Aufrufe
vor 1 Woche

IT for Health 01 - 2019

E-HEALTH KONKRET « Die

E-HEALTH KONKRET « Die Strategie fürs EPD ist der nächste Schritt. » Roman Plattner, Leiter ICT, Spital Limmattal Notebook oder Smartphone mitbringen und es mit unserem Patienteninformations- und Unterhaltungssystem verbinden. So können sie auf einem Gerät im Internet surfen oder Filme schauen. Wer kein eigenes Gerät dabei hat, kann sich bei uns kostenlos ein Tablet ausleihen. Zudem haben wir unser Netzwerk sowie die Telefonie komplett erneuert und Drucker mit einem sogenannten Print-to-me-System eingeführt. Wozu soll das gut sein? Es vereinfacht vor allem das Ausdrucken vertraulicher Dokumente. Ich gebe einfach den Druckauftrag, scanne meinen Badge bei einem Drucker, und der druckt dann mein Dokument aus. Ich muss also nicht mehr einen bestimmten Drucker auswählen und dann dorthin sprinten. Auf welche Neuerungen sind Sie besonders stolz? Es freut mich, dass wir den Umzug in den Neubau rechtzeitig ZUR PERSON Roman Plattner wurde 1972 in Männedorf geboren. Er diplomierte 1999 als Wirtschaftsinformatiker HF an der HWV Olten, bevor er sein Betriebswirtschaftsstudium an der Berner Fachhochschule als Betriebsökonom FH 2008 erfolgreich abschloss. An der Universität St. Gallen erlangte er 2012 den Executive MBA Business HSG. Plattner verfügt über langjährige und umfassende Erfahrungen als Projektleiter von Fach- und insbesondere IT-Projekten im Gesundheits-, Banken- und Versicherungsbereich. Er ist seit 2014 Leiter ICT im Spital Limmattal und war im vergangenen Jahr Gesamtverantwortlicher für den reibungslosen Umzug der Informations- und Kommunikationstechnologie in den Spital-Neubau. geschafft haben. Und vor allem, dass wir als IT-Abteilung wesentlich dazu beigetragen haben, dass alles reibungslos geklappt hat. Was funktioniert noch nicht so, wie Sie es gerne hätten? Es gibt noch ein paar Stellschrauben, die wir feinjustieren müssen. In ein paar Räumen lässt der WLAN-Empfang noch zu wünschen übrig. Gewisse Roaming-Funktionen laufen noch nicht so rund, wie sie sollen. Aber wir haben glücklicherweise keine grossen Baustellen mehr vor uns. Welche Projekte stehen bei Ihnen 2019 an? Zunächst wollen wir die Neuerungen wie die IP-Telefonie oder unser Netzwerk optimieren. Dann werden wir die Einführung des EPD in Angriff nehmen – ein grosses Projekt, das uns lange beschäftigen wird. Ausserdem steht die Migration auf Windows 10 vor der Tür. Haben Sie für die Einführung des EPD einen konkreten Plan? Dafür ist es noch etwas zu früh. Bis vor Kurzem haben wir uns auf den Neubau fokussiert. Die Strategie fürs EPD ist der nächste Schritt. Ist die Cloud als Datenspeicher für Sie ein Thema? Cloud-Lösungen sind ein grosses Thema. Wir prüfen laufend, was es für Möglichkeiten gibt, die unseren Sicherheitsstandards entsprechen. Allerdings bin ich skeptisch, was die Compliance mit den Datenschutz-Vorgaben betrifft. Deswegen möchte ich derzeit noch keine umfassenden Cloud-Lösungen implementieren. 10

