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IT for Health 01 - 2019

FORSCHUNG & LEHRE KI

FORSCHUNG & LEHRE KI soll ambulante Operationen optimieren ych/jor. Der Westschweizer Analytics-Spezialist Calyps hat eine Finanzspritze von Innosuisse erhalten, um eine Anwendung mit künstlicher Intelligenz (KI) zu entwickeln, die bei der Planung ambulanter chirurgischer Eingriffe helfen soll. Das Ziel bestehe darin, die Abläufe zu optimieren, indem die Ausfallzeiten begrenzt und die Auslastung der Operationssäle erhöht werde, erklärt Karim Bensaci, technischer Direktor von Calyps, auf Anfrage des «ICTjournal». Das Forschungsprojekt werde in Zusammenarbeit mit Stephan Robert und Efstratios Rappos durchgeführt. Die beiden Forscher arbeiten am Institut für angewandte Forschung und Entwicklung der Waadtländer Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaft. Sie arbeiten derzeit an einem System, das dafür sorgen soll, dass Patienten und Ärzte stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, sagt Bensaci. Anschliessend wollen die Forscher die algorithmischen Modelle weiterentwickeln und sie im Rahmen von neuronalen Netzen trainieren. HSLU startet CAS ICT in Healthcare jor. Die Hochschule Luzern (HSLU) hat einen CAS ICT in Healthcare lanciert. Das Weiterbildungsangebot soll Grundlagen des Gesundheitswesens sowie der Informations- und Kommunikationstechnik vermitteln. Die Dozenten besprechen Themen aus dem Recht, dem Datenschutz und der Informationssicherheit, wie die HSLU auf ihrer Website mitteilt. Der Lehrgang sei interdisziplinär ausgerichtet. Er ist aufgeteilt in die Module Grundlagen Medizin, Recht, Datenschutz und Berufsgeheimnis, Projekte, Prozesse und Innovationen, Informationssicherheit, Cybercrime, Information Technology, Soft Skills und Kommunikation. Die HSLU will mit dem Angebot sowohl technische wie auch medizinische Fachpersonen ansprechen, da die Digitalisierung im Gesundheitswesen nur schleppend voran komme. Der Lehrgang dauert vom 10. Mai bis zum 27. September 2019. Kostenpunkt: 7900 Franken. Interessierte können sich bis zwei Wochen vor Kursbeginn anmelden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_108465 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_126736 Die Software für Digitalisierungsmacher Digitalisierungsplattform: Mit BSI Studio Interaktionen automatisieren und in Echtzeit auf Kunden eingehen. www.bsi-software. com/studio. Krankenversicherungen wird es immer geben. Aber wo können Digitalisierung und Automatisierung das Kundenerlebnis verbessern und manuelle Aufgaben reduzieren? Mit der Digitalisierungsplattform BSI Studio lassen sich manuelle Prozesse und Datensilos eliminieren – für kundenfreundliche Echtzeit-Reaktionen und somit eine bessere Customer Experience. So lässt sich die Zukunft des Kundendialogs aktiv gestalten. Alle reden von Digitalisierung – BSI lässt Taten sprechen Software von BSI macht Krankenversicherungen erfolgreicher sowie Kunden und Anwender glücklich. BSI CRM ist die führende Krankenkassen-Suite im Markt. Hinzu kommen innovative Anwendungen wie die Digitalisierungsplattform BSI Studio, der unermüdliche Helfer im digitalen Kundenkontakt. Immer mit dabei: 360-Grad-Sicht auf alle Daten und echter Fullservice, von A wie Analyse über L wie Leadmanagement, P wie personalisierter Content bis Z wie Zufriedenheit. Robuste Technologie, die heute überzeugt – und für morgen und übermorgen bereit ist. Von unserer Software profitieren täglich über 120000 Anwender in Unternehmen wie ÖKK, Sanitas, SWICA, Visana, Agrisano, die Bayerische, ERGO Direkt, Gothaer, Münchener Verein, Versicherungskammer Bayern u.a.m. Dahinter steht die leidenschaftliche Arbeit von 330 Ingenieuren und Projektleitern – in Baar, Baden, Bern, Darmstadt, Düsseldorf, Hamburg, München, Zürich. Und überall dort, wo Sie uns brauchen. BSI BUSINESS SYSTEMS INTEGRATION AG Täfernweg 1 CH-5405 Baden +41 41 766 86 31 karlo.lovric@bsi-software.com www.bsi-software.com/health 32

