziehungsebene ist das ein Garant ziehungen, bei denen die Geo-Daten des anderen als Liebesbeweis für größtes Glück und Innigkeit. Beruflich macht das Abschalten extrem eingefordert werden. Ich kann nur empfehlen, sämtliche Funktionen zu de- effizient und die ungeteilte Aufmerksamkeit beglückt Kollegen, Mitarbeiter, Chefs und natürlich Kunden ben, wann man zuletzt online war, wann aktivieren, die Aus kunft darüber ge- gleichermaßen. Ausprobieren! man eine Nachricht gelesen hat, wo man sich gerade befindet und so weiter. Die digitale Schwarmdummheit hat NK: Woran erkennt man einen Handy-Zombie? hier bereits zu Entlassungen und zu Anitra Eggler: Neulich erzählte mir Scheidungen geführt. Das Ätzende ein Vortragszuhörer, er sei mit seiner Frau im Bett gelegen und habe mehr wir kommunizieren. Das heißt: ist, die Dienste verdienen ja mehr, je an seinem iPad rumgemacht, bis er Diese Kontrollfunktionen (Paradies eine Nachricht seiner Frau, die neben ihm lag, bekam, da stand drin: der geöffnet, auch wenn wir sie ab- für Kontrollfreaks) werden immer wie- „Schatz, ich liege übrigens neben dir!“ gestellt haben. Nachjustieren ist Aufwand, aber er lohnt sich. Das erklärt, warum die Geburtenrate nicht aus dem Keller kommt. NK: Für viele scheint das Handy eine NK: Sofortnachrichten führen zu Beziehungsstressnerersatz zu sein Art Lebenspartner oder ein Part- … Digital Detox: fiese Fakten Ja, ja, schon klar: Wir mailen und texten zu viel, verplempern zu viel Zeit im Netz und schenken unserem Handy mehr Aufmerksamkeit als den Menschen, die wir am meisten lieben. Und ja, das ist ungesund, ruiniert unsere Konzentrationsfähigkeit, vernichtet Kreativität und Produktivität und ist schlecht für die Kussbilanz. Wir wissen das. Wirklich? Zehn fiese Fakten, die mich motiviert haben, mein Leben und Arbeiten zu ändern, Regeln zu brechen und neue zu erfinden. Auf Anitra-Deutsch: vom Internet-, Handy- und E-Mail-Junkie zur Digital-Domina mit Freizeit und Privatleben zu werden. Mailen macht dümmer als Kiffen Eine Studie am britischen King’s College belegt, dass bekiffte Menschen IQ-Tests besser bestehen als Menschen, die permanent durch E-Mails abgelenkt werden. Durch E-Mail-Multitasking sinkt der gemessene IQ- Wert um zehn Prozent – doppelt so stark wie bei der Kiffer-Gruppe. Sechs Jahre im Internet und acht Monate E-Müll-Löschen versus 14 Kusstage und zwölf Orgasmusstunden Das kommt krass: Wer 75 Jahre alt wird, verbringt sechs Jahre im Internet und verplempert acht Monate seines Lebens mit E-Mail-Löschen. Demgegenüber stehen zwölf Orgasmusstunden – wobei hier die Hoffnung besteht, dass beim Orgasmuszeitmessen mehr Frauen als Männer befragt wurden. Kein Trost: Auch in punkto Küssen kommen wir nur auf 14 Tage. E-Mails machen impotent Keine Bange, nur im übertragenen Sinn: Pseudoemsige Wissensarbeiter lassen sich alle elf Minuten von ihrer aktuellen Aufgabe ablenken. Störfaktor Nummer eins: E-Mails. Nummer zwei: Smartphone. Nach jeder Ablenkung braucht man im Schnitt 25 Minuten, um zur ursprünglichen Aufgabe zurückzukehren – wenn man das überhaupt noch schafft. Und dann auch nur, um sich erneut ablenken zu lassen. So das produktivitätsvernichtende Ergebnis dreier Forscher der University of California. Smartphones sind Dealer: Blackberry? Crackberry! 60 Prozent aller US-Amerikaner lesen E-Mails via Handy morgens im Bett, zehn Prozent antworten rund um die Uhr. Auch Blackberry-Erfinder Jim Balsillie gibt zu: „Ständige Erreichbarkeit kann süchtig machen.