Aufrufe
vor 1 Woche

IT for Health 2 / 2019

  • Text
  • Unternehmen
  • Informationen
  • Medizinischen
  • Menschen
  • Schweizer
  • Digitalen
  • Digitalisierung
  • Digitale
  • Patienten
  • Gesundheitswesen

DOSSIER IN KOOPERATION

DOSSIER IN KOOPERATION MIT SWISSCOM « Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz entfaltet die Digitalisierung ihren vielfältigen Nutzen » Markus Sager, der neue CEO von Swisscom Health, sieht einige Parallelen zwischen der Transformation im Schweizer Gesundheitswesen und der Entwicklung seines Unternehmens. Seiner Meinung nach müssen die Dinge noch mehr zusammenwachsen, um für alle Akteure eine maximale Wirkung zu ermöglichen. Interview: Roger Welti, Swisscom « Wir sehen es als unsere Aufgabe, die digitalen Werkzeuge für Ärzte, Therapeuten, Spitäler und Patienten weiterzuentwickeln und sie vor allem auch zusammenwachsen zu lassen. » Markus Sager, CEO, Swisscom Health Wie steht es um den Zustand des Schweizer Gesundheitswesens? Markus Sager: Die digitale Transformation ist in vollem Gang – mit vielen neuen Möglichkeiten, aber auch mit den dazugehörigen Geburtswehen und Unsicherheiten. Mir scheint, dass die Gesundheitseinrichtungen und auch die Technologieanbieter teils noch zu sehr mit den einzelnen Use Cases beschäftigt sind und noch nicht im grossen Ganzen Lösungen anbieten können. Was heisst das konkret? Ich bin überzeugt, dass wir die verschiedenen digitalen Lösungen im Gesundheitswesen auf eine gemeinsame Basis, eine Plattform bringen müssen, auf der sie für alle einfach zugänglich sind. Nur mit einem ganzheitlichen und durchgängigen Ansatz entfaltet die Digitalisierung ihren vielfältigen Nutzen. Und nur so wird eine zeitgemässe und effiziente Kollaboration, wie wir sie in anderen Lebensbereichen gewohnt sind, auch im Gesundheitswesen zum Alltag. Und was ist der Beitrag von Swisscom Health, damit diese Vision irgendwann zur Realität wird? Vieles ist nicht mehr Zukunftsmusik, sondern heute schon Realität. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die digitalen Werkzeuge für Ärzte, Therapeuten, Spitäler und Patienten weiterzuentwickeln und sie vor allem auch zusammenwachsen zu lassen. 22

