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IT for Gov 2017

Nationalrat

Nationalrat forciert E-ID TECHNOLOGIE sma. Das Projekt zur elektronischen Identifizierung (E-ID) hat einen politischen Anschubser erhalten. Am 20. September forderte der Nationalrat den Bundesrat dazu auf, der Gesetzgebung für elektronische Ausweise Priorität zu geben. Der Nationalrat winkte die entsprechende Motion der FDP-Fraktion widerstandslos durch, wie das Parlament berichtet. Die elektronische Identifizierung soll Geschäfts- und Verwaltungsprozesse vereinfachen und beschleunigen, schreibt die FDP. Mit der E-ID könne die Schweiz bis zu 2 Prozent des BIP einsparen, sagte Marcel Dobler, FDP-Nationalrat und Präsident von ICT- Switzerland, an der Ratsversammlung. Gehetzter Bundesrat Zur Haltung des Bundesrats finden sich widersprüchliche Angaben. Auf Parlament.ch heisst es, der Bundesrat habe am 30. August die Ablehnung der Motion beantragt. Der Grund: Der Bundesrat behandle das E-ID-Gesetz bereits priorisiert. Der ordentliche Gesetzgebungsprozess sei im Gange. Der Bundesrat werte derzeit die Stellungnahmen der Vernehmlassung aus. Bis Ende des Jahres wollte der Bundesrat einen Beschluss über das weitere Vorgehen treffen – das war dem Nationalrat wohl nicht schnell genug. In der Mitteilung des Parlaments heisst es dagegen, der Bundesrat sei mit dem Vorstoss einverstanden. Offene Frage bezüglich Vergabe Offen sei nach wie vor die Frage, ob eine staatliche oder private Hand die E-ID ausgeben werde, heisst es in der Mitteilung des Parlaments. Bundesrätin Simonetta Sommaruga sagte, dass diese Frage erst wieder in der Diskussion um den Gesetzesentwurf aufkommen werde. Als Nächstes werde sich der Ständerat mit der Motion befassen. Bild: Freepik.com Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_58711 Uri setzt auf Online-Baueingaben Vernehmlassung für E-Vignette gestartet sma. Der Kanton Uri hat eine digitale Plattform für Baugesuche eingerichtet. Sie erlaubt den Einwohnern, Baugesuche online einzureichen. Ausserdem macht die Plattform die Auflagen aktueller Baupläne öffentlich im Internet zugänglich, wie es in der Mitteilung heisst. Das System basiert auf der Webapplikation Camac, die ursprünglich der Kanton Waadt entwickelte. Heute nutzen ausser Uri acht weitere Kantone Camac – neuerdings auch Schwyz. Mit dem digitalen Verfahren will der Kanton Uri Abläufe optimieren und den Papierverbrauch deutlich reduzieren. Über 100 000 Seiten könnten mit der Plattform bereits heute eingespart werden. «Camac ist eine lizenzfreie Software. Sie wird von den Kantonen selbst betreut», sagt Paul Walker, Projektleiter des Kantons Uri. Konfiguration und Support für das Urner Projekt übernimmt die Adfinis Sygroup mit Sitz in Bern. Sie ist spezialisiert auf Open-Source-Technologien. cgr. In seiner Sitzung vom 21. Juni hat der Bundesrat das Vernehmlassungsverfahren für die elektronische Vignette, kurz E- Vignette, eröffnet. An die Stelle der bisherigen Aufkleber soll eine voll elektronische Version treten. Der Ständerat sprach sich vor einem Jahr für die E-Vignette aus. Die Beitragshöhe von 40 Franken pro Jahr bleibe konstant, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilt. Die E-Vignette soll bei einem ideal ablaufenden Verfahren frühestens im Jahr 2023 eingeführt werden. Im Gesetzesentwurf wurde noch nicht festgelegt, wer die Gebühren eintreiben soll. Zur Diskussion stehen laut der Mitteilung sowohl Drittanbieter wie Kantone. Auch die Technologie sei im Entwurf noch nicht festgelegt, um den Kreis der möglichen Lieferanten nicht schon von Beginn an einzuschränken, heisst es weiter. Dem Datenschutz soll aber eine besondere Bedeutung zukommen. Die E-Vignette ist Teil der Totalrevision des Nationalstrassenabgabegesetzes. Noch bis zum 13. Oktober läuft das Vernehmlassungsverfahren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_55299 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_46542 46