« Die Gesundheitsversorgung wird tiefgreifend reformiert » Das Swiss E-Health Forum 2019 thematisiert die Kluft zwischen Hoffnung und Realität im digitalen Gesundheitswesen. Jürg Lehni, Veranstalter des Forums, spricht im Interview über Inspiration, Brücken und das elektronische Patientendossier. Interview: Kevin Fischer E-HEALTH KONKRET Wer ist das Zielpublikum des Swiss E-Health Forums? Jürg Lehni: «Um Versorgungsprozesse stärker zu vernetzen und zu digitalisieren sind 90 Prozent Herzblut und 10 Prozent Technik nötig», sagte Urs Zanoni, Geschäftsführer des Schweizer Forums für integrierte Versorgung und Referent am Swiss E-Health Forum 2019. Dem stimme ich voll zu. Die digitale Vernetzung von Versorgungsprozessen führt zu einer tiefgreifenden kulturellen Reform der Gesundheitsversorgung. Für den Erfolg entscheidend ist das Verständnis, dass die digitale Vernetzung neue Beziehungen ermöglicht – im Dreieck Patienten, Behandelnde und IT-Anbieter. Das Forum ist deshalb ein Muss für alle Führungspersönlichkeiten und Fachpersonen im stationären und ambulanten Gesundheitswesen, welche die Chancen und Potenziale einer zunehmend digitalen Welt zum Vorteil aller nutzen wollen. Jürg Lehni, Veranstalter des Swiss E-Health Forums. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_126650 Worauf freuen Sie sich am diesjährigen E-Health Forum am meisten? Das Swiss E-Health Forum steht für Wissensvermittlung, wertvolle Impulse, gegenseitige Inspiration, Praxisbezug und erstklassiges Networking. Dieses Jahr legen wir das Augenmerk gezielt auf die Kluft zwischen Hoffnung und Realität im digitalen Gesundheitswesen. Ich freue mich auf die Referate und Podiumsdiskussionen im Plenum. Sie sollen Brücken schlagen, um die Vision eines digitalen Gesundheitswesens mit einem Mehr an Effizienz, Behandlungsqualität und Patientensicherheit Realität werden zu lassen. Gespannt bin ich auch auf die rund 20 Solution-Präsentationen im Rahmen des Nachmittagsprogramms. Aufgrund der eingereichten Themenbeschriebe dürfen wir hier sehr konkrete Lösungen erwarten. Ebenso sehr freut mich, dass die Schweizer E-Health-Community geschlossen vor Ort präsent ist. IHE und der VGI.ch führen ihre Vereinsversammlungen am Donnerstag vor Ort durch, die SGMI am Freitag. Rund 30 Fachverbände und Institutionen des Schweizer Gesundheitswesen tragen das Forum als Patronatspartner ideell mit und empfehlen die Teilnahme ihren Mitgliedern. Die wichtigsten Industrie- und Dienstleitungspartner sind vor Ort präsent. Und last but not least auch die Fachmedien, die über den Anlass berichten werden. Sie haben die Kluft zwischen Hoffnung und Realität im digitalen Gesundheitswesen erwähnt. Können Sie ein Beispiel dafür nennen? Grundsätzlich wird heute mehrheitlich immer noch mit PDFs gearbeitet – auch und im Besonderen beim elektronischen Patientendossier. Damit Gesundheitsinformationen im Behandlungsprozess rasch und systemunabhängig ausgetauscht und gelesen werden können, braucht es die semantische Interoperabilität der Daten. Die Nutzung von unterschiedlichen Ordnungssystemen führt dazu, dass beispielsweise Pflegediagnosen vom Informationssystem im Spital nicht direkt in das System der Spitex übernommen werden können. Die Prozessinteroperabilität ist somit nicht vorhanden. Während des Informationsaustauschs besteht die Gefahr, dass Informationen verloren gehen, und die gleichen Informationen vom Personal erneut erfasst werden müssen. Ein weiterer Knackpunkt sind Vergütungsmodelle, welche die Abgeltung digitaler Gesundheitsleistungen sichern und deren finanzielle Abgeltung klar regeln. Am Forum wird es darum gehen, den Mehrwert eines digitalen Gesundheitswesens für den Patienten und alle Beteiligten aufzuzeigen. Denn nur wer für den Patienten und für sich als Gesundheitsfachperson einen klaren Mehrwert sieht, ist bereit, die Digitalisierung mit viel Herzblut voranzutreiben. 11

Archiv