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Digital Transformation 2018

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DOSSIER KOMPAKT Cloud &

DOSSIER KOMPAKT Cloud & SDN als Enabler von Digitalisierung und digitaler Transformation Die Anforderungen an Unternehmensnetzwerke steigen rasant, ihre Komplexität nimmt stetig zu. Traditionelle, statische Netzarchitekturen stossen an ihre Grenzen, Software-defined Networking wird zum Game Changer. Eine multinationale Handelskette, irgendwo in Europa: Tausende Filialen müssen ins Unternehmensnetzwerk eingegliedert und mit der Konzernzentrale verbunden werden. Hochsichere Vernetzung per VPN, drahtlose Kommissionierung und elektronischer Zahlungsverkehr sind bereits Standard – doch stetig kommen neue Anforderungen hinzu. Das Marketing wünscht sich WLAN für die Kunden, elektronische Preisschilder sollen die Prozesse in den Filialen optimieren und immer mehr externe Dienstleister übernehmen zentrale Funktionen in den Stores. Gleichzeitig steigt die Anzahl an mobilen Endgeräten im Netz und Trends wie IoT, Bring your own Device, Location-based Services sowie neue Vertriebsmodelle bringen die vorhandene Netzinfrastruktur an ihre Grenzen. Digitalisierung und digitale Transformation bergen enorme Chancen – doch sie bringen auch ganz neue Herausforderungen mit sich, die nicht nur im Einzelhandel ein Umdenken erfordern. Über alle Branchen hinweg sind in den letzten Jahren die Anforderungen an Unternehmensnetze gestiegen und haben sich stark verändert. Nicht nur die Komplexität der Netze nimmt stetig zu, auch wird ein Höchstmass an Agilität vorausgesetzt, um neue Ideen und Dienste schnell und flexibel in den Netzen abbilden zu können. Der zunehmende Fachkräftemangel im IT- Bereich erschwert die Situation für viele Unternehmen zusätzlich: Die dringend benötigten Netzwerkexperten sind vielerorts Mangelware, wichtige IT- und Netzwerkprojekte verzögern sich. Bild: miket / Fotolia.com Der Autor Christian Schallenberg, CTO und Product Line Manager Cloud, Lancom Systems Der Game Changer: Software-defined Networking aus der Cloud Software-defined Networking (SDN) aus der Cloud hilft Unternehmen, diesen gordischen Knoten zu lösen. Denkt man ganzheitlich, ist es möglich, den Aufbau, das Management und das Monitoring vollständiger Netzinfrastrukturen – also das WAN, LAN und WLAN – per Knopfdruck fast vollständig zu automatisieren. Die Unternehmensgrösse, die Anzahl der Zweigstellen und der Standort spielen keine Rolle. Cloudbasiertes SDN automatisiert vormals aufwendige administrative Prozesse, die mit herkömmlichen Management- Methoden Tage beanspruchten. Neue digitale Dienste oder Standorte lassen sich per Mausklick zum Netz hinzufügen. Der Administrator gibt nur die Rahmenbedingungen vor, manuelle Gerätekonfigurationen gehören der Vergangenheit an. Unternehmen gewinnen so maximale Transparenz und Kontrolle über alle Geräte und Aktivitäten in ihrem Netz – bei minimalem Zeiteinsatz. Der Vorteil für Anwenderunternehmen liegt auf der Hand: SDN ist schneller und schont gleichzeitig Ressourcen. Die Kosten- und Zeitersparnis liegt gegenüber traditionellen Management-Methoden bei bis zu 75 Prozent. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei ein ganzheitlicher Ansatz. Heute decken viele Cloud- und SDN-Lösungen nur Teilbereiche ab, zum Beispiel das WAN- oder das WLAN-Management. Das volle Optimierungspotenzial und die enormen Einsparmöglichkeiten entfaltet SDN jedoch nur mit einer hochintegrierten Lösung, die alle Netzwerkkomponenten Ende-zu-Ende einschliesst, also Router, Switches und Access Points. Man spricht dann von SD-WAN, SD-LAN und SD-WLAN beziehungsweise Cloud-managed WLAN – oder auch von hyper-integriertem Netzwerkmanagement. Wo immer Datenschutz und -sicherheit eine besondere Rolle spielen, empfiehlt sich zudem ein kritischer Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ist nun da, da kann ein Hosting in Europa oder ein Self-Hosting im eigenen Rechenzentrum in der Schweiz den entscheidenden Vorteil beim Thema Datenschutz und Compliance bieten. 24 DIGITAL TRANSFORMATION

