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Cloud & Managed Services 2019

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INFRASTRUCTURE « Mit der Einführung des SDN wollten wir agiler werden » Der Graubündner IT-Dienstleister Würth ITensis betreibt nun eine Software-defined-Networking- Lösung (SDN) zur Verwaltung der Standortnetze seiner Filialen und Kunden. Marcos Perez, Systemingenieur sowie Netzwerk- und Sicherheitsmanager bei Würth ITensis, erklärt die Vorteile der Lösung. Interview: Rodolphe Koller, Redaktion: Marc Landis Was waren Ihre Ziele bei der Implementierung einer SDN-Lösung? Was waren die Probleme oder Herausforderungen mit der bisherigen Infrastruktur? Marcos Perez: Bisher waren unsere Standorte und die Standorte unserer Kunden durch statische Datenleitungen mit den Rechenzentren in Chur und Rorschach verbunden. Die Anbindung einer neuen Linie nahm Zeit in Anspruch. Es musste eine Anfrage gestellt werden, der Lieferant klärte die notwendigen Details und erstellte ein Angebot. Nach Erhalt des Angebots musste es von den Zeichnungsberechtigten genehmigt werden. Für eine Anpassung musste das gleiche Verfahren angewendet werden. Mit der Einführung der SDN-Lösung wollten wir unsere Agilität erhöhen. Geschäftsentscheidungen werden oft kurzfristig getroffen oder neue Anforderungen müssen schnell erfüllt werden. In der Vergangenheit war dies kaum möglich. Ziel war es auch, die Kosten durch Automatisierung beim Lieferanten zu senken. Was sind die Hauptvorteile der neuen Lösung? Welche Aufgaben sind einfacher geworden? Werden Ihre Erwartungen erfüllt? Normalerweise gehen Anfragen durch die Verkaufsabteilung, die sie an die Organisation weiterleitet, mit all den Mechaniken, die ich beschrieben habe. Mit der SDN-Lösung kann über das Swisscom-Frontend eine neue Datenleitung konfiguriert werden. Die physische Adresse der Website ermöglicht es, zu sehen, was im System bereitgestellt wird. So können wir feststellen, ob die gewünschten Dienstleistungen verfügbar sind oder ob eine Unterkunft benötigt wird. Sind Dienste verfügbar, können diese direkt online konfiguriert und aktiviert werden. Sind zusätzliche Massnahmen erforderlich, etwa weil eine Gigabit-Datenleitung benötigt wird, aber nur eine Kupferverbindung vorhanden ist, kann die Projektierung für den Aufbau der Glasfaserverbindung über das Front-End gestartet werden. Gleiches gilt für den Upgrade oder Downgrade einer Datenleitung: Sie können die Leitung auswählen und online ändern. Durch die Automatisierung beim Lieferanten werden die Leistungen deutlich günstiger. Wenn wir dazu noch eine grössere Agilität hinzufügen, erhalten wir ein globales Angebot, das unseren Anforderungen entspricht. Wann und wie ist das Projekt gestartet? Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung? Und wann sind die nächsten Schritte geplant? Marcos Perez, Würth ITensis. Bild: Daniel Brühlmann Wir waren schon seit einiger Zeit mit verschiedenen Lieferanten im Gespräch, da bestehende Produkte und zugehörige Prozesse nicht immer unseren Anforderungen entsprachen. Im Februar 2017 haben wir im Rahmen eines Pilotprojekts mit Swisscom 2 der 32 Standorte eines Kunden mit SDN realisiert. Bald wurden weitere Standorte hinzugefügt. Bis Ende Juni 2017 umfasste das Projekt alle Standorte. Die nächsten geplanten Schritte sind die Inbetriebnahme der verbleibenden Kundenstandorte sowie der Einsatz anderer bestehender oder neuer Kundenstandorte. Was waren die Herausforderungen bei der Umsetzung? Welchen Rat würden Sie anderen Unternehmen für ein solches Projekt geben? Zuerst musste sich der Support an das Produkt gewöhnen, aber jetzt leistet er eine ausgezeichnete Arbeit. Für die Inbetriebnahme wird immer ein Elektriker vor Ort benötigt. Der bauseitige Anschluss durch den Elektriker muss vom Kunden koordiniert werden. Wenn das Gebäude an die Glasfaser angeschlossen ist, muss über das SDN-Portal eine OTO-ID (Verbindungsnummer) bezogen werden. Daher ist für die gemieteten Räumlichkeiten eine Besichtigung vor Ort erforderlich. Zuerst hatten wir keine Lösung für den Fall, dass alle Kupferverbindungen in einem Gebäude belegt waren. In der Zwischenzeit können diese Fälle mit dem Produkt Mobile Enterprise Connect sicher abgewickelt werden. Es ist wichtig, dass sich der Kunde frühzeitig mit dem Thema Dienstleistungen und Prozesse beschäftigt, um plötzliche Verzögerungen bei der Produktionsnutzung zu vermeiden. 28 Cloud & Managed Services