Spielend Nackenschmerzen heilen Mit Nackenbewegungen Monster verjagen: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt mit Partnern aus Industrie und klinischer Praxis ein System, das Nackentherapie mit Computerspielen verknüpft. FORSCHUNG & LEHRE Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden. In der «Global Burden of Disease»-Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation (University of Washington) rangierten sie 2013 auf dem vierten Platz der Beschwerden, die am häufigsten Behinderungen verursachen – noch vor den «Volkskrankheiten» Diabetes und Migräne. Eine einheitliche Therapie, um die Nackenbeschwerden zu lindern, gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Ursachen, zu vielfältig die Bedürfnisse der Betroffenen. Insbesondere bei Menschen mit einer gewohnheitsmässigen Fehlhaltung kann eine Feedback-basierte Physiotherapie nützlich sein. Aus diesem Grund entwickeln wir mit dem Projekt «Valedo Nackentherapie» ein computerbasiertes Trainingssystem. Die Gamification macht aus eher trockenen Übungen ein motivierendes Spiel. Es soll eine individualisierte und günstige Therapie ermöglichen – und dabei erst noch Spass machen. Das System erfasst die Bewegungen der Patientin oder des Patienten und überträgt sie in ein Computerspiel. So muss mit gezielten Nackenbewegungen beispielsweise ein Lichtkegel gesteuert werden, um eine Spielfigur in einem dunklen Wald vor Monstern zu beschützen. Diese «Gamification» macht aus eher trockenen Übungen ein motivierendes Spiel und visualisiert die Bewegungen für die Betroffenen. Gleichzeitig wird die Haltung des Nackens analysiert. So können Fehlhaltungen, insbesondere der nach vorne geschobene Kopf – auch Schildkrötenhals genannt – sichtbar gemacht und korrigiert werden. Der Autor Christoph Bauer, Projektleiter «Valedo Nackentherapie», stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Physiotherapiewissenschaft an der ZHAW Nicht zuletzt sind in das Projekt mit der Universitätsklinik Balgrist, Balgrist Move>Med, dem Kantonsspital Winterthur, dem Physiowerk Aadorf und der Medbase-Praxis Archhöfe mehrere Praxispartner involviert. Die enge Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist entscheidend. Sie gaben von Beginn an wichtige Inputs für die Praxistauglichkeit des Systems: Welche Übungen und Bewegungs- Assessments müssen integriert werden? Was sind die Anforderungen an Tragekomfort und Gewicht der Bewegungssensoren? Die Prototypen wurden von den Praxen und Kliniken zudem in einer mehrmonatigen Testphase in der Praxis eingesetzt. So gab es laufend Feedbacks, die zur weiteren Verbesserung des Systems beigetragen haben. Nach etwas über zwei Jahren wird das Projekt diesen Frühling abgeschlossen. Dann entscheidet sich, welcher der zwei Prototypen das Rennen macht und – falls er zur Markreife weiterentwickelt wird – künftig dabei hilft, Nackenschmerzen zuhause oder in einer Klinik spielerisch zu therapieren. Partner testeten in der Praxis Zahlreiche Partner sind an dem von der Agentur für Innovationsförderung des Bundes Innosuisse mitfinanzierten Projekt beteiligt. Das ZHAW-Departement Gesundheit leitet und koordiniert es und testet die Prototypen in seinem Bewegungslabor, wo mit dem hochpräzisen Vicon-System der «Goldstandard» der Bewegungserfassung steht. Die ZHAW School of Engineering entwickelte auf Basis des Virtual-Reality-Tracking Systems von HTC die Hard- und Software einer laserbasierten Bewegungserfassung für einen Prototyp. Die auf roboter- und sensorgestützte Therapiegeräte spezialisierte Firma Hocoma wiederum steuerte als Industriepartner die Spielesoftware und für den zweiten Prototyp ihre bestehende Technologie mit tragbaren Bewegungssensoren bei. Prototyp mit laserbasierter Bewegungserfassung: Die Nackenbewegungen des Patienten werden in ein Computerspiel übertragen. 33

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