“ 68 Prozent aller Handybesitzer erleben einmal pro Woche „eingebildeten Vibrationsalarm“. Jeder zweite Brite leidet an Nomophobie – No Mobile Phone Phobia. Auf Offline-Sein reagieren Betroffene mit Entzugserscheinungen bis hin zum Kollaps. Anitra Eggler: Handys können räumliche Distanz außer Kraft setzen. Das empfinde ich als Segen. Das macht Fernbeziehungen und auch die Eltern glücklich. Gleichzeitig hat diese digitale Nähe Grenzen. Werden diese permanent überschritten, wird das Handy als Ersatzbefriedigung missbraucht. Wir beginnen virtuelle Beziehungen zu führen, die der Realität nicht standhalten. Wir tippen Dinge, die wir BUCHTIPP: Mail halten! Men schen nicht Digitale Selbstverteidigung für Arbeitshelden & ins Gesicht sagen Alltagskrieger würden. Wir verwechseln Smileys mit 336 Seiten. gebunden Verlag: Eggler, Anitra | Auflage: 1 (30. Mai 2016) Zuneigung und Herzchen mit Liebe. Damit be- 29,99 Euro ISBN-10: 3950324194 ginnt es. Es endet meist unschön. Für viele ist das Handy auch einfach nur eine Beschäftigungstherapie. Wir müssen wieder lernen, fangen heute damit an! EOM: Abkürzung für „End of Message“ oder es zu genießen, nichts zu tun, und das, was wir denken, erst mal in „End of Mail“. Wenn Sie Chats beenden möchten, bevor das 201. Herz- Ruhe für uns selbst denken und nicht sofort kommunizieren. Weniger ist mehr denn je. Am besten Sie – over and chen-Smiley hin und her geht: „OAO“ out. Internet ist wie Alkohol – zu viel Alkohol Die Überdosis macht das Gift. Der Beweis: 200 Studenten im Alter von 18 bis 21 Jahren zeigten bei einem Test der Universität Maryland nach verordneter Internet-Abstinenz dieselben Entzugserscheinungen wie Alkoholabhängige. Facebook ist ein Scheidungsgrund Facebook fixt das Ego mit dem an, was es am liebsten hat: Aufmerksamkeit. Die digitale Ego-Dusche weiß mehr über Sie als Ihre Mutter. Wundert es Sie, dass das Wort „Facebook“ deshalb bereits jede dritte Scheidungsklage in den USA ziert? Fakt ist: Facebook ist schlecht im Bett. Denken Sie an die zwölf Orgasmusstunden, arbeiten Sie daran und liken Sie das Leben in der Fleischwelt. Multitasking macht doof Stanford-Forscher haben herausgefunden, dass Medien-Multitasking die Arbeitsgeschwindigkeit verlangsamt und die Ergebnisse verschlechtert. Ex-FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ging in seinem Buch „Payback“ einen Schritt weiter: „Multitasking ist Körperverletzung“, schrieb er. Sein Fazit: „Multitasking ist der zum Scheitern verurteilte Versuch, selbst zum Computer zu werden.“ Sinnlos surfen macht Ihre Firma arm Die New Yorker Beraterfirma Basex hat herausgefunden, dass Angestellte durch Ablenkung im Schnitt 2,1 Arbeitsstunden am Tag verplempern – 28 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr. Wirtschaftlicher Schaden? 588 Milliarden US-Dollar! Always on macht krank Informationsflut in Kombination mit ständiger Arbeitsunterbrechung durch Mails, Handys und Sinnlos-Surfen macht unkonzentriert und unproduktiv. Wird dieser Zustand Normalzustand, entsteht die neue Kommunikationskrankheit „Attention Deficit Trait (ADT)“. Harvard-Arzt Edward M. Hallowell schätzt, dass bereits jeder zweite Manager unter ADT leidet. Das Resultat? Krankhafter Konzentrationsverlust, ausgelöst durch zwanghafte Ablenkungslust. Surfen kostet das Leben Rechnen Sie mal nach: Wenn Sie an 365 Jahrestagen im Schnitt vier Stunden surfen, sind das in Summe 1.460 Stunden. Abzüglich acht Stunden Schlaf pro Tag sind das 91,25 Tage im Jahr. Sie verbringen demnach ein Viertel Ihrer aktiven Lebenszeit im Internet. Entscheiden Sie selbst, ob das, was Sie zurückbekommen, die Lebenszeit wert ist.

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Network-Karriere / Ausgabe 10/14 - "10 Jahre"

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