« Man muss die Vorbehalte gegenüber der Cloud auch einmal ablegen » Hohe Anforderungen an den Datenschutz und der Anspruch, ortsunabhängig arbeiten zu können. Diese Gründe haben mitgespielt beim Entscheid des St. Galler Treuhandunternehmens Trewitax, die gesamte IT an Swisscom und in die Cloud auszulagern. Doch das ist erst der Anfang. INFRASTRUCTURE Hermann Rothauer sitzt bei einem Kunden im Büro. Vor sich das Notebook. Daneben liegen Ordner auf dem Tisch und sonstige Unterlagen aus der Buchhaltung. Treuhandexperte Rothauer greift sich einen Ordner, sucht ein Blatt heraus und vergleicht die Zahlen mit denjenigen auf dem Bildschirm. Bis jetzt hat die Revision keine Unstimmigkeiten in der Buchhaltung ergeben. Rothauer ist zufrieden. Im Laufe des Tages wird er mit seiner Unterschrift bestätigen, dass die Buchführung des Unternehmens einwandfrei ist. Rothauer ist zufrieden. Seit der Datenaustausch mit dem Kunden weitgehend digitalisiert ist, hat er mehr Zeit, um den Kunden zu beraten. «Die Digitalisierung verändert meine Arbeit», konstatiert er. «Statt Papierbelege zu sammeln, übernehme ich vermehrt Controlling-Aufgaben. Davon profitiert der Kunde, weil ich ihm nun Zahlen für strategische Unternehmensentscheide zusammenstellen kann.» Analog wäre dies schlicht undenkbar. Flexibel dank Cloud Einwandfrei hat an diesem Morgen auch der Zugriff auf die Kundendaten in der Cloud funktioniert. Letztes Jahr hat Rothauer mit der Trewitax in St. Gallen den Schritt in die Cloud gemacht und die gesamte Informatik ausgelagert. «Mit dem Gang in die Cloud haben wir einen wichtigen Schritt zur Digitalisierung unserer Arbeit gemacht und die Basis gelegt für weitere Schritte», blickt Hermann Rothauer zurück. Der Cloud-Ansatz unterstützt Rothauer auch bei der Arbeit beim Kunden vor Ort. «Ich habe Zugriff auf sämtliche benötigten Daten, wie etwa Vorgehensmodelle Hermann Rothauer bleibt dank der Cloud mehr Zeit für Kundengespräche. Der Autor Andreas Heer, Redaktor des Swisscom KMU-Magazins oder Analysetools.» Und ergänzt: «Diese Flexibilität war ein wesentlicher Grund für die gewählte Lösung». So kann Rothauer dort arbeiten, wo es gerade sinnvoll ist: beim Kunden vor Ort, im Büro in St. Gallen, aber auch im Homeoffice. Die Anforderungen an die IT fasst er kurz zusammen: «flexibel, einfach und sicher.» Informatik ausgelagert, Datenschutz sichergestellt Um den Betrieb der IT braucht sich Rothauer keine Gedanken zu machen. Denn ein zertifizierter IT-Partner von Swisscom betreut die gesamte Informatik- und Kommunikationsinfrastruktur: von den Servern in der Cloud über die Telefonanlage bis hin zum Notebook, das Rothauer gerade für die Revision beim Kunden nutzt. Eine besondere Herausforderung beim Gang in die Cloud stellte der Datenschutz dar. Denn für ein Treuhandunternehmen gelten strenge gesetzliche Vorschriften. So muss etwa laut Datenschutzgesetz sichergestellt sein, dass die Daten in der Schweiz gespeichert sind und auch nicht über ausländische Netze fliessen. Dieser Umstand habe selbstverständlich mitgespielt bei der Wahl des Outsourcing-Anbieters, erklärt Rothauer: «Wir bewegen uns in einem sensiblen Bereich mit höchst vertraulichen Kundendaten. Deshalb haben wir uns für Smart ICT von Swisscom entschieden. Wir vertrauen auf das eigene Netz von Swisscom und die Rechenzentren in der Schweiz.» Der Zugriff auf die Daten in der Cloud erfolgt stets über das Swisscom-Netz und nicht übers Internet. So ist gewährleistet, dass die sensiblen Informationen ausschliesslich in der Schweiz gespeichert und verarbeitet werden. Dass der Cloud die Zukunft gehört, da ist sich Rothauer sicher: «Man muss die Vorbehalte gegenüber der Cloud auch einmal ablegen», sagt er. «Natürlich muss die Sicherheit gewährleistet sein. Aber die Zukunft in unserer Branche ist digital. Das zeigt sich ja bereits bei der Mehrwertsteuerabrechnung und der Kommunikation mit den Sozialversicherungen.» Trotz Digitalisierung ist bei der Buchprüfung aber immer noch viel Handarbeit angesagt. Deshalb plant Rothauer schon den nächsten Digitalisierungsschritt. Cloud & Managed Services 29