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NK 12_2018

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30 TRAINING MOMPRENEUR:

30 TRAINING MOMPRENEUR: UNTERNEHMERIN UND MAMA VON SECHS KINDERN Die überwiegende Mehrheit der Di- Gleichgewicht habe ich mal mehr rektverkäufer sind Frauen (73,8 Pro- und mal weniger, aber ich erkenne zent laut der World Federation Sta- die Anzeichen recht gut. Und so tistical Database 2017). Immerhin kann ich direkt eingreifen, um die bietet diese Plattform vielen Frauen Balance zu halten. Ich habe mich in die Möglichkeit, das zu erreichen, die Rolle als Mompreneur entwi- was für viele schwer zu realisieren ckeln dürfen, ohne anfangs zu wis- ist: den Status einer unabhängigen sen, wie ich es schaffe. Ich bin un- berufstätigen Frau. Besonders Müt- endlich dankbar, diesen Schritt mit ter müssen oft die schwierige Ent- PM-International gegangen zu sein. scheidung treffen: Bleiben sie zu Hause bei den Kindern und verzich- NK: Was kommt zuerst? Mama oder ten auf eine Karriere oder jonglieren Mompreneur? sie einen Vollzeitjob mit dem Fami- Kerstin Marent: Logischerweise ste- lienleben und spüren die Schuld und hen meine Kinder immer an erster den Stress, der oft mit der Trennung Stelle, egal was kommt! Sie sind von Beruf und Mutterschaft einher- überhaupt der Grund, warum ich geht. Direktvertrieb öffnet ihnen die mit diesem Geschäft angefangen Türen, Unternehmerin zu werden. habe. Ich wollte ihnen mehr bieten Oder wie es auch gerne genannt können. Nicht nur eine Kugel Eis, wird: Mompreneur (Mutter+Un ter- sondern drei oder vier, wenn sie neh merin). wollen. Selbstverwirklichung war nur der Network-Karriere hat bei PM- International eine solche Mutter und Unternehmerin kennengelernt: Kerstin Marent (41) aus der Schweiz ist eine der tausenden Mütter, die es bei PM-International geschafft hat, ohne ihre sechs (!) Kinder auch nur einen Tag zu vernachlässigen, Mitglied Platinum Pre si dent’s Team zu werden. Eine PM-International Mompreneur – Karriere vom Feinsten also. Network-Karriere hat bei der Schweizer Powerfrau nachgefragt, wie man das alles unter einen Hut bekommt: zweite Grund. Ich wollte erleben, wie es ist, berufliche Anerkennung zu erhalten. Normalerweise bekommt man das leider selten als sechsfache Mutter. Mompreneur zu sein, wurde zu meiner Leidenschaft, weil ich in der Lage bin, von zu Hause aus zu arbeiten und meine Kinder die ganze Zeit um mich herum zu haben. Die Kombination ist einzigartig genial, weil ich hin und her wechseln kann. Wenn ich als Mama gerade nicht gebraucht werde, kann ich meine Energie in das Geschäft stecken. NK: Warum hast du dein Geschäft mit PM-International begonnen? Kerstin Marent: Nach 16 Jahren Hausfrauen- und Mutter-Dasein fiel mir einfach die Decke auf den Kopf. Ich wollte mich wieder selbst entwickeln. Zuerst dachte ich darüber nach, wieder in meinen Beruf als gelernte Spielgruppenleiterin einzusteigen, um meine persönliche Kasse wieder auffüllen zu können. Ich merkte jedoch bald, dass es sich nie im Leben rechnen würde, da ich meine zwei jüngsten Kinder in eine Kita stecken müsste, während ich bei der Arbeit war und mich um die Kleinsten anderer Leute kümmere. Dafür wäre mein verdientes Gehalt komplett draufgegangen. Das hätte überhaupt keinen Sinn gemacht. Und ein schlechtes Gewissen noch dazu. Zwei Monate nach der Geburt meines jüngsten Kindes lernte ich die FitLine ® - Produkte kennen. Und so habe ich mich nach langem Hin und Her dazu entschieden, mein Glück auch geschäftlich mit PM-International zu versuchen. Meine Kinder waren zum damaligen Zeitpunkt 16, 14, 13, 11, zwei und ein halbes Jahr alt. NK: Woher wusstest du, dass du die richtige Wahl triffst? Kerstin Marent: Das wusste ich eigentlich gar nicht. Ich hatte keine Vorkenntnisse im Vertrieb oder im Network-Marketing. Aber ich sagte mir, wenn mein WARUM stark genug ist, kommt das WIE von alleine. Also ging ich raus und tat mein Bestes. Ich habe gelernt, dass es ein Prozess ist, die Balance zwischen Arbeit und Familie zu finden … Dieses NK: Arbeiten und eine Mutter sein ist wahrscheinlich kein Kinderspiel, vor allem mit sechs Kindern. Wo nimmst du die Motivation her, weiter zu machen? Kerstin Marent: Klar, es ist anstrengend. Es kostet viel Energie und verlangt volle Aufmerksamkeit. Trotzdem ist es das Schönste, meine Kinder aufwachsen zu sehen, aktiv eingreifen zu können, finanziell unabhängig zu sein und mir gleichzeitig Auszeiten nehmen zu können, wann auch immer erforderlich. Charity-Engagement im Direktvertrieb wird mit Network-Karriere Charity-Award ausgezeichnet: Lesen Sie in der kommenden Network-Karriere Ausgabe welche Firmen im Charity Bereich großartiges leisten. 12.2018

