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IT for Health 2 / 2019

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Grafik: chanut iamnoy /

Grafik: chanut iamnoy / iStock.com Cloud und Kollaboration jor. Das Gesundheitswesen lebt von der Zusammenarbeit. Nur wenn die Leistungserbringer am selben Strang ziehen, kann die Versorgung der Bevölkerung mit ärztlichen Diensten funktionieren. Der Schlüssel dafür liegt heute in der Informatik. Genauer gesagt: in der Cloud. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt für die digitale Kollaboration. Ärzte und Therapeuten nutzen mehr und mehr webbasierte Lösungen als Software-as-a-Service, wie Jean-Pierre Messerli, Arzt, Medizininformatiker und bei Swisscom Health für das Praxisinformationssystem «curaMED» verantwortlich, auf Seite 21 schreibt. Die Vorzüge: ortsunabhängiger Zugriff, automatische Updates, kein Aufwand mit Datensicherung und Aktualisierung von Katalogen oder Medikamentenstammdaten. Messerli schreibt über Praxisinformationssysteme. Deren heutiger Wandel sei vergleichbar mit der Ablösung von MS DOS durch Windows. Es gebe Parallelen zwischen dem Wandel des Schweizer Gesundheitswesens und der Entwicklung seines Unternehmens, sagt Markus Sager, CEO von Swisscom Health, im Interview auf Seite 22. Sager spricht über den Zustand des Schweizer Gesundheitswesens sowie darüber, wie die digitale Zusammenarbeit zwischen ambulant und stationär gelingen kann und wo Swisscom heute steht, was die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers (EPD) angeht. Für Sager bedeutet das EPD ein Paradigmenwechsel: «Wir Bürgerinnen und Bürger erhalten die Hoheit über unsere Gesundheitsdaten. Das rückt uns stärker als je zuvor ins Zentrum der medizinischen Behandlung.» 20

Die Zukunft gehört der Kollaboration Cloud und Kollaboration sind die Pfeiler, auf denen die Praxisinformationssysteme der Zukunft aufbauen. Ganzheitliche Betreuung ist nur gemeinsam möglich – mit anderen Fachpersonen und mit dem Patienten. DOSSIER IN KOOPERATION MIT SWISSCOM Als in den 1990er-Jahren die alte DOS-Welt von Windows abgelöst wurde, war das ein grundlegender Technologiewandel. Vergleichbares passiert heute bei den Praxisinformationssystemen (PIS). Ärzte und Therapeuten setzen zunehmend auf webbasierte Lösungen als Software-as-a-Service aus der Cloud. Die Vorzüge sind vielfältig: ortsunabhängiger Zugriff, automatische Updates, kein Aufwand mit Datensicherung und Aktualisierung von Katalogen oder Medikamentenstammdaten. Und die besonders schützenswerten Patientendaten befinden sich datenschutzkonform in einem hochsicheren Rechenzentrum. Anforderungen verändern sich Mit dem Umstieg auf die Cloud-Technologie ist die Weiterentwicklung heutiger PIS aber nicht abgeschlossen. Sie fängt erst an. Die Anforderungen an entsprechende Lösungen wandeln sich stark und nehmen zu. Das ist nicht zuletzt eine Folge der sich verändernden Organisationsformen im ambulanten Sektor. Gesundheitszentren der Zukunft werden aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Praxisassistentinnen, Apothekern, Gesundheitsfachpersonen aus Pflege, Spitex und Ernährungsberatung sowie Hebammen, Case Manager und anderen bestehen. Jeder Betreuende benötigt seine eigene Sicht auf die medizinischen Daten des Patienten und eine gemeinsame Sicht auf die betreuungsrelevanten Informationen. Kollaboration stärken Das PIS von morgen ermöglicht daher die Steuerung des gesamten Behandlungspfades eines Patienten. Es erleichtert die Zusammenarbeit von Gesundheitsfachpersonen gleicher und verschiedener Berufsgruppen innerhalb der Praxis und unternehmensübergreifend. Es ermöglicht berechtigten Personen den Der Autor Jean-Pierre Messerli, Arzt, Medizininformatiker und bei Swisscom Health für das Praxisinformationssystem «curaMED» verantwortlich externen Zugriff auf ausgewählte medizinische Information aus der Krankengeschichte oder das gemeinsame Führen der betreuungsrelevanten medizinischen Daten (Shared Medical Record). Nicht zuletzt wird es die Abbildung von alternativen Versicherungsmodellen und integrierter Versorgung (Managed Care) erlauben. Behandlung und Produktivität verbessern Das PIS der nächsten Generation wird die Behandelnden auch in ihrem medizinischen Handwerk unterstützen (Medical Engineering) und damit zu einer Qualitätssteigerung beitragen. Es wird integrierte Guidelines und Best-Practices beinhalten, Monitoring zum Beispiel von Diabetes oder Hypertonie erlauben, Clinical Decision Support bieten oder Prävention ermöglichen – etwa durch Früherkennung auf Basis der medizinischen Dokumentation. Schliesslich muss das PIS – heute und in Zukunft – Prozessoptimierungen und die Steigerung der Effizienz ermöglichen. Stichworte sind hier automatisiertes Abrechnen, Spracherkennung, Checklisten oder Ressourcenplanung und -optimierung. All das und vieles mehr erlaubt es Praxen, ihre Produktivität zu erhöhen. Davon haben nicht nur Ärztinnen, Therapeuten und Praxisassistentinnen etwas. Von digitalen Tools der nächsten Generation profitieren nicht zuletzt auch die Patientinnen und Patienten. Grafik: Alex / AdobeStock.com 21

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