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Digital Transformation 2018

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TECHNOLOGIE « Wir versorgen industrielle Systeme nicht mehr nur mit Muskeln » ABB will sich vom Hersteller von Industriemaschinen zum digitalen Lösungsanbieter wandeln. Im Interview sagt Chief Digital Officer Guido Jouret, wie das gehen soll, welchen Stellenwert das Thema Industrie 4.0 bei ABB hat und wie das Schweizer Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz dasteht. Interview: Oliver Schneider ABB gilt als klassischer Industriekonzern. Wie wollen Sie sich zum digitalen Unternehmen wandeln? Guido Jouret: ABB bringt drei Schlüsselkompetenzen in die digitale Welt ein. Mit einer mehr als 130-jährigen Geschichte verfügen wir erstens über eine einzigartige Perspektive und Fachkompetenz in Bezug auf die Leistungsfähigkeit unserer Produkte, manchmal unter extremsten Bedingungen. Zweitens benötigt das Internet der Dinge ein tiefes Verständnis nicht nur der digitalen, sondern auch der physischen Welt. Wir entwickeln Sensoren auf Basis modernster Materialien und haben Wissenschaftler, die Grundlagenforschung in den Bereichen Werkstoffe, Mechanik und Elektrotechnik betreiben. Drittens hat ABB in einem grossen Spektrum an Branchen ein einmaliges Know-how über die Prozesse seiner Kunden aufgebaut. « Wir sind in der Industrie 4.0 ganz vorne mit dabei. » Guido Jouret, Chief Digital Officer, ABB ABB will führend beim digitalen Angebot sein. Wo stehen Sie auf diesem Weg? Mit der Erfahrung von 70 Millionen vernetzten Geräten, 70 000 digitalen Steuerungssystemen und 6000 Unternehmenssoftware-Lösungen ist ABB ein Marktführer im Industriebereich und kann auf vier Jahrzehnte der Entwicklung digitaler Lösungen für Kunden zurückblicken. 2016 starteten wir mit ABB Ability eine Plattform, mit der unsere Kunden ihre Produktivität steigern und Kosten senken können. Seit der Markteinführung haben wir ein Portfolio von mehr als 210 Lösungen, und wir fügen laufend weitere hinzu. Analysten sehen Sie gegenüber Konkurrenten acht Jahre im Rückstand. Wie wollen Sie aufholen? Wir haben seit der Markteinführung von ABB Ability viel Anerkennung erhalten. Die Analysten von Frost & Sullivan lobten ABB zum Beispiel für die Strategie, in Start-ups zu investieren und so Innovationen zu fördern. Die ARC Advisory Group sieht uns in einer Spitzenposition im wachsenden Markt der Steuerung und Überwachung von Systemen der Energieversorgung. Auf welche digitalen Produkte und Technologien will ABB in Zukunft setzen? Wir versorgen industrielle Systeme nicht mehr ausschliesslich mit Muskeln, sondern stellen die Gehirne für diese Systeme zur Verfügung. Mit unseren Aktivitäten auf der Steuerungsseite können wir zum Beispiel automatisierte Abläufe für unsere Kunden schaffen, die sich mittels KI analysieren lassen. Das Thema Industrie 4.0 ist momentan omnipräsent. Wo steht ABB in diesem Bereich? Wir sind in der Industrie 4.0 ganz vorne mit dabei. Dank einer Vielzahl installierter Geräte sind wir in vielen Branchen präsent und können vom Automatisierungstrend voll profitieren. Das bedeutet, dass unsere Kunden mit der physischen Welt kommunizieren, Daten aus ihr speichern und analysieren können. Die Fernüberwachungsdienste von ABB bieten Kunden etwa Einblicke in den Zustand der Anlagen, geben Auskunft über Trends sowie Warnmeldungen über die angeschlossene Infrastruktur. Was vielen Kunden jedoch fehlt, ist die Fähigkeit, das Digitale wieder ins Physische zu verwandeln – also zu handeln. Automatisierungslösungen von ABB schliessen diesen Wirkkreis. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_85121 30 DIGITAL TRANSFORMATION