RECHT 31 DIE BETRIEBSPRÜFUNG: KEIN KUHHANDEL MIT DEM FINANZAMT Nicht nur größere Unternehmen werden im Rahmen von regelmäßigen Betriebsprüfungen vor Ort vom Finanzamt geprüft. Auch bei kleineren Firmen schauen die Steuerbehörden, ob alle anfallenden Steuern ordnungsgemäß abgeführt wurden. Recht erfolgreich, wie die Zahlen aus 2016 zeigen: 186.472 geprüfte Betriebe mussten 14,1 Milliarden Euro nachzahlen. Kein Wunder, dass viele Unternehmer eine Betriebsprüfung fürchten. Welchen Zweck verfolgt die Betriebsprüfung? Welche Themen stehen im Mittelpunkt? Mit welcher Verhandlungsstrategie kann das Ergebnis positiv beeinflusst werden? Gibt es alternative Prüfungsformen zur Außenprüfung? Die Betriebsprüfung hat die Überprüfung steuerlich relevanter Sachverhalte beim Steuerzahler als Aufgabe. Anders als bei der Steuerfahndung kündigt sich der Betriebsprüfer mithilfe einer Prüfungsanordnung vorher an und erscheint nicht unangemeldet bei der als Außenprüfung durchgeführten Betriebsprüfung. Bereits die Wirksamkeit der Prüfungsanordnung sollte jedoch überprüft werden, da sich dabei immer wieder formelle Fehler einschleichen können. Die Aufgabe des Betriebsprüfers ist es, durch Überprüfung der steuerlich relevanten Vorkommnisse im Unternehmen das Steueraufkommen der Bundesrepublik Deutschland zu sichern. Dazu wählt er einerseits Stichproben aus und prüft somit einzelfallbezogen – andererseits wenden die Betriebsprüfer unter Zuhilfenahme der Prüfungssoftware IDEA auch IT-Prüfungshandlungen an, bei denen eine Vielzahl von Sachverhalten systematisch überprüft wird. Dabei kommt auch in der Betriebsprüfung ein risikoorientierter Prüfungsansatz zur Anwendung. Damit das für eine Betriebsprüfung vorgesehene Unternehmen weiß, wo ggf. kritische Punkte sein könnten, können deren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer solche IDEA-Prüfungen vorab näherungsweise simulieren. Der zeitliche sowie sachliche Umfang einer solchen Außenprüfung kann dabei stark variieren und hängt insbesondere von Größe, Geschäftsfeld und Sondersachverhalten sowie der Qualität der erstellten Unterlagen ab. Das geprüfte Unternehmen kann eine Schlussbesprechung beantragen, in dessen Folge die Betriebsprüfung ihr Arbeitsergebnis in einem Prüfungsbericht zusammenfasst. Dieser Bericht ist unbedingt zu überprüfen, da die während der Prüfung getroffenen Entscheidungen nicht immer korrekt berücksichtigt ge für die geänderten Steuerbescheide bildet. Was schauen sich die Prüfer besonders gerne an? Die Erfahrungen zeigen, dass im KMU-Bereich insbesondere die folgenden Themen immer wieder durch die Betriebsprüfungen untersucht werden: Firmenwagen, Reisekosten, Dienstreisen, Vorsteuerabzugsberechtigung, Vollständigkeit der Unterlagen in der Umsatzsteuer bei grenzüberschreitenden Fällen, Mahlzeitengestellung, Betriebsveranstaltungen und Abzug der Einfuhrumsatzsteuer sowie die betriebliche Veranlassung von Kosten. Dies stellt jedoch nur einen Auszug dar, denn auch Sonderthemen werden immer aufgegriffen. Hat die Betriebsprüfung einen diskussionswürdigen Sachverhalt gefunden, stellt sich die Frage der richtigen Verhandlungsstrategie. Vorab die schlechte Nachricht: Leider lassen sich Finanzämter heute weniger auf einen „Kuhhandel“ ein wie dies vielleicht noch früher möglich war. Dennoch ist die richtige Verhandlungsstrategie wichtig, sie ist sogar wichtiger denn je. Dass Finanzbehörden und Steuerschuldner unterschiedliche Auffassungen zu den Themen haben können, liegt in der Natur der Sache. Daher ist es wichtig, das Konfliktpotenzial in der Betriebsprüfung so gering wie möglich zu