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Cloud & Managed Services 2018

MARKET Martin

MARKET Martin Andenmatten, Präsident, EuroCloud Swiss Informationen wurden von 53 europäischen Anwälten aus 33 Ländern in den jeweiligen Sprachen untereinander abgestimmt – auch seitens Schweiz – und stehen allen frei zur Verfügung (cloudprivacycheck.eu). Welchen Einfluss wird 5G im Mobilfunk auf das Cloud-Geschäft haben? Die fünfte Generation des mobilen Netzwerks wird die Kapazitäten für Big-Data-Dienstleistungen verstärken. Insbesondere auch dort, wo aufgrund grosser Datenbestände die eigentliche Verarbeitung auf die Edge-Geräte verschoben werden mussten. Mit 5G werden diese technischen Hürden stark gesenkt und die ÜBER EUROCLOUD SWISS EuroCloud Swiss ist der schweizerische Fachverband zur Förderung des Cloud Computing in der Schweiz. EuroCloud Swiss bezweckt die Förderung von Cloud Computing in Theorie und Anwendung und den Einsatz von Technologien, Konzepten, Methoden und verwandte Themen in der Schweiz. Sie vertritt die Interessen der Cloud-Computing-Community in der Schweiz und fördert den Austausch mit anderen Personen und nationalen und internationalen Organisationen. Sie bietet den Mitgliedern eine umfassende Schweizer Plattform für den nationalen und internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Zudem setzt sie sich ein, globale und europäische Entwicklungen in Bezug auf Recht, Datenschutz, Standards und Guidelines zu erarbeiten und nach Bedarf auf Schweizer Bedürfnisse anzupassen. Sie pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Anbietern, Herstellern, Anwendern, Beratern, Hochschulen/Universitäten, Fachhochschulen, anderen Verbänden und dem Bund im Bereich Cloud Computing. Sie führt Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen zum Thema Cloud Computing durch. Sie setzt sich für Akzeptanz, Transparenz, Standards, Qualität, Zertifizierung und Auszeichnung (Award) von Cloud Computing im Schweizer Markt ein. Seit dem 1. Januar 2015 ist Eurocloud Swiss als Interessengruppe in den Swico integriert. Möglichkeiten von Cloud-Lösungen verstärkt. Nicht bloss, dass die Endgeräte von Verarbeitungen entlastet werden, auch Cloud- Services können verstärkt in das Mobile-Netz eingebunden werden und müssen nicht mehr in einem zentralen Backbone-Netzwerk angesiedelt sein. Die Flexibilität von Mobile-Cloud-Diensten wird dadurch nochmals stark erhöht und kommt damit wieder stärker an die Cloud-User heran. In der Fachsprache nennt man diesen Trend von der Cloud zum «Fog» (Nebel). Warum sind Sie ein Cloud-Fan? Ich bin ein Vollblut-Informatiker und habe in meiner beruflichen Karriere alle grossen technologischen Entwicklungen miterleben dürfen. Cloud Computing ist trotz grosser Integrationsanforderungen rein technisch gesehen nicht wirklich revolutionär. Die Auswirkungen auf die klassischen IT-Betriebsmodelle und Geschäftsprozesse sind jedoch enorm. Die Cloud ermöglicht die vierte industrielle Revolution, was ich äusserst spannend finde und es als Privileg ansehe, nahe dabei zu sein. Was die Cloud bei IT-Organisationen, Unternehmen und in der Gesellschaft auslöst, ist spannend mitzuverfolgen. Man muss lernen, festgefahrene Sichtweisen nicht einfach eins zu eins auf neue Technologien und Verfahren anzuwenden, sondern besser versuchen, den Weg und das Vertrauen zu finden, die Entwicklung der Zukunft positiv zu gestalten. Dies aufzuzeigen ist mein grösster Anreiz. Ein Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Cloud-Geschäft 2018 in der Schweiz entwickeln? Das nächste Jahr ist bereits sehr nahe. Es bedarf wohl keiner grosse Prophezeiung, jetzt zu behaupten, dass 2018 ein weiteres Wachstumsjahr für Cloud-Anbieter werden wird. In der Schweiz ist «Swissness» noch ein starkes Verkaufsargument für viele insbesondere im regulierten Markt aktive Unternehmen. Wie lange dieses Label jedoch in Zukunft noch greift und wie stark sich die Konsolidierung im Cloud-Infrastruktur-Markt bemerkbar macht, lässt sich schwer abschätzen. Aber vielleicht zeichnen sich hier im Verlauf des Jahres 2018 erste Tendenzen ab. 16 Cloud & Managed Services

