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Netzwoche 01/2017

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12 Business Hintergrund

12 Business Hintergrund Bundesrat will Arbeitsplätze und Wohlstand sichern Die Schweiz ist gut aufgestellt, um sich im digitalen Strukturwandel zu behaupten. So steht es im Bericht zu den «Rahmenbedingungen der digitalen Wirtschaft». Der Bund hat dennoch Arbeit vor sich. Autor: David Klier Sharing-Economy-Dienste wie Uber können laut Bundesrat helfen, Ressourcen zu sparen. Der Bundesrat hat Anfang Januar den Bericht «Rahmenbedingungen der digitalen Wirtschaft» verabschiedet. Er beurteilt die Chancen des digitalen Wandels und wie gut die Schweiz mit dem Wandel umgeht. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Digitalisierung einen wesentlichen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hat. Ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz müsse deshalb das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen. Hierfür sei die Schweiz in vielen Bereichen gut aufgestellt. Sie habe eine gute Ausgangslage. Keine Sonderbehandlung für herkömmliche Geschäftsmodelle Damit die Schweiz darauf aufbauen könne, müssten Unternehmer – im Bericht ist von der «Privatinitiative» die Rede – den nötigen Freiraum erhalten. Der Bund will sich deshalb mit vorschnellen und ungeeigneten Regulierungen zurückhalten. Das heisst, dass herkömmliche Technologien und Geschäftsmodelle keinen Schutz und keine Sonderbehandlung erhalten. Der Bund könne stattdessen mit «attraktiven wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen» ein positives Umfeld für die digitale Wirtschaft schaffen. Dazu zählen: • unternehmerische Freiheit • Rechtssicherheit • qualifizierte Arbeitskräfte • flexibler Arbeitsmarkt • hochwertige Infrastrukturen • nachhaltige Fiskalpolitik • eine relativ moderate Steuerbelastung • eine starke Basis in Bildung und Forschung • hohe Lebensqualität Der Bericht beleuchtet viele Teilaspekte der Schweizer Wirtschaft. Darunter den Arbeitsmarkt, Forschung und Entwicklung, die Sharing Economy und den Finanzsektor. Die Beschäftigung in der Schweiz verlagerte sich dem Bericht zufolge in den letzten 25 Jahren vom Industrie- in den Dienstleistungssektor. Im Landwirtschafts- und Industriesektor fielen hingegen viele Stellen weg. Neue Stellen werden entstehen Trotzdem gab es in den letzten 25 Jahren über 800 000 neue Stellen. Gründe dafür seien flexible Arbeitsmarktregulierungen, Sozialpartnerschaften und das duale Bildungssystem. Der technologische Fortschritt werde auf absehbare Zeit ähnliche Veränderungen auslösen wie in der Vergangenheit. Stellen würden wegfallen, in anderen Bereichen aber auch neue entstehen. Der Bund rechnet aktuell insbesondere mit einer Verlagerung der Beschäftigung statt mit einem langfristigen Rückgang der Gesamtbeschäftigung. Die Art der Arbeitserbringung werde sich im Kontext der Digitalisierung verändern. Der Bundesrat will im November dieses Jahres einen umfassenden Bericht zu den Grundsatzfragen im Arbeitsmarkt vorlegen. Potenzial bei Cloud Computing, IoT und Big Data Bei Forschung und Entwicklung gehört die Schweiz laut dem Bericht in einzelnen Fachdisziplinen der Cybertechnologien zu den weltweit führenden Forschungsnationen. Darunter fallen Forschungsfelder wie die künstliche Intelligenz, lernende Systeme und die Quantenkryptographie. Auf der anderen Seite könne sich die Schweiz in etlichen Bereichen noch grundlegend verbessern. Dazu zählen etwa Cloud Computing, das Internet der Dinge und Big Data. 01 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Hintergrund 13 Sharing Economy wirft Fragen des Konsumentenschutzes auf Der Bericht hebt die Entwicklungen der Sharing Economy positiv hervor. Sie sei eine altbekannte Art des Wirtschaftens und aus volkswirtschaftlicher Sicht zu begrüssen. Durch die Sharing Economy würden Ressourcen effizienter genutzt und der Wettbewerb intensiviert. Als Beispiele nennt der Bundesrat Plattformen wie den Taxidienst Uber und die Plattform für die Vermittlung von Gästezimmern Airbnb. Die Sharing Economy werfe aber auch Fragen des Konsumentenschutzes und der sozialen Absicherungen auf. Möglicher Handlungsbedarf für den Bund bestehe etwa bei Airbnb im Bereich des Mietrechts und bei Uber im Bereich des Strassenverkehrsrechts. Markteintrittshürden behindern Fintech-Unternehmen Der Bundesrat warnt in seinem Bericht vor einer voreiligen Regulierung. Regulierung solle insbesondere nicht dazu führen, dass Innovationen behindert oder herkömmliche Technologien und Geschäftsmodelle geschützt oder gar bevorzugt werden. Die ökonomischen Potenziale liessen Ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz muss das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen. sich am ehesten realisieren, wenn private Initiativen den notwendigen Freiraum erhielten, sich ihnen bietende Chancen zu nutzen. Im Finanzsektor etwa ermögliche die Digitalisierung innovative Geschäftsmodelle mit «grossem wirtschaftlichen Potenzial». Fintech sei deshalb ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Finanzmarktpolitik. Derzeit würden aber «wesentliche Markteintrittshürden» verhindern, dass sich innovative Fintech- Geschäftsmodelle etablieren. Menschen, die etwa Kapital über Crowdfunding sammeln, würden regelmässig in den Anwendungsbereich des Bankgesetzes fallen. Das Gleiche gelte für Plattformbetreiber, die selbst Gelder entgegennehmen. Fintech-Unternehmen, die neuartige Zahlungsdienstleistungen erbringen, würden unter Umständen eine Bankbewilligung benötigen. Schon im November des vergangenen Jahres entschied daher der Bundesrat, diese Hürden zu senken. Noch Anfang dieses Jahres muss das Eidgenössische Finanzdepartement eine Vernehmlassungsvorlage mit den notwendigen gesetzlichen Anpassungen ausarbeiten. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_20640 Anzeige What you see is what is next. See you at CeBIT! 20 – 24 March 2017 Hannover ▪ Germany IoT Cloud cebit.com Startups VR Drones Security AI Global Event for Digital Business www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2017 Handelskammer Deutschland-Schweiz ▪ Tel. +41 (0) 44 283 61 73 ▪ verena.stuebner@handelskammer-d-ch.ch