halten – am besten durch eine gute steuerliche Beratung. Kommt es jedoch trotzdem zu divergierenden Sachverhaltsauffassungen, ist es wichtig von der Lösung Verhand- AdobeStock/© Flamingo Images her zu denken: lungspartei- en nur die Was will ich errei- negati- chen? Dabei muss immer ven Seiten in Erinnerung beachtet werden, dass hinter der behalten. Vielmehr sollten Sie auf Beurteilung eines Sachverhaltes die Kooperation setzen – immer mit persönlichen Interessen nicht komplett ausgeblendet werden können. fer in der nächsten Prüfung mögli- dem Wissen, dass der Betriebsprü- Daher sollten Sie immer versuchen, cherweise wieder der Gleiche sein die Interessen – auch die der Gegenseite – nachzuvollziehen, um den Rahmen der Kooperation erwei- könnte. Dabei sollten Sie geschickt daraus Wege zur optimalen Lösung tern. Dies erreichen Sie dadurch, dass zu entwickeln. Sie ihm Erfolge geben, die er wahrscheinlich sowieso erreichen wird. Beachtet werden muss in jedem Fall, dass ein Vergleich mit der Finanzbehörde über anzuwendendes kussionswürde Punkte auffallen, die Das bedeutet, dass wenn Ihnen dis- Steuerrecht nicht möglich ist, ein zwangsläufig vorkommen, sie ihm Kompromiss als einvernehmliche diese zugestehen. Regelung bei der Sachverhaltsauslegung jedoch schon. Sie sollten also die kompetitive Verhandlung, bei Als dritte Möglichkeit besteht noch bedenken, dass die Finanzbehörde der Sie aus dem Verhandlungspartner einen Gegner machen und ver- nicht immer zustimmen kann, selbst wenn sie dazu bereit wäre. suchen den maximal möglichen Erfolg zu erreichen. Dies ist jedoch Bei der Verhandlung kann man zwischen kompromissgestütztem, lösungs- bzw. kooperationsbasiertem on aufgrund des Sachverhalts be- nur zu empfehlen, wenn Ihre Positi- und starkem (kompetitiven) Verhandeln unterscheiden. Das kompromiss- auszugehen ist, dass der Betriebssonders stark ist oder wenn davon gestützte Verhandeln ist dabei nicht prüfer bei Ihnen voraussichtlich nicht zu empfehlen, da ein Kompromiss mehr prüfen wird – denn eine Niederlage wird immer versucht ein Kompromiss bleibt und beide wer- sind und dieser Bericht die Grundla- AdobeStock/© Konstantin Yuganov den wieder in einen Sieg umzukehren. Stimmen Sie Ihre Verhandlungsstrategie mit Ihrem Steuerberater ab – im Normalfall kommt sie von diesem. Geht die Thematik der Betriebsprüfungen immer so weiter mit dem stark vergangenheitsorientierten Ansatz oder gibt es Alternativen? Ein Blick über die Grenze nach Süden zeigt, dass auch im Feld der Betriebsprüfung eine Reform möglich ist. In Österreich ist es ab 2019 im Rahmen des Horizontal Monitoring möglich, statt der klassischen Außenprüfung eine begleitende Kontrolle durchzuführen. Die begleitende Kontrolle wurde gesetzlich festgelegt. Dabei wirken Steuerzahler und Finanzverwaltung stärker zusammen. Der Vorteil dabei ist, dass durch eine zeitnahe Überprüfung der Geschäftsvorfälle schneller Rechtssicherheit erlangt werden kann. Dies wäre auch für Deutschland eine sicherlich sinnvolle Alternative. Zwar gibt es auch in Deutschland schon die zeitnahe Betriebsprüfung, die jedoch nicht die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen konnte. Hier wäre es zu begrüßen, wenn nach dem österreichischen Vorbild ein erneuter Anlauf gewagt werden würde. Dieter Narr, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Gesellschafter, Geschäftsführer Bertram Wohlschlegel, Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsassistent www.wirtschaftstreuhand.de

NETWORK-KARRIERE

Network-Karriere / Ausgabe 10/14 - "10 Jahre"

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