Aufrufe
vor 1 Monat

Cloud & Managed Services 2019

  • Text
  • Unternehmen
  • Anwendungen
  • Container
  • Azure
  • Sicherheit
  • Schweizer
  • Schweiz
  • Anforderungen
  • Microsoft
  • Uniqconsulting

Das Who’s who der

Das Who’s who der Cloud Foundry trifft sich in Basel MARKET Der Cloud Foundry Summit ist für Endanwender und Entwickler von Cloud-Systemen die vielleicht wichtigste Veranstaltung in Europa. In Basel gab es etwa 200 Kurzpräsentationen und rund 1000 Besucher. Sie erfuhren an den Ständen der ausstellenden Firmen, welche Apps existieren und wie man sie betreibt – auf einer Plattform oder in Containern auf mehreren Clouds. Autor und Bilder: Rüdiger Sellin Über 50 Prozent der Fortune-500-Unternehmen und etliche Start-ups nutzen Cloud Foundry (CF), um Cloud-Anwendungen während ihres gesamten Lebenszyklus zu automatisieren, zu skalieren und zu verwalten. Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry, freute sich in ihrer Eröffnungsrede am Cloud Foundry Summit in Basel über die zunehmende Beliebtheit ihrer Non-Profit-Organisation (NPO). Ausser der US-Regierung gehörten Huawei, IBM, Pivotal, Suse, SAP, Swisscom und Atos zu den führenden Distributoren und Anwendern, sagte Kearns. Von Interesse ist auch das Nutzungsverhalten der Firmen im Cloud Computing, von denen 48 Prozent eine Multi-Cloud-Umgebung bevorzugen. Während 41 Prozent der Unternehmen die Public Cloud nutzen, betreiben 62 Prozent eine hauseigene Private Cloud am Firmenstandort und 19 Prozent ausserhalb des Firmengeländes. Data-as-a-Service soll Investmentrisiken reduzieren und mögliche Gewinne transparent darstellen können. Hohe Agilität und Flexibilität Nach Meinung von Kearns sind dabei die Branchen Automobil, Telekommunikation und Versicherungen/Finanzdienstleister die häufigsten Anwender. So hatte etwa Volkswagen bis vor wenigen Jahren keine eigene Anwendungsentwicklung und schloss sich Cloud Foundry an. Heute sind 250 Entwickler sowie 2400 Instanzen in fünf Regionen mit über einer Million Benutzern vernetzt. Auch Orange France verzeichnet mehr als eine Million Benutzer und setzt auf Multi-Clouds unter Verwendung von Openstack, Cloudstack und vCloud/vSphere. Und in der «Digital Factory» der Allianz Versicherung entwickeln rund 350 Mitarbeiter sämtliche digitale Produkte in der Cloud, und zwar in Minuten statt wie bisher in mehreren Tagen. Wie in anderen Bereichen üblich (SAP, Siebel, Cisco etc.) gibt es neu zertifizierte CF System Integrators, welche die entsprechenden CF-Tools richtig einzusetzen wissen. Schlüsselelemente sind dabei die Funktionen CF Application Runtime, CF Container Runtime und CF BOSH. Das Toolchain CF BOSH für das Release Engineering dient dem Deployment und Lifecycle Management kleiner und grosser Cloud-Software. BOSH kann Software über hunderte Virtual Machines bereitstellen und einsetzen. Zudem beinhaltet es die Überwachung und Fehlerbehebung und ist in der Lage, Software-Updates bei minimalen Ausfallzeiten durchzuführen. Ein weiteres zentrales Element im Cloud-Umfeld ist Kubernetes, ein Open-Source-System zur automatisierten Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von Container-Anwendungen. Es wurde ursprünglich von Google entworfen und an die Cloud Native Computing Foundation gespendet, einer weiteren NPO im Cloud-Umfeld. Cloud Foundry im Unternehmen In neun Keynotes wurde am ersten Kongresstag beschrieben, wie man CF im geschäftlichen Umfeld einsetzen kann. IBMs Cloud-Foundry-Enterprise-Umgebung ermöglicht es Anwendern, isolierte CF-Umgebungen für das Hosting von Anwendungen ausschliesslich für ihre Unternehmen zu erstellen und zu verwalten. Die Lösung bietet On-Demand-Self-Service-Bereitstellung mit vollständigem Zugriff auf administrative Funktionen. Sie nutzt dazu den vollen Umfang von IBMs Cloud-Services und erlaubt es den Entwicklern, komplexe Anwendungen mit einer Vielzahl von Funktionen zu erstellen. Bei der SAP Cloud Platform steht das Service Broker Management via CF und Kubernetes im Mittelpunkt. Bisher existierten hunderte Anwendungen mit vermaschten Servern, was den Betrieb der Anwendungen kompliziert und schwerfällig gestaltete. Neu gibt es einen zentralen Service-Manager, der die passenden Service Broker kontaktiert, um die gewünschten Services auszuwählen. Die Schnittstellen zu den Anwendungen wurden laut SAP nicht verändert, und auch die Protokolle zur Kommunikation zwischen den Servern blieben erhalten. Unter dem Motto «Containers on Solid Grounds» berichteten Swisscom und Swiss Re von ihrer Reise zur Enterprise-Container-Adaption. Sie schliesst die Lücke zwischen Cloud Foundry PaaS und den Cloud-Infrastruktur-Diensten. Basierend auf dem Pivotal Container Service und Kubernetes entwickelte Swisscom einen Enterprise Container Service. Mit Swiss Re als ersten Kunden wurde eine kohärente und integrierte Cloud-Lösung geschaffen, die alle bisherigen Angebote abdecken soll. Dabei werden Infrastructure-as-a-Service-, Container-as-a-Service- 10 Cloud & Managed Services