« SDN-Lösungen machen einen Gross teil unserer Projektanfragen aus » Mit Software-defined Networking lassen sich Netzwerkressourcen von der Hardware entkoppeln und effizienter managen. Dies ist auch nötig, um die digitale Transformation voranzutreiben. Christian Schallenberg von Lancom Systems weiss, was dabei zu beachten ist. Interview: Marc Landis DOSSIER KOMPAKT Wie unterscheidet sich Lancoms SDN-Lösung von anderen am Markt erhältlichen Lösungen? Christian Schallenberg: Anders als viele SDN- und cloudbasierte Netzwerkmanagement-Lösungen am Markt deckt die «Lancom Management Cloud» die gesamte Netzwerkinfrastruktur Ende-zu-Ende ab, also SD-WAN, SD-LAN und SD-WLAN zusammengefasst in einer einheitlichen Plattform. Für Anwenderunternehmen hat dies den Vorteil, dass sie nicht nur Teilaspekte wie das WAN oder das WLAN automatisiert aufsetzen und verwalten können, wie das bei vielen Wettbewerbern der Fall ist, sondern ihre gesamten Netze. Ergänzt um den Aspekt, dass die Lancom-Cloud sowohl Public als auch Private beim Systemhaus oder «on-premise» betrieben werden kann, macht sie das derzeit einzigartig am Markt. Christian Schallenberg, CTO und Product Line Manager Cloud, Lancom Systems Welche Vorteile bringt SDN im Vergleich zu klassischen Netzwerken beziehungsweise zur klassischen Netzwerkadministration? Das Grundprinzip von Software-defined Networking ist der Wechsel weg vom gerätezentrierten hin zum netzwerkzentrierten Konfigurationsansatz. Beim Anlegen neuer Netzwerke wird nur noch die Art der Verbindungen definiert. Die konkrete Umsetzung erfolgt durch eine zentral gesteuerte, automatisierte Software und die Geräte selbst. Der grösste Vorteil, den das Netzwerkmanagement per SD-Technologie dadurch bietet, ist die hohe Zeit- und Kostenersparnis bei der Einrichtung, Überwachung und Verwaltung der Netze. Unternehmen erhalten damit maximale Qualität und Agilität bei gleichzeitig geringeren Kosten und Fehlerraten. Für welche Arten von Unternehmen eignet sich SDN vor allem? Welche Arten von Unternehmen und Branchen haben den grössten Businessnutzen durch SDN? Bereits heute machen SDN- und Cloud-Lösungen einen Grossteil unserer Projektanfragen aus. Treiber sind Enterprise-Kunden und Serviceprovider. Aber auch im KMU-Segment verzeichnen wir eine stetig wachsende Nachfrage nach Cloud-/SDNbasierten Lösungen. Der Einstieg in SDN fällt dabei ganz unterschiedlich aus: Während einige Unternehmen ihre Standorte bereits mithilfe von SD-WAN vernetzen, beginnen andere im Switch-Bereich mit SD-LAN und wieder andere im WLAN mit SD-WLAN. Letztlich lassen sich die Vorteile und das Potenzial bestmöglich nutzen, je mehr Prozesse und Bereiche durch Cloud-Management automatisiert werden – unabhängig von der Branche oder der Unternehmensgrösse. Welche Fallstricke gibt es bei der Implementierung von SDN zu beachten? Richtige Fallstricke sehen wir eigentlich keine. Sofern die Infrastruktur SDN-ready ist, lässt sich ein Software-defined Netzwerk unkompliziert über vorhandene Gerätekonfigurationen als «Overlay» sukzessive einführen. Alternativ sind Netzkonfigurationen per SDN so extrem einfach umzusetzen, dass es sich in der Regel lohnt, die oftmals «gewachsene» Netzkonfiguration sauber und strukturiert neu aufzusetzen. Wie sieht es mit der Netzwerksicherheit und der Datensicherheit aus? Beim Thema Netzwerksicherheit haben wir als Hersteller eine grosse Verantwortung gegenüber unseren Kunden. Durch zentralisierte Überwachung und automatisierte Konfiguration sowie zentral gesteuerte Updates bieten cloudbasierte Management- Lösungen in der Regel ein deutlich höheres Sicherheitsniveau als traditionelle Systeme. Als europäischer Netzwerkhersteller sind wir zudem beim Thema Datenschutz klar im (Heim-)Vorteil: Unsere «Lancom Management Cloud» arbeitet DSGVO-konform und wird in der Public-Variante in einem ISO-zertifizierten deutschen Rechenzentrum nahe Aachen gehostet. Für Unternehmen, denen dies aufgrund Compliance-Vorgaben noch nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit, die LMC in einem eigenen Rechenzentrum als Private Cloud «on-premise» zu betreiben. DIGITAL TRANSFORMATION 25