Digitales Donnergrollen – das Spannungsfeld zwischen Business und IT Der Einsatz von Cloud-Technologien im Zuge der digitalen Transformation sprengt die Grenzen der bisher üblichen Zuständigkeitsbereiche und zwingt Business und IT zu einer neuen Rollenverteilung. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld. Das zeigen erste Ergebnisse der «FHNW Cloud Studie 2017». MARKET «Ohne Cloud keine digitale Transformation», heisst es in der Regel. Tatsächlich werden die Begriffe Cloud und digitale Transformation oft in einem Zug genannt. Doch der Einsatz von Cloud- Technologien stellt viele Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Es ist wichtig, dass bei einem Einsatz von Cloud und der daraus entstehenden Transformation der Unternehmens-IT sowohl das Business als auch die IT miteinbezogen werden. Das wird oft verpasst. Die «FHNW Cloud Studie 2017» widmet sich der Cloud- Maturität von Unternehmen in der Schweiz und berücksichtigt dabei die Sicht von Business und IT zu gleichen Teilen. Genauer liegt der Fokus auf folgenden Fragen: Wie bereiten sich Unternehmen auf den Cloud-Einsatz vor? Was ist die Motivation für einen Cloud-Einsatz? Die «FHNW Cloud Studie 2017» richtet sich an Cloud-Provider und an alle, die im Business, in der IT oder an der Schnittstelle von Business und IT tätig sind. Im Oktober und November 2017 wurden 196 Teilnehmer befragt. Die Studie läuft noch bis Mitte Februar 2018. Als Basis dient das FHNW-Cloud-Maturitätsmodell, das den Teilnehmern als Onlinetool zur Verfügung steht. Das gleiche Maturitätsmodell wurde auch für die qualitative Die Autorin Stella Gatziu-Grivas, Leiterin Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing FHNW-CIO-Studie angewendet, die sich im Gegensatz zur Cloud- Studie ausschliesslich an CIOs richtete. Die CIO-Studie wurde im Herbst 2016/Frühling 2017 durchgeführt. Dabei wurden 57 CIOs aus verschiedenen Branchen und aus Unternehmen unterschiedlicher Grösse befragt. Das Benchmarking der CIO-Studie steht auch den Teilnehmern der Cloud Studie zur Ver fügung. Bis jetzt sind 22 Prozent der Studienteilnehmer Cloud-Provider, 22 Prozent sind CIOs. Fachverantwortliche Business, IT- Architekten und Mitglieder der Geschäftsleitung sind jeweils mit etwas weniger als 10 Prozent vertreten. 16 Prozent der Teilnehmer arbeiten an der Schnittstellte von Business und IT, und 19 Prozent sind Fachverantwortliche IT. Cloud-Provider wurden zur Teilnahme an der Studie eingeladen, um die Sicht der Mehrheit ihrer Kunden einzubringen. GRAFIK 1: DIE REIFEGRADE DES FHNW-CLOUD-MATURITÄTSMODELLS REIFEGRAD 1 REIFEGRAD 2 REIFEGRAD 3 REIFEGRAD 4 Die Interessierten Unternehmen, die einzelne Dienstleistungen aus der Cloud beziehen und erste Erfahrungen sammeln. Sie evaluieren weitere Cloud-Lösungen und untersuchen Applikationen, die in die Cloud gehen könnten. Cloud spielt aber keine grosse Rolle. Die Nutzer Die Erfahrenen Unternehmen, die eine «Cloud-First»-Strategie verfolgen. Daten sind zum grössten Teil klassifiziert. Eine Veränderung der Unternehmens- IT (u. a. Rollen, Prozesse, Governance) ist in vollem Gange. Cloud hat die Rolle, die Agilität der IT zu stärken. Eine Cloud- Strategie ist bereits definiert oder in Planung. Die Optimierer Unternehmen, die eine stark ausgebaute Cloud- Infrastruktur nutzen. Hauptziele sind die optimierte Nutzung und Integration der Cloud sowie die Kostensenkung. Die Cloud-Strategie ist definiert, wird umgesetzt und angepasst. Cloud wird als Enabler für die Digitalisierung betrachtet. Unternehmen, die ihre aktuelle IT-Situation kennen und bereits einige Cloud- Lösungen nutzen. Erste Veränderungen der Unternehmens-IT (u. a. IT-Prozesse, Governance) werden angegangen. Cloud- Nutzung wird mehrheitlich mit Kostensenkung verbunden, noch nicht mit Innovation und Agilität. Cloud & Managed Services 17