Wie sieht das im Alltag aus? Nehmen wir unsere Praxissoftware «triaMED» und «curaMED», die wir derzeit zu einem Produkt verschmelzen. In der alten Welt waren sie digitale Hilfsmittel des niedergelassenen Arztes, mit dem er seine Agenda und seine Krankengeschichten führte. Das Einsatzgebiet der Software endete sozusagen an der Praxistür. Eine ganzheitliche Betreuung des Patienten verlangt aber nach mehr. Sie ruft nach einer effizienten und sicheren Kollaboration zwischen verschiedenen Leistungserbringern – und nach einer zeitgemässen Kommunikation mit dem Patienten selbst. Und all das leistet Ihre Praxissoftware? Ja. Natürlich muss sie ihren Nutzern weiterhin die Basisfunktionalitäten wie Agenda, Krankengeschichte oder Apotheke bieten. Die Praxis kann zudem aus dem System heraus abrechnen und bei Bedarf weitere Services wie Mahnwesen oder Vorfinanzierung von uns beziehen. Darüber hinaus ermöglicht unsere Software zum Beispiel die Online-Terminbuchung durch den Patienten oder die Einbindung von elektronischen Impfdossiers. Sie erlaubt es dem Arzt, seinen Patienten digital Formulare zuzustellen – etwa für den erstmaligen Anmeldeprozess in der Praxis oder im Zuge der Nachbehandlung. Und selbstverständlich kommt diese moderne Lösung aus der Cloud und ist darum überall und jederzeit verfügbar. So wird die Software für die Praxis zum Kollaborationswerkzeug für zahlreiche Beteiligte. « Wir entwickeln unsere Praxissoftware weiter, sodass auch ambulant tätige Ärzte am EPD problemlos teilnehmen können. » Markus Sager, CEO, Swisscom Health Wie steht es um die digitale Zusammenarbeit zwischen ambulant und stationär? Auch diese Brücke bauen wir heute schon. Die Zuweisung eines Patienten etwa muss längst nicht mehr per Fax oder Brief erfolgen. Ärzte können diese aus ihrer Praxissoftware heraus vornehmen. Der Vorteil: Relevante Informationen werden automatisiert, rasch und fehlerfrei ins Primärsystem des Spitals übertragen. Das erhöht die Effizienz und spart Kosten. Die Spitäler treibt derzeit vor allem das elektronische Patientendossier (EPD) um. Wo steht Swisscom bei dessen Umsetzung? Wir sind auf Kurs. Swisscom baut die EPD-Infrastruktur für die XAD-Stammgemeinschaft beziehungsweise deren Betreibergesellschaft Axsana auf und damit für mehr als die Hälfte der Leistungserbringer und der Bevölkerung in total 13 Kantonen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Unsere IT-Experten konzipieren, entwickeln und testen Komponenten, die ab April 2020 im Einsatz stehen werden. Parallel zur Entwicklung der EPD-Plattform muss auch die Anbindung der Spitäler und Kliniken an diese Infrastruktur erfolgen. Auch hier ist ein speziell ausgebildetes Team intensiv im Einsatz. Und natürlich entwickeln wir auch unsere Praxissoftware so weiter, dass eine Teilnahme am EPD auch für ambulant tätige Ärzte einfach wird. « Das EPD könnte sich künftig zur zentralen Plattform im Gesundheitswesen entwickeln. » Markus Sager, CEO, Swisscom Health Welche Erfolgschancen geben Sie dem EPD? Ich persönlich bin von seinem Nutzen überzeugt. Das EPD bedeutet einen Paradigmenwechsel. Wir Bürgerinnen und Bürger erhalten die Hoheit über unsere Gesundheitsdaten. Das rückt uns stärker als je zuvor ins Zentrum der medizinischen Behandlung. Wir erhalten die Gelegenheit, uns besser über unsere Gesundheit zu informieren, uns eine Meinung zu bilden und uns aktiv einzubringen. Wir werden kompetenter in einem Thema, das uns alle persönlich stark betrifft und uns noch dazu jeden Monat viel Geld kostet. Zudem könnte sich das EPD zukünftig zu einer zentralen Plattform im Gesundheitswesen entwickeln – für Gesundheitseinrichtungen ebenso wie für die Bevölkerung. Das ist noch kein Garant dafür, dass die Menschen diese digitalen Tools auch wirklich einsetzen. Natürlich nicht. Dafür müssen wir sorgen, indem wir die Bedienung der Tools einfach machen und mit ihnen einen klaren Nutzen bieten. Damit sind wir wieder beim eingangs erwähnten ganzheitlichen und durchgängigen Ansatz. Ob Arzt, Pflegefachperson oder Bürgerin: Sie alle wollen sich einmalig einloggen und dann einfach und sicher von attraktiven digitalen Services profitieren. An dieser Welt bauen wir bei Swisscom aktuell. Welche Bedeutung haben Technologien wie die künst liche Intelligenz und Cloud-Lösungen für diese Welt? Künstliche Intelligenz entfaltet dort ihr Potenzial, wo grosse Datenmengen im Spiel sind. Das ist im Gesundheitswesen zweifelsohne der Fall. Anwendungsmöglichkeiten bieten sich etwa in der Interpretation von Bilddaten oder in der Spracherkennung, was wir für unsere Praxissoftware prüfen. Cloud-Lösungen sind aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen etwa bei «curaMED» oder beim EPD für Sicherheit und hohe Verfügbarkeit. Und sie werden für Spitäler angesichts der rasch und stark zunehmenden Datenmengen immer wichtiger werden. Swisscom ist da als vertrauenswürdiger Schweizer Cloud-Anbieter bestens positioniert. DOSSIER IN KOOPERATION MIT SWISSCOM 23

Archiv