MARKET Christian Bach (l.), Chief Application Architect, Swiss Re, und Egon Steinkasserer, Chief Product Officer, Swisscom. Am ersten Kongresstag gab es neun Keynotes. Diskussionsrunde beim Cloud Foundry Summit. und Plattform-as-a-Service-Lösungen von Swisscom genutzt, wobei die Anwendungen immer von Swiss Re gemanagt werden. Die Hamburger Firma Kaiserwetter nutzt das Internet der Dinge (IoT), um die Folgen des allgegenwärtigen Klimawandels abzuschwächen. Als Anbieter von Data-as-a-Service (DaaS) erfasst Kaiserwetter Energie-, Zustands- und weitere Daten, unter anderem von Solarfarmen, Wasserkraftwerken und Windparks. Das Unternehmen stellt die Daten nicht nur den Betreibern, sondern auch Kapitalinvestoren oder Banken zur Verfügung. DaaS soll Investmentrisiken reduzieren und mögliche Gewinne transparent darstellen können. Die dazu auf allen fünf Kontinenten eingesetzte IoT-Plattform Aristoteles nutzt die Cloud- Foundry-Architektur. Sie kann Multi-Clouds oder Private-Clouds verwenden. Laut Kaiserwetter lohnen sich die hohen Investitionen nicht nur für die Umwelt. Neues aus der Cloud Foundry Zwei der Project Management Committees (PMCs) gaben die Zustimmung zu den neuen Projekten Eirini und CF Containerization bekannt. Sie sollen zur weiteren Integration von Kubernetes mit CF-Technologien führen. Eirini ist ein Incubator-Projekt im PMC Application Runtime und CF Containerization im PMC BOSH. Die bereits im letzten Jahr angekündigte CF Container Runtime aus dem PMC Extensions profitiert ebenfalls von Kubernetes. Eirini, mit Beiträgen von IBM, Suse und SAP, arbeitet daran, dass Betreiber und Produktanbieter Kubernetes als Container Scheduler für die Cloud Foundry Application Runtime nutzen können. Container Scheduler entwickeln sich zu einem Massenprodukt, sodass Kubernetes für zahlreiche Unternehmen bereits zum Standard geworden ist. So zielt das Projekt Eirini darauf ab, Softwareentwickler mit einem einfachen «CF Push» in die Lage zu versetzen, eine App in die Produktion auf Kubernetes zu überführen. CF Containerization, ursprünglich von Suse entwickelt und der CF gespendet, wurde konzipiert, um CF BOSH Releases in Container zu packen und diese Container in Kubernetes bereitzustellen. Das Projekt soll es Betreibern ermöglichen, CF Application Runtime in vorhandenen Kubernetes-Clustern zu integrieren. CFCR, von Google und Pivotal entwickelt und gespendet, möchte der CF Community Kubernetes-Cluster mittels BOSH bereitstellen. Dies vereinfacht und flexibilisiert die Bereitstellung und die Verwaltung von Containern in einer Enterprise- Umgebung. Der chinesische Anbieter Huawei zählt mit seiner Huawei- Cloud neu zum Kreis der Anbieter von Cloud Foundry-Infrastruktur. Mit Blick auf die Marktgrösse und -bedeutung überrascht das kaum. Das Unternehmen ist seit 2015 CF-Mitglied und engagiert sich in den CF-Communitys BOSH, CPI und Open Service Broker API (OSBAPI). Huawei unterbreitete der OSBAPI- Community bereits eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen, um die Richtigkeit und Standardisierung der Community-Konformitätstests zu gewährleisten. Der Provider bezeichnet sich als einziger kommerziell zertifizierter CF-Anbieter in Asien. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_110874 Cloud & Managed Services 11