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Netzwoche 02/2018

24 Technology Aktuell

24 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Luzern führt elektronische Fussfessel ein osc. Seit dem 1. Januar 2018 ist im Kanton Luzern der Vollzug von kurzen Freiheitsstrafen mit einer elektronischen Fussfessel möglich. Wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt, hat er dem privat geführten Wohnheim Lindenfeld in Emmen den Auftrag zur Umsetzung erteilt. Das System namens «Electronic Monitoring» (EM) sei für Freiheitsstrafen oder Ersatzfreiheitsstrafen von einer Dauer zwischen 20 Tagen und 12 Monaten vorgesehen. ▸ Webcode DPF8_75741 Drohnen lernen selbstständiges Fliegen jsc. Forscher der Universität Zürich haben Drohnen über einen Algorithmus beigebracht, über Strassen und in Gebäuden selbstständig zu fliegen, wie die Universität Zürich mitteilt. Bisher hätten kommerzielle Drohnen GPS für die Navigation gebraucht und seien nicht fähig gewesen, selbstständig anderen Verkehrsteilnehmern auszuweichen. Der neue Algorithmus Dronet ermögliche es Drohnen, statische und dynamische Hindernisse zu erkennen. So könnten sie sicher durch die Strassen einer Stadt lenken. ▸ Webcode DPF8_77030 Die unheimliche Revolution osc. Huawei setzt auf künstliche Intelligenz (KI). Das hat das chinesische IT-Unternehmen Ende Januar im Zürcher Impact Hub anlässlich eines Podiumsgesprächs zum Thema gleich zu Beginn deutlich gemacht. Markus Bühlmann, Marketing Director of Consumer Business bei Huawei, nahm das Publikum zum Auftakt mit auf einen Streifzug durch die Geschichte des intelligenten Com puters. Huawei verspricht sich viel von der Technologie. Allerdings wies Bühlmann auch auf ihre Schattenseiten hin. Ausser um die Frage, ob durch intelligentere Computersysteme Arbeitsplätze verloren gingen, gehe es vor allem auch darum, ob das Thema für die Schweiz überhaupt relevant und das Land gut darauf vorbereitet sei. KI zwischen Hype und Halbwissen Um diese Fragen drehte sich das anschliessende Podiumsgespräch. Es diskutierten Richard Hahnloser (ETH Zürich), Isabelle Flückiger (Accenture), Martin Jaggi (Spinning Bytes) und Pascal Kaufmann (Starmind). Moderiert wurde das Experten-Podium von Michel Fornasier, der mit einer bionischen Handprothese lebt. Gerade vom WEF zurückgekehrt, meldete sich Pascal Kaufmann als Erster zu Wort. «Es gibt viele Desinformationen und Hypes», sagte der Mitgründer des KI-Unternehmens Starmind. Er zeigte sich jedoch überzeugt: «KI wird kommen.» Viele Forscher arbeiteten aktuell an dem Projekt, und dabei seien ethische Fragen oft zweitrangig. Mit der Frage konfrontiert, was denn in Zukunft auf die Menschheit zukomme, herrschte bei den Gästen zunächst Schweigen. Hahnloser, Professor am Institute of Neuroinformatics der ETH, sagte schliesslich, dass man die Prognosen besser Science-Fiction-Autoren überlassen solle. Ideen, das menschliche Gehirn am Computer nachbauen zu wollen, stand er eher skeptisch gegenüber. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_77284 Wie sich Schweizer Game-Entwickler international vernetzen Richard Hahnloser, Isabelle Flückiger, Martin Jaggi und Pascal Kaufmann (v. l.). Microsoft-Forscher bringen KI das Malen bei osc. Forscher von Microsoft haben eine künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die aus Texteingaben Bilder fabriziert. Wie das US-Unternehmen auf seinem KI-Blog schreibt, wählten Xiaodong He und sein Team mit dem sogenannten «Generative Adversarial Network» einen Ansatz, bei dem ein Machine- Learning-System ein Bild anhand eines Textes erstellt. Anschliessend beurteilt ein zweites Modul die Glaubwürdigkeit der Darstellung. ▸ Webcode DPF8_76787 sma. Das Ludicious Zürich Game Festival 2018 hat zum vierten Mal Schweizer Game-Entwickler und -Fans angelockt. Die Vorträge drehten sich oft um die Community und wie man sie für sich gewinnt. Dabei sollen nicht nur Kickstarter, Youtube & Co. helfen, sondern vermehrt auch Business Analytics. Alden Kroll von Valve skizzierte den kometenhaften Aufstieg der Videospiel-Plattform Steam. Steam ist nicht die einzige Plattform, die Games anbietet. Unlängst gründete der Spieleentwickler Brian Fargo einen Videospiel- Shop, der auf Blockchain basiert. Über das Portal «Robot Cache» können gebrauchte Spiele weiterverkauft werden, wie Heise berichtet. «Das klingt nach einem interessanten Projekt», sagte Kroll darauf angesprochen. «Ich wünsche Brian Fargo viel Glück!» Alle schienen sich einig: Wer ein Game zum Erfolg führen will, muss eine Community finden, sie vernetzen, hegen und pflegen. Aber wie überhaupt eine Community finden? Philomena Schwab, die Schweizer Game-Entwicklerin und Mitgründerin von Stray Fawn Studio, erzählte von ihren Strategien und Erfahrungen. Stray Fawn Studio habe bereits zwei erfolgreiche Kickstarter-Kampagnen absolviert – für die Spiele Niche und Nimbatus. Kickstarter sei eine gute Gelegenheit, eine Community aufzubauen. Auch die Zusammenarbeit mit Youtubern und Streamern sei entscheidend. Marketing-Experte Patryk Grzeszczuk wollte der Gaming-Szene die Vorteile von Analytics näherbringen. «Man möchte meinen, Game-Unternehmen seien hochdigitalisiert», sagte Grzeszczuk. «Aber die Analytics sind noch nicht bei ihnen angekommen.» Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode DPF8_77307 02 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Nachgefragt 25 « Die ISE 2018 hat viel Neues zu bieten » Am 6. Februar 2018 öffnet in Amsterdam die ISE ihre Türen. «Der» Branchentreff für die AV- und Digital-Signage-Industrie, wie die Veranstalter versprechen. Was die Besucher erwartet und was 2018 auf die Branche zukommt, sagen Mike Blackman, Managing Director ISE, und Florian Rotberg, Geschäftsführer von Invidis Consulting. Interviews: Coen Kaat Was erwartet die Besucher an der ISE 2018? Mike Blackman: Die ISE bleibt weiterhin der Anlass für die internationale AV- und Systemintegrationsbranche. Sie vereint mehr als 1200 der führenden AV- und Dienstleistungsunternehmen unter einem Dach. Wir haben aber auch viel Neues zu bieten. Etwa die XR Summit ISE. Die eintägige B2B-Konferenz dreht sich um die Themen Virtual, Mixed und Augmented Reality sowie Multi-View- Technologien, um die dazugehörigen Geschäftsstrategien und Lösungen und darum, wie diese die AV-Branche beeinflussen. Passend dazu zeigen wir im neuen XR-Bereich der ISE vor der Halle 8 die neuesten Technologien und Lösungen aus diesem Bereich. Was ist Ihr persönliches Ziel für die diesjährige ISE? Blackman: Unser Ziel ist das gleiche wie jedes Jahr: Wenn der Anlass vorbei ist, sollen alle Besucher und Aussteller sagen: «Das war die beste ISE aller Zeiten!» Wie unterscheidet sich die ISE 2018 von der Veranstaltung im Vorjahr? Blackman: Der deutlichste Unterschied ist die neue Ausstellungshalle. Die Halle 15 steht direkt vor dem RAI Amsterdam und bietet über 4000 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungs fläche. Aktuell haben sich mehr als 1200 Aussteller für die ISE angemeldet – mehr als 180 davon sind zum ersten Mal dabei. (KI) sein – das gilt auch für die ISE 2018. Die KI zieht nun auch in Displays ein und ermöglicht via digitale Assistenten, wie etwa Amazon Alexa oder Google Assistant, eine intuitive Interaktion. Auch die Bildqualität wird sich dank KI verbessern, da sie den Content vorab analysieren und auf die Umgebung anpassen kann. Zu den weiteren Trends zählen 8k und HDR – beide kommen aus dem Consumer- Bereich. 8k ist zurzeit bis auf wenige extragrosse Displayanwendungen für Digital Signage nicht relevant. Die neuen HDR10-/HDR+-Features werden jedoch sicherlich schnell in die Digital-Signage-Produkte Einzug halten. Der Wachstumsmarkt schlechthin bleibt aber LED. Mit Ultra Fine Pixel Pitch wandern LED-Wände nun immer näher an den Betrachter. Die neuen Produkte und Services sind nun auch aus europäischen Lagern erhältlich, ohne dass die Systemintegratoren sie aus China importieren müssen. Die Anzahl Anbieter auf dem Projektionsmarkt ist stark gewachsen – insbesondere in China. Der Grund dafür ist die Laserprojektion. Diese hat den Markt durch die verhältnismässig einfach zu verbauenden Module revolutioniert. Mike Blackman, Managing Director der ISE (l.), und Florian Rotberg, Geschäftsführer von Invidis Consulting. Wie werden Augmented und Virtual Reality die Digital- Signage- Industrie verändern? Florian Rotberg: Für Digital Signage ist primär Augmented Reality (AR) relevant, da es ein weiterer Informations- Layer über den realen Raum legt. So setzen viele Retailer am Point of Sale (POS) auf AR-Anwendungen. Mit Virtual Reality (VR) taucht der Nutzer in eine komplett virtuelle Umgebung ab. Das kann für Events oder etwa für Reisebüros ganz spannend sein. Unsere Erfahrung ist aber, dass VR aktuell noch immer sehr betreuungsintensiv ist. So sind etwa die Kabel der VR-Brillen häufig Stolperfallen. AR-Installationen können hingegen einfacher und effizienter am POS implementiert werden. Welche technologischen Trends werden das Digital- Signage-Jahr 2018 prägen? Rotberg: Allen voran wird das die künstliche Intelligenz www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2018