Blockchain hält in Unternehmen Einzug IBM hat zum zweiten Mal Schweizer Unternehmen über ihre Haltung zur Blockchain-Technologie befragt. Das Interesse am Thema nimmt weiter zu, viele grosse Firmen gleisen Projekte auf. Autor: Oliver Schneider TECHNOLOGIE WELCHE VORTEILE ERHOFFEN SIE SICH VON DER BLOCKCHAIN FÜR IHR UNTERNEHMEN? 13 % Bessere Produkte und Dienstleistungen entwickeln 30 % 21 % 22 % 20 % 19 % 17 % 18 % Steigerung der Effizienz des Geschäftsbetriebs Ausweitung der Wertschöpfungskette auf neue Bereiche Stärkere Kundenbeziehungen entwickeln 12 % 10 % Produkte und Dienstleistungen effizienter machen 2 % 3 % 5 % 0 % 4 % 5 % Verbesserung der Effektivität von Marketing und Vertrieb Genauere Verkaufs- und Betriebsprognosen erstellen Andere 2016 2017 Quelle: IBM 2017 Blockchain Adoption Study IBM hat zum zweiten Mal Schweizer Unternehmen zum Thema Blockchain befragt. Im Vordergrund standen dabei zwei Fragen, wie Urs Karrer, Associate Partner and Digital Consulting Lead bei IBM, an einer Presseveranstaltung sagte. Erstens habe IBM herausfinden wollen, ob das Interesse an der Technologie weiter zugenommen habe. Zweitens solle die Umfrage zeigen, wo die Teilnehmer beim Aufbau von Ökosystemen und Plattformen stünden. Fast 70 Firmen hätten an der Umfrage teilgenommen. IBM habe die Teilnehmer in drei Gruppen gegliedert, in «Passives», «Investigators» und «Explorers», je nachdem, wie stark sie sich mit der Blockchain auseinandersetzten. Letztere seien nicht nur generell an der Technologie interessiert, sie würden auch konkrete Projekte aufgleisen und Geschäftsanwendungen testen. Der Anteil der Explorers sei gegenüber der Umfrage von 2016 von 32 auf 53 Prozent gestiegen. Das Interesse habe zugenommen und verschiebe sich hin zu konkreten Use Cases, so Karrer. Demgegenüber sei der Anteil jener Unternehmen, die entweder nicht an der Blockchain interessiert seien oder noch gar nichts über das Thema wüssten, von 34 auf 7 Prozent zurückgegangen. Für IBM ein Zeichen dafür, dass die Blockchain in immer mehr Unternehmen Fuss fasse. Hoffnungen und Hürden Nach Branchen betrachtet seien es vor allem Logistik- und Finanzunternehmen, die Blockchain-Strategien verfolgten. Aber auch Firmen aus den Bereichen Kommunikation und Industrie zeigten vermehrt Interesse an der Technologie. Als Grund für die Beschäftigung mit der Blockchain gab eine relative Mehrheit von 28 Prozent das generelle Interesse an der Technik an. Zunehmend wird als Motivation aber auch die Ausweitung des eigenen Angebots (25 Prozent) und die Transformation des Geschäftsmodells (24 Prozent) genannt, wie Karrer erklärte. Was erhoffen sich Unternehmen vom Einsatz der Blockchain? Laut Umfrage erwarten 21 Prozent, damit bessere Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können. Für 20 Prozent steht die Steigerung der Effizienz von Prozessen im Vordergrund, und 19 Prozent wollen damit ihre Wertschöpfungskette in bislang nicht erreichte Felder ausdehnen. Viele Unternehmen sehen Herausforderungen beim Einsatz von Blockchain. 28 Prozent sähen es etwa als Problem an, dass das Nutzenversprechen der Blockchain aktuell noch nicht definiert sei. Welchen Mehrwert die Blockchain einer Firma biete, müsse in diesen Fällen noch herausgefunden werden, sagte Karrer. 21 Prozent erwähnten als Herausforderung die aktuellen regulatorischen Unsicherheiten. Es sei oft noch nicht klar, ob eine Blockchain-Lösung den Vorgaben gerecht werde. Hier sei auch Aufklärungsbedarf vorhanden, so Karrer. Manchen Firmen müsse man deutlich machen, dass der Einsatz von Blockchain- Lösungen keinen direkten Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin habe. Für 17 Prozent sei es zudem schwierig, geeignetes Know-how und Fachkräfte zu finden. IBM stellte den Unternehmen auch die Frage nach den grössten Hürden für ihre Blockchain-Projekte. 21 Prozent gaben hierzu an, dass die Firmenleitung aktuell dringendere Probleme habe. Für 20 Prozent stellt die mangelnde Reife der Technologie ein Hindernis dar. Im Vergleich zur Umfrage 2016 gewann der Mangel an etablierten Kooperationen und Partnern an Bedeutung. 14 Prozent sehen dies als Hürde bei der Umsetzung. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_89237 DIGITAL TRANSFORMATION 31