Mit Design-Sprints agil entwickeln Mehr denn je agieren Unternehmen heute in einem komplexen, sich schnell verändernden Umfeld. Dabei gilt es, Unsicherheiten bezüglich der Kundenbedürfnisse und der Lösungsentwicklung zu begegnen. Abraxas tut dies mit Design-Sprints gemäss der «Service Design Thinking»-Methodik. TECHNOLOGIE «Service Design Thinking» ist eine Methodik und Denkhaltung, mit der die wahren Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche des Endkunden eines Produkts erfasst werden können. Ziel ist es, in der Schnittmenge von Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und effektivem Kundennutzen innovative Lösungen zu finden. Dabei werden die Anwenderinnen und Anwender von Anfang an involviert, um während der Entwicklung getätigte Annahmen zu validieren und die Aussenperspektive in die Entwicklung einfliessen zu lassen. Die Methodik wurde bei Abraxas etwa bei der Entwicklung eines Serviceportals für Strassenverkehrsämter angewendet. Dabei wurde ein «Design-Sprint» durchgeführt – ein systematisches Workshop-Format in fünf Blöcken (und im Idealfall in fünf Tagen). Die fünf Schritte des Service Design Thinking: 1. Am ersten Tag werden Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Interessen, Bedürfnisse und Umwelt der unterschiedlichen Kundengruppen zusammengetragen und validiert. Daraus wird eine User Experience Map erstellt. 2. Auf dieser Basis werden am zweiten Tag aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der einzelnen Workshop-Teilnehmer diverse Lösungsvarianten skizziert. 3. In einem weiteren Workshop-Block werden die Schwerpunkte und Vorteile der individuellen Sketches zu einem Story Board zusammengetragen. 4. Beim vierten Aufeinandertreffen wird ein einfacher Prototyp erstellt, der eine möglichst natürliche Interaktion mit der Lösung ermöglicht. 5. Anschliessend wird der Prototyp beim Endkunden unter möglichst realen Bedingungen getestet und die Lösung im Team optimiert. Im beschriebenen Fall sollten anwenderfreundliche Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Dazu wurden zunächst die potenziellen Endanwender analysiert: Wer nutzt das Portal, mit welchen Erwartungen und zu welchem Zweck? Die Annahmen wurden Die Autoren Raffael Buff & Florian Nyffenegger, Business Consultants, Abraxas Informatik gesammelt und nach Risiko und Wichtigkeit bewertet. Darauf aufbauend wurde ein möglicher Weg zum Ziel auf einer «Experience Map» festgehalten: Wann muss der Benutzer wo welche Schritte ausführen, um das Ziel zu erreichen? Anhand der erarbeiteten Experience Map konnten am zweiten Tag in Gruppen die wichtigsten Seiten des Portals identifiziert und in verschiedenen Variationen skizziert werden. Daraus erarbeitete jedes Team ein eigenes Storyboard. Diese unterschieden sich trotz gleicher Ausgangslage erheblich. Im dritten Block wurden die Storyboards diskutiert und bewertet. In jedem fanden sich dank der unterschiedlichen Expertisen der Teammitglieder gute Lösungsaspekte, die mit den anderen kombiniert, verdichtet und zu einem Solution Sketch ausgearbeitet wurden. Immer wieder ergaben sich so interessante, neue Ansätze. Auf der Basis des zusammen erarbeiteten Solution Sketch wurde ein Prototyp erstellt. Der Umfang zur Erarbeitung des Prototyps kann dabei je nach Reifegrad des Projekts variieren. In jedem Fall geht jedoch Geschwindigkeit vor Genauigkeit: So einfach wie möglich, so umfangreich wie nötig. In der letzten Phase wurde der Lösungsansatz mit fünf Testbenutzern getestet. Ihnen wurden Szenarien mit Aufgaben vorgelegt, die sie mit dem Prototyp lösen sollten. Dabei wurde ihr Verhalten genau beobachtet: Wie reagieren die Benutzer und wo suchen sie nach Lösungen? Was wurde verstanden und wo gab es Probleme? Es zeigte sich: Prototyp und Services kamen generell gut an. Es machte jedoch einen grossen Unterschied, wie die Anwenderinnen und Anwender durch den Prozess geleitet wurden. Die fünf Schritte des Service Design Thinking. Montag Problemdefinition Dienstag Ideensuche Mittwoch Ideen evaluieren und weiterentwickeln Donnerstag Erstellen eines Prototyps Freitag Tests mit Endkunden 47