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IT for Health 01 - 2019

PRODUKTE & TECHNIK

PRODUKTE & TECHNIK Weniger Fehlalarme auf der Intensivstation ssc. Die meisten Alarme auf den Intensivstationen werden ausgelöst, ohne dass das Leben des Patienten in dem Moment akut gefährdet ist. Solche Fehlalarme halten das medizinische Personal auf Trab, und es besteht die Gefahr, dass die echten Alarme in der Flut der Fehlalarme untergehen. Forscher der ETH Zürich haben nun in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Neurochirurgischen Intensivstation des Universitätsspitals Zürich eine Methode des maschinellen Lernens geschaffen, die Fehlalarme reduzieren soll. Sie basiert auf einer Kombination von Daten, die mit Zustimmung der Patienten erhoben wurden. Die Forscher kombinierten und synchronisierten die Daten verschiedener Messgeräte, die unabhängig voneinander laufen. Mithilfe maschinellen Lernens sollen so medizinisch nicht-relevante Alarme identifiziert werden. Der Algorithmus funktioniere auch mit bruchstückhaften Informationen. Das System sortiere 77 Prozent aller Fehlalarme aus, teilen die Forscher mit. kfi. Der Schweizer Hörgerätehersteller Phonak ist eine Partnerschaft mit Microsoft eingegangen. Dank der Azure-Plattform des Softwareherstellers soll ab Ende November ein Remote Support Service dazu in der Lage sein, Hörgeräte des Schweizer Unternehmens per Fernzugriff anpassen zu können, wie Phonak in einer Mitteilung schreibt. Diese Neuerung geschehe vor dem Hintergrund des wachsenden E-Health-Angebots und soll eine bessere Betreuung ermöglichen, da der Zeitaufwand reduziert und der Reiseaufwand des Kunden beseitigt werde. Martin Grieder, GVP Hearing Instruments Marketing der Phonak-Muttergesellschaft Sonova, schreibt: «Unsere strategische Partnerschaft mit Microsoft bietet Hörgeräteträgern Zugang zu zeitnahen und optimierten Nachjustierungen und verschafft Hörakustikern einen Vorteil durch die Nutzung der neuesten Innovationen in den Bereichen Fernunterstützung und E- Health.» Phonak und Microsoft tunen Hörgeräte Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_123051 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_114721 Anzeige 33 süsse Geschenke für alle, die jetzt diesen QR Code scannen. 20 bsi-software.com/lovestory

« ICT-Systeme in Spitälern sind häufig veraltet und proprietär » Ausfälle von Informations- und Kommunikationssystemen können in Spitälern verheerende Folgen haben. David Roman, Director und Digital Health Leader bei PwC Schweiz, erläutert im Gespräch, mit welchen ICT-Herausforderungen Schweizer Spitäler konfrontiert sind und wie sie diese bewältigen können. Interview: Marcel Urech PRODUKTE & TECHNIK Nach Silvester fiel in verschiedenen Schweizer Spitälern das Patientenrufsystem aus. Wie konnte das passieren? David Roman: Im genannten Fall liess sich der Fehler auf ein mangelhaftes Update des Herstellers zurückführen. Dieses Ereignis zeigt die Hauptproblematik der ICT-Landschaft im Schweizer Gesundheitswesen auf. Was ist die Hauptproblematik? Die ICT-Architektur in einem Spital ist hochkomplex und nur schwer beherrschbar. Sie muss unendlich vielen Wünschen gerecht werden. Ein durchschnittliches Spital setzt mehrere hundert Systeme ein, die historisch gewachsen sind. Viele Systeme heisst noch mehr Schnittstellen, nach innen und aussen. Die Systeme sind häufig veraltet und proprietär konzipiert. Sie werden vorwiegend vom Hersteller kontrolliert und weiterentwickelt. So müssen sich die Verantwortlichen fast blind auf ihre Lieferanten verlassen. Und das ist noch nicht alles: Das Gesundheitswesen steckt mitten in der digitalen Transformation. Integrierte Versorgungs- und Ökosysteme entstehen, Prozesse werden automatisiert, Patienten digital integriert. Das schafft weitere Schnittstellen und eine gewisse Abhängigkeit von der ICT-Abteilung. Und schliesslich ist der Mehrwert des ICT-Risikomanagements nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. So schenken manche Spitäler diesem Thema nur wenig Aufmerksamkeit und führen Kontrollen mangelhaft oder nur sporadisch durch. Warum diese Nachlässigkeit? Das oberste Ziel jeder ICT ist der störungsfreie operative Betrieb. Das allein ist schon eine Herausforderung. Zusätzlich laufen in einem Spital dutzende ICT-Projekte gleichzeitig. Jeder leitende Arzt will natürlich, dass sein Projekt prioritär behandelt wird. Das setzt die ICT-Abteilung unter enormen zeitlichen und personellen Druck. Sie hat gar keine Zeit für tiefgreifende Analysen. Eine solche kann sie zwar als Stichtagsbetrachtung durchführen, nicht aber als kontinuierlichen Prozess. Welche Folgen hat das? Ein ICT-Experte, der im Rahmen eines Projekts Risikomanagementfunktionen und Kontrollmechanismen verlangt, wird als «Verhinderer» gesehen. Darum wird einer guten ICT-Compliance David Roman, Director und Digital Health Leader bei PwC Schweiz. in den meisten Gesundheitseinrichtungen keine oder nur wenig Bedeutung beigemessen. Wie sehen Spitalverantwortliche die ICT? Viele ICT-Abteilungen durchlaufen zurzeit einen Wandel von Selbstverständnis und Fremdbild: vom Bereitsteller von Hardware und Netzwerken zum Projektleiter und Berater für agile Businessprozesse. Als solcher will man den internen Kunden beraten und ihm einen Vorteil verschaffen. Was können Spitäler tun, um ICT-Risiken zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren? Es wäre falsch zu glauben, dass Spitäler nichts gegen ICT-Risiken unternehmen. Klinische Systeme sind immer mehrfach ausgelegt und mit Alarmfunktionen bestückt, damit Ausfälle verringert werden. Wer seine ICT-Compliance über die reine Technik hinaus optimieren will, sollte strukturiert vorgehen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_126817 21

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