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Netzwoche 02/2018

10 Business Event

10 Business Event Alcatel-Lucent Enterprise konzentriert sich auf vertikale Märkte An seiner Analysten- und Partnerkonferenz Connex 18 in Riga hat Alcatel-Lucent Enterprise die Marschrichtung für die kommenden Jahre vorgegeben. Das Unternehmen will in den vertikalen Märkten Government, Education, Transportation, Healthcare und Hospitality zum führenden Anbieter von Kommunikations- und IoT-Lösungen werden. Autor: Marc Landis « Wir werden die ‹customer pain points› in den vertikalen Märkten adressieren. » Jack Chen, CEO, Alcatel-Lucent Enterprise Vom 22. bis 26. Januar hat in der lettischen Hauptstadt Riga die Analysten- und Partnerkonferenz Connex 18 von Alcatel-Lucent Enterprise stattgefunden. An der diesjährigen Veranstaltung dürften wohl gegen 200 Gäste, vor allem Analysten und Businesspartner von Alcatel-Lucent Enterprise, nach Riga gekommen sein. Die Konferenz eignete sich gut dazu, einen vertieften Einblick in die Geschäftstätigkeit des Unternehmens zu erhalten. Die beiden Geschäftsbereiche Netzwerk und Kommunikation erhielten dafür an der Konferenz zwei voneinander getrennte Tracks, die Journalisten und Analysten nach ihren Präferenzen besuchen konnten. Keynote des Chefs Vorher begrüsste CEO Jack Chen, der seit knapp zwei Jahren die Geschicke von Alcatel-Lucent Enterprise leitet, die Besucher mit einer kurzen, aber herzlichen Keynote. Sein Auftritt vor rund 30 Analysten und Journalisten zeugte von Bescheidenheit und Nahbarkeit. Er sei ein «low key guy» und suche die Öffentlichkeit nicht, sagte Chen. Vielmehr als für seine Person sollten sich Unternehmen für «Rainbow» aus der Kommunikationssparte und «Stellar» aus der Netzwerksparte interessieren. Rainbow steht für das cloudbasierte Collaboration-Tool von Alcatel-Lucent Enterprise, das seit einem Jahr offiziell verfügbar ist und auf Desktop- und auf mobilen Endgeräten die Verwaltung von Kontakten, Instant Messaging, Audio-/ Videoanrufe sowie die Freigabe des Bildschirms und von Dateien beinhaltet. Stellar heissen die professionellen WLAN-Lösungen für sicheres Hochleistungsnetworking. Sie sollen besonders einfach eingesetzt und gemanagt werden können sowie skalierbar sein. Alcatel-Lucent Enterprise will Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen und wirft dazu seine Expertise in Kommunikations- und Netzwerktechnik in die Waagschale. Über die Businessstrategie seines Unternehmens sagte Chen, er wolle an der im vergangenen Jahr definierten Ausrichtung festhalten und zwar nicht nur für ein Jahr, sondern für viele Jahre. Alcatel-Lucent Enterprise wolle sich dabei verstärkt auf vertikale Märkte konzentrieren. Im Fokus stehen die Märkte Government, Education, Transportation, Healthcare und Hospitality. Für diese will das Unternehmen massgeschneiderte Lösungen und Produkte bereitstellen und gemeinsam mit seinen Businesspartnern implementieren. «Wir fokussieren sehr stark auf die einzelnen Use-Cases dieser Industrien», sagte Chen, «und werden die ‹customer pain points› adressieren.» Dabei helfen soll das «Communications-Platform-as-a Service»-Angebot (CPaaS) von Alcatel-Lucent Enterprise und das Internet der Dinge (IoT). Beiden Bereichen will Chen im Rahmen seiner Vision 2020 zu massivem Wachstum verhelfen («Ultra Growth») und nichts Geringeres als der führende CPaaS- und IoT- Netzwerkanbieter in den genannten vertikalen