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Netzwoche 02/2018

38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Swisscom will Mitarbeiter digital fit machen osc. Swisscom hat sich mit den Sozialpartnern Syndicom und Transfair auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Der Telko will damit den Veränderungen durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt Rechnung tragen, wie es in einer Mitteilung heisst. Der GAV enthalte nun ein «Recht auf Nichterreichbarkeit während der Freizeit». Beim Datenschutz hätten sich die Verhandlungspartner auf «Smart­ Data-Grundsätze» geeinigt, die den Schutz der Privatsphäre am Arbeitsplatz und den Umgang mit persönlichen Daten regeln sollen. ▸ Webcode DPF8_75592 Tamedia schickt Mitarbeiter in die Code-Akademie sma. Tamedia will seine Mitarbeiter digital fit machen. Das neue Programm «Tamedia Code Academy» soll das Personal in Sachen Full-Stack Development weiterbilden, wie die Mediengruppe mitteilt. Die Kurse seien für alle zugänglich, aber insbesondere auf Product Owner, Product Manager und Digital Project Manager zugeschnitten. Der Studiengang dauere sechs Monate. Verantwortlich für die Ausbildung sei das ETH-Spin-off Propulsion Academy. ▸ Webcode DPF8_76056 Microsoft Schweiz verlängert Vaterschaftsurlaub cgr. Microsoft Schweiz hat die Möglichkeiten für bezahlten Sonderurlaub deutlich ausgebaut. Wie das Unternehmen mitteilt, erhalten frischgebackene Väter die Möglichkeit, sechs Wochen bezahlten Urlaub zu nehmen. Die ist deutlich mehr als der gesetzlich vorgeschriebene Zeitraum von einem Tag. Frauen können 20 Wochen bezahlen Urlaub beziehen, ohne Lohneinbussen. Gesetzlich sind lediglich 14 Wochen, bei 80 Prozent Lohn vorgeschrieben. ▸ Webcode DPF8_76956 So digitalisiert sind Schweizer Weiterbildungs anbieter mur. Wie stark ist der Weiterbildungssektor digitalisiert? Mit dieser Frage haben sich die Pädagogische Hochschule Zürich und der Schweizerische Verband für Weiterbildung befasst. Sie befragten zwischen Mai und Juli 2017 338 Institutionen in diesem Sektor. «Die Digitalisierung hält auch in der Weiterbildung Einzug», bilanzieren die Autoren der Studie. «Eine Revolution ist indes nicht zu erwarten, zumindest nicht bei den Kursangeboten.» Präsenzunterricht ist die Norm Bei 90 Prozent der Anbieter stehe der Präsenzunterricht im Zentrum. Rund die Hälfte davon setze begleitend auf digitale Anwendungen, die meisten auf Lernplattformen und soziale Medien. Darauf folgen Trainingseinheiten an Geräten vor Ort oder online. Game Based Learning, Webinare, Massive Open Online Course (MOOC) und Virtual Reality würden in Lehrveranstaltungen hingegen kaum genutzt. Über 80 Prozent der Befragten setzen diese Lernformen laut Studie selten oder nie ein. 10 Prozent der Weiterbildungsanbieter gaben an, dass die Verlagerung des Unterrichts ins Netz gegenüber dem Präsenzunterricht ein Schwerpunkt sei. Rund 8 Prozent setzen auf eine Verbindung von Online- und Präsenzunterricht. Nur für 2 Prozent steht der Onlineunterricht an erster Stelle. Cognizant präsentiert Jobs der Zukunft jsc. Die Unternehmensberatung Cognizant hat 21 Jobs der Zukunft prognostiziert und entworfen. Arbeit gebe es bald etwa für Datendetektive, Ethical Sourcing Manager, Masters of Edge Computing oder AI Business Development Manager. Diese vier Jobs entstünden schon in den nächsten drei Jahren, glaubt Cognizant. Vier zukünftige Jobprofile Da künstliche Intelligenz (KI) bis dahin nicht schlau genug sein werde, sich selbst zu verkaufen, mache das vorerst der KI Business Development Manager. Der grösste Techie unter den vieren sei der Master of Edge Computing. Als Datendetektiv brauche man eine Qualifikation im Bereich Mathe oder Physik, wie auch Kenntnisse in Recht und Finanzmanagement, so das von Cognizant vorgeschlagene Stellenprofil. Als Ethical Sourcing Manager muss man zuallererst ethisches Verhalten im Kontext der Firma definieren, und dann gut netzwerken, verhandeln und analysieren können. Knapp 80 Prozent der Anbieter erwarten gemäss der Umfrage, dass die Digitalisierung in den nächsten 10 Jahren einen entscheidenden Einfluss auf ihr Berufsfeld haben wird. BEDEUTUNG DER DIGITALISIERUNG Wie schätzen Sie die Bedeutung der Digitalisierung für die Weiter bildung generell ein, in einem Zeithorizont von zirka 10 Jahren? (Werte in Prozent) Die Digitalisierung wird die Weiterbildung … revolutionieren massgeblich beeinflussen 19,6 1,2 67,5 nur punktuell beeinflussen nicht beeinflussen Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_76987 Mensch und Maschine In vier bis fünf Jahren sollen auf dem Arbeitsmarkt auch KI-Assisted Healthcare Technicians, Cyber City Analysts und Man-Machine-Teaming Managers sehr gefragt sein. Letztere sollen die Stärken der Menschen (erkennen, urteilen, mitfühlen, vielseitig sein) mit denen von Maschinen (Rechenleistung bringen, genau und schnell sein) zu kommerziellen Zwecken kombinieren können. Der KI-Assisted Healthcare Technician werde vorwiegend in staatlichen Gesundheitsorganisationen tätig sein. Er müsse gut mit Patienten umgehen können, wie üblich zu Schichtarbeit bereit sein und ausserdem zur Instandhaltung von Ausrüstung und Software beitragen. Der Cyber City Analyst sorge dafür, dass Daten stets ungehindert und sicher flössen. 