Aufrufe
vor 3 Wochen

Digital Transformation 2017

  • Text
  • Unternehmen
  • Transformation
  • Digital
  • Digitale
  • Digitalen
  • Digitalisierung
  • Technologien
  • Schweiz
  • Swiss
  • Anwendungen

DOSSIER IT-ARBEITSMARKT

DOSSIER IT-ARBEITSMARKT Für die Arbeitnehmer gilt: Nur wer offen für Neues bleibt, wird auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein. Bild: iStock insbesondere die Rolle von IT-Architekten, Systemadministratoren und der Verantwortlichen für den Betrieb. Je mehr Cloud- Services ein Unternehmen nutzt, umso tiefgreifender fallen die Veränderungen aus – beim Fachwissen, bei Prozessen und in der Unternehmenskultur. Das Berufsbild Cloud-Architekt ist deshalb mindestens genauso zukunftsträchtig wie der IT-Security-Experte. Und auch wenn heute schon eine Vielzahl von Firmen Cloud-Projekte in Angriff genommen haben, so fehlt doch den meisten eine definierte Cloud-Strategie – eine hervorragende Chance zur Weiterentwicklung für Cloud-Spezialisten in den Unternehmen und für die Berater bei den Serviceanbietern. Niemand kennt die Jobprofile von morgen Letztlich sind es zwei Aspekte, die die Digitalisierung besonders auszeichnen: Geschwindigkeit und Wandel. Neue Technologien und Konzepte werden eingeführt, Prozesse optimiert oder komplett neu aufgesetzt, bislang unbekannte Geschäftsmodelle eingeführt, und dies rasend schnell. Gerade im Arbeitsumfeld der IT-Abteilungen wird dabei kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Viele Jobprofile werden hier verschwinden, während neue entstehen. Noch fehlen sowohl einheitliche Bezeichnungen der neuen Berufsfelder als auch definierte Ausbildungswege, was die Suche nach den richtigen Fachkräften in diesen Bereichen erschwert. Tatsächlich geht die technologische Entwicklung oft schneller voran, als sich Jobprofile herauskristallisieren können. Eine genaue Voraussage der morgen benötigten Profile ist deshalb beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Unternehmen sind daher gut beraten, sich so bald wie möglich von der Vorstellung zu lösen, dass jede Technologie ein neues Berufsbild inklusive entsprechender Qualifikationen ausspuckt, um dies sodann in einer Stellenausschreibung zu suchen. Erfolg versprechender ist es, sich zunächst über das gewünschte Know -how und die Fähigkeiten für die Aufgabe klar zu werden, bevor man sich auf die Suche nach dem «Cloud- Spezialisten» macht. Soziale Fähigkeiten sind gefragt Für die Arbeitnehmer andererseits gilt: Nur wer offen für Neues bleibt, wird auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein. Dabei genügt heute umfassendes Technikwissen allein nicht mehr, auch betriebswirtschaftliches Know -how ist gefragt. Schliesslich greifen die neuen Technologien und Konzepte tief in die Wertschöpfungsprozesse der Unternehmen ein. Gleichzeitig benötigt der IT-Spezialist aber auch integrative und soziale Fähigkeiten: Denn neue und unbekannte Technologien rufen bei Mitarbeitern oft Vorbehalte und Ängste hervor. Diese gilt es zu erkennen und abzubauen. IT-JOBS 2020 Wie verändert Digitalisierung Anforderungen an IT-Profis? Welche Jobs haben Zukunft, wenn viele Anwendungen in die Cloud wandern? Im Auftrag von Hays befragte IDG im November und Dezember 2016 insgesamt 339 IT-Fachund -Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Ergebnisse fasst der Studienbericht «IT-Jobs 2020» zusammen. www.hays.ch 38 DIGITAL TRANSFORMATION

«Ich glaube, dass die Zeiten der langen Ausbildungen vorbei sind» Data Scientists, Security Experts und IT Architects sind rar. Diese braucht es aber, um die digitale Transformation zu stemmen. Doch der Stellenmarkt hinkt den neuen Anforderungen meist hinterher. Frank Schabel erklärt im Gespräch warum. Interview: Marc Landis DOSSIER IT-ARBEITSMARKT Niemand kennt die Jobprofile, die morgen in der IT verlangt werden, schreiben Sie in Ihrem Fachbeitrag. Wie aber können Berufsleute dennoch ihre Employability, also ihre Arbeitsmarktfähigkeit erhalten? Frank Schabel: Indem sie an ihren sozialen und mentalen Kompetenzen arbeiten. Das betrifft vor allem die Bereitschaft, sich ständig zu verändern, mit Unsicherheit umzugehen und die eigene Verantwortung zu stärken. Wenn sich die harten Kompetenzen aufgrund der Geschwindigkeit in der Wirtschaft ständig ändern, dann sind Akteure gefragt, die über eine mentale Stärke verfügen, um den Wandel mitzumachen. Was bedeutet es für die Aus- und Weiterbildungsinstitutionen, wenn man heute noch nicht weiss, was morgen in der Jobwelt gefragt sein wird? So ganz blank sind sie ja nicht. Viele neue Qualifikationen bauen auf den bestehenden auf, denn bei allem digitalen Hype ist vieles Weiterentwicklung. Bildungsinstitutionen sind gut beraten, ganz eng mit Unternehmen zu kommunizieren, um ihr Ohr am Puls der neuen Kompetenzen zu haben. Je eher, umso besser. Daher empfehlen sich enge Kooperationen. Sonst werden private Unternehmen noch mehr in die Weiterbildung investieren. Ich glaube zudem, dass die Zeiten der langen Ausbildungen vorbei sind. Gefragt sind kurze und praxisnahe Bildungseinheiten. Heutzutage ist es recht einfach, IT-Dienstleistungen on Demand zu beziehen oder komplett an einen Dienstleister auszulagern. Aber trotz Outsourcing beklagen Sie einen Fachkräftemangel. Warum? Weil das Tempo der digitalen Veränderung so hoch und umfassend ist, dass viele Unternehmen in neue Lösungen investieren müssen. Dazu bedarf es aber der passenden Experten, und der Stellenmarkt hinkt den neuen Anforderungen meist hinterher. Das betrifft alle, Unternehmen wie Dienstleister. Früher vollzogen sich Umbrüche langsamer, dadurch konnte der Arbeitsmarkt besser mitgehen. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, besonders in Deutschland. Hackerangriffen enorm wichtig. Aber das Angebot an Sicherheitsspezialisten deckt nicht die Nachfrage. Data Scientists und alle Berufsbilder, die in Richtung Big Data und Analytics gehen, sind ebenfalls ein rares Gut. Und auf Cloud Architects trifft Ähnliches zu. Welche Fachexpertise kann (oder sollte) heutzutage nicht ausgelagert werden? Grundsätzlich lässt sich alles auslagern. Das ist eine Frage der Unternehmensstrategie: Welche Kompetenzen will ich intern behalten, weil sie geschäftskritisch sind? Und welche gebe ich besser nach aussen, weil dort mehr Expertise sitzt? Was die Digitalisierung betrifft, sollten Unternehmen die Strategen und Prozessentwickler im eigenen Hause behalten. Auch das Marketing sehe ich als Kernkompetenz an, genauso wie den Vertrieb. Gleiches trifft auf die Personalentwicklung zu, denn Menschen entscheiden über den Erfolg von Unternehmen. Die Hays-Studie «IT-Jobs 2020» untersuchte die Situation in Deutschland. Inwiefern sind die Erkenntnisse auch für die Schweiz anwendbar? Es gibt zwischen der Schweiz und Deutschland viele Unterschiede, wie gearbeitet wird und was die Arbeitskultur betrifft. In Sachen neue Jobs und gefragte Kompetenzen sehe ich jedoch keine grossen Differenzen. Die Digitalisierung kennt keine Landesgrenzen. Das heisst, die Akteure, die in Deutschland gefragt sind, sind auch in der Schweiz gesucht – und umgekehrt. Frank Schabel, ist Head of Marketing / Corporate Communications beim Personaldienstleister Hays. Welche Fachkräfte fehlen in den Unternehmen konkret? Im Security-Bereich fehlt es deutlich an Fachkräften. Dieses Thema ist auch und gerade in der Digitalisierung bei den vielen DIGITAL TRANSFORMATION 39