Märkten werden. Die Weichen sind also gestellt. Nun muss Alcatel- Lucent Enterprise liefern. Jack Chen begrüsst die Gäste an der Connex 18 in Riga. Vision 2020 und Businessstrategie Im Weiteren gab Chen seine Sicht auf den Markt bekannt und blickte auf das vergangene Jahr zurück. Zudem gab er einen Einblick in die Ausrichtung von Alcatel-Lucent Enterprise, in der, wenig überraschend, Schlagworte wie KI, IoT und digitale Transformation eine Rolle spielen. Die Beschleunigung von Prozessen in Unternehmen durch die Digitalisierung habe schon ganze Industrien verändert. 02 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Auch Sharp will bei KI und IoT mitmachen Alle drei Jahre lädt Sharp seine Partner zur Inspire Expo ein und zeigt Produkte und Lösungen aus dem Business- Systems-Portfolio. Diesmal fand die Inspire Expo in Edinburgh statt. Und Sharp strotzte vor Selbstvertrauen, denn nach dem Einstieg von Foxconn 2016 geht es mit Sharp wieder aufwärts. Autor: Marc Landis Nach Tarragona 2012 und Malta 2015 hat Sharp Mitte Ja nuar in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu seiner alle drei Jahre stattfindenden Inspire Expo geladen, um die neuesten Entwicklungen rund um Produkte und Lösungen aus dem Sharp-Business-Systems-Portfolio zu präsentieren. Laut Sharp besuchten 600 Händler und Partner die Veranstaltung, die eine Woche dauerte. Rund 80 Sharp- Mitarbeitende kümmerten sich um die Händler, die aus ganz Europa nach Edinburgh gekommen waren. Auch 9 Schweizer Händler waren laut Sharp-Schweiz-Marketingleiterin Irène Cavelti unter den Händlern. Obwohl Sharp ein rundum aufgefrischtes Produktportfolio präsentierte, standen an der diesmaligen Durchführung der Inspire Expo nicht einzelne Produkte, sondern Gesamtlösungen im Fokus. Europa-Präsident Jeff Ashida betonte an seinem Auftritt vor Journalisten, dass Sharp sich als Partner für die digitale Transformation positionieren möchte. Natürlich durften aktuelle Buzzwords wie künstliche Intelligenz (AI) oder das Internet der Dinge (IoT) nicht fehlen. 2018 oder 2019 will Sharp eine eigene AI auf den Markt bringen, die im Zusammenspiel mit dem IoT «AIoT» heissen soll. Rundgang durch Lösungsinseln In einer aufwändig produzierten Live-News-Sendung mit professioneller Anchor-Woman gaben Sharp-Mitarbeiter Auskunft über neue Lösungen rund um Dokumentenmanagement, welche die Besucher später auf einem Rundgang durch verschiedene Lösungsinseln in Aktion sehen konnten. Für Sharp ist es wichtig – das merkten die Besucher der Veranstaltung schnell –, als Lösungsanbieter wahrgenommen zu werden, der Unternehmen bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen unterstützt. Ein Beispiel dafür war eine Dokumentenmanagementlösung, die den physischen Posteingang scannt, strukturiert und per Volltextsuche wiederauffindbar ablegt. Aber auch ein hübsch designtes Doppelsofa in den Farben der Schweizer Militärwolldecke in einer Art Kokon mit Bildschirm soll die Zusammenarbeit von verteilten Teams im Zeitalter der Digitalisierung via Videokonferenzsystem effizienter machen. Eine weitere Anwendung, die Sharps Produktmanager vorführten, war ein Whiteboard, das Schulungen effizienter und interaktiver machen soll, und ein «Flipchart», der aus einem hochkant aufgestellten 55-Zoll-Bildschirm bestand, auf dem man mit den entsprechenden «Stiften», aber auch mit den Fingern Notizen machen kann. Bei den Druckern will Sharp auch wieder in den A4- Druