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IT for Health 2 / 2019

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einfacher. besser. zusammen. Patienten Das MediData-Netz: das umfassendste Netzwerk für Healthcare Professionals. Leistungserbringer, Kostenträger, Kantone und Patienten – das MediData-Netz verbindet alle. Für einen effizienten, kostengünstigen und sicheren Austausch medizinischer und administrativer Daten – und für eine verbesserte Zusammenarbeit im Schweizer Gesundheitswesen. Spitex Labors Apotheken Kantone Ärzte Therapeuten Spitäler Versicherer Für eine gesunde Entwicklung. www.medidata.ch JETZT ANMELDEN

Nicole Westenfelder (l.) moderierte die Diskussion; Jürg Bleuer (l.) und Fabian Röthlisberger beantworteten kritische Fragen. GESELLSCHAFT & POLITIK Die wunden Punkte des digitalen Gesundheitswesens Am EDI-Podium von Medidata haben die Gäste und Referenten über die E-Health-Knacknüsse diskutiert. Wie gehen wir mit Gesundheitsdaten um? Wo stehen wir bei der Einführung des EPD? Die Teilnehmer haben in Luzern gestritten – und schliesslich auch über sich selbst gelacht. Autor: Joël Orizet Der IT-Dienstleister Medidata hat am 28. Juni das jährliche EDI-Podium im Luzerner Kantonsratssaal veranstaltet. EDI steht für Electronic Data Interchange – auf Deutsch: elektronischer Datenaustausch. Mit der Veranstaltung will Medidata die Entscheider und Experten aus dem Schweizer Gesundheitswesen zusammenbringen. Rund 100 Besucher folgten der Einladung. Die Referenten und Gäste stellten kritische Fragen und in den Diskussionen schenkten sie sich nichts. Manche machten einander happige Vorwürfe. Andere plädierten für mehr Zusammenarbeit. Und schliesslich übten sich alle in der Kunst, über sich selbst zu lachen. Das heikle Geschäft mit Gesundheitsdaten Was machen wir mit all den Gesundheitsdaten? Wie können wir sie nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen? Auf diese Frage gibt es derzeit drei mögliche Antworten. Zwei davon sind problematisch, eine ist sinnvoll, wie Jakub Samochowiec, Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institut, zu verstehen gab. Der klassische, ökonomische Ansatz will Anreize schaffen. Gesundes Verhalten soll belohnt, ungesundes bestraft werden. Einige Krankenkassen verfolgen mit ihren Gesundheits-Apps dieses Prinzip: Messt eure Schritte, teilt eure Daten und zahlt dafür weniger Prämien! Oder im Umkehrschluss: Wer seine Daten nicht teilt, muss mehr bezahlen. Momentan würden Krankenkassen vor allem Boni für Bewegungsdaten anbieten. Das sei erst der Anfang, sagte Samochowiec. «Je besser man wird, das gesundheitliche Verhalten zu messen und vorherzusagen, desto stärker gerät das Solidaritätsprinzip unter Beschuss.» Vernunft allein kann es auch nicht sein Die zweite Möglichkeit, um Gesundheitsdaten zu nutzen, dreht sich weniger um Anreize und mehr um Risiken. Es geht darum, gute Gründe aufzuzeigen, warum sich Menschen gesund verhalten sollten. Und diese guten Gründe lassen sich in Form von Wahrscheinlichkeiten aufzeigen. Eine App könnte dem Nutzer aufzeigen: Wenn er weiterhin herumlungert und Kartoffelchips futtert, steigt etwa das Risiko eines Herzinfarktes um so und so viel Prozent. Dieser Ansatz ist zwar rational, aber das reicht nicht, wie Samochowiec sagte. Studienergebnissen zufolge könnten Menschen mit Prozentwerten und Wahrscheinlichkeitsrechnungen nur wenig anfangen. «Wir überschätzen geringe Risiken und unterschätzen die hohen.» Die Medien trügen daran eine Mitschuld, weil sie die Realität verzerrt abbildeten. Ein Beispiel: Herzkrankheiten kommen kaum in den Medien vor, obwohl sie in der Schweiz die Todesursache Nummer eins sind. Handkehrum stirbt hierzulande kaum jemand infolge eines Anschlags, und doch sind die Zeitungen voll von Meldungen über Terrorismus. Werkzeuge für einen mündigen Umgang mit Daten Die dritte Option nennt man im Fachjargon Empowerment. Im Prinzip wollen die meisten Menschen gesund leben, wie Samochowiec sagte. Nun gehe es darum, die Leute zu befähigen, dass sie sich ihren Idealen entsprechend verhalten könnten. Und zwar mit lebhaften Informationen statt Statistiken. Eine Gesundheits-App sollte also weder Anreize schaffen wollen, noch vor potenziellen Gefahren warnen, sondern einfach nur Feedback geben. Eine Rückmeldung für den Nutzer, sodass er seine Gewohnheiten bewusster wahrnehmen, reflektieren und gegebenenfalls ändern kann. «Mit der Digitalisierung ist es einfacher geworden, Menschen einen Spiegel vorzuhalten, damit sie ihr Verhalten verstehen und bessere Den vollständigen Artikel finden Sie online Entscheidungen treffen können», sagte www.netzwoche.ch Samochowiec. 27

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