11,7 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_76958 02 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 39 Gold und Silber für ICT-Firmen beim Prix SVC Wirtschaftsraum Zürich Der Swiss Venture Club hat Unternehmen aus der Region Zürich mit dem Prix SVC ausgezeichnet. Mit der Schibli­ Gruppe und Reichle & De-Massari schafften es zwei Anbieter von ICT-Lösungen aufs Podest. Ausschlaggebend war der wirtschaftliche Erfolg, aber auch andere Faktoren spielten eine Rolle. Autor: Oliver Schneider Wie kann man den Erfolg eines Unternehmens messen? Der Swiss Venture Club (SVC) versucht, auf diese Frage mit dem Prix SVC eine Antwort zu geben. Der Preis zeichnet alle zwei Jahre Unternehmen aus, die sich durch wesentlichen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg auszeichnen, wie es auf der SVC-Website heisst. Für den Preis – er wird in sieben Wirtschafts- und drei Sprachregionen verliehen – prüft eine Jury jeweils 60 bis 80 Schweizer Firmen und nominiert anschliessend sechs Kandidaten für das Finale. Für den Selektionsprozess spielen laut SVC «harte» Faktoren wie die Marktposition, die Zahl angemeldeter Patente oder der kommerzielle Erfolg eine Rolle. Um sich gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können, müssten Kandidaten aber auch bei anderen Kriterien punkten. Der online einsehbare Katalog erwähnt etwa die Attraktivität als Arbeitgeber und Partner, den Beitrag zur regionalen Wirtschaft sowie einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Sind die Finalisten bestimmt, stattet die Jury den nominierten Firmen Besuche ab und erstellt auf der Grundlage ihrer Eindrücke eine Rangliste. Mit IT zum Erfolg? Beim Prix SVC Wirtschaftsraum Zürich 2018, der am 18. Januar im Hallenstadion verliehen wurde, konnten sich in diesem Selektionsprozess zwei Firmen aus der ICT- Branche die Spitzenplätze sichern. Auf den zweiten Platz schaffte es Reichle & De-Massari (R&M), ein auf Verkabelungslösungen für Rechenzentren, Bürogebäude und Netzwerkanbieter spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Wetzikon. «Reichle & De-Massari ist eine erfolgreiche Transformations- und Wachstumsstory in einem hochkompetitiven Zukunftsmarkt», sagt Steven Himmelsbach, SVC Regionenleiter Zürich. So sei die Firma «ein gutes Beispiel dafür, wie ein dynamisches Management über das angestammte Geschäftsfeld hinaus neue Chancen ergreifen kann». Gold beim Zürcher Prix SVC holte die Schibli-Gruppe. Das Unternehmen, das von 15 Schweizer Standorten aus Lösungen und Beratung in den Bereichen Elektrotechnik, Gebäudetechnik, Informatik, Kommunikation und Automatik anbietet, konnte sich gegen mehrere hundert Konkurrenten der Region durchsetzen, wie es in einer Mitteilung heisst. «Die Schibli-Gruppe ist eine unternehmerische Perle, die für weit mehr als Elektrifizierung von Zürcher Wohnungen und Häusern steht», betonte Jurypräsident Michael Steinmann an der Verleihung. «Geschäftssinn, Familiensinn, Förderung von Talenten und Respekt vor den individuellen Ambitionen der Mitarbeitenden: Dies ist die Rezeptur des Familienunternehmens, die uns Jurymitglieder stark beeindruckt hat.» Gold und Silber für ICT-Unternehmen, das wirft die Frage auf, ob die Branche besonders erfolgreich wirtschaftet. Sind Schweizer ICT-Firmen also besser aufgestellt als Vertreter aus anderen Wirtschaftsbereichen? Das könne man nicht verallgemeinern, sagt Himmelsbach. Die Entscheidung für die beiden Sieger sei «hauchdünn» gewesen. Die Schibli- Gruppe und R&M hätten die Jury über alle Kriterien hinweg am meisten überzeugt und stünden deshalb zuoberst auf dem Podest. Dass beide Firmen aus dem ICT-Bereich stammten, sei aber Zufall. Auch für Jan Schibli, den Geschäftsleiter der Schibli-Gruppe, war die Branche für die Auszeichnung nicht ausschlaggebend. Das Unternehmen habe gewonnen, weil es sich für den Nachwuchs, die eigenen Mitarbeiter und die Region engagiere. «Wir haben die Jury überzeugt, weil wir sind, wie wir sind und nicht nur reden, sondern auch wagen», sagt Schibli. R&M-CEO Michel Riva sieht im Tätigkeitsgebiet der beiden Firmen einen Grund für ihren Erfolg. Beide Gewinner böten Lösungen im Umfeld des Internets der Dinge, der Industrie 4.0 oder der Digitalisierung an. «In diesem Sinne liegen beide Firmen voll im Trend», sagt Riva. Am Ende müsse aber jedes Unternehmen seinen eigenen Weg zum Erfolg finden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_78084 Illustration: erhui1979 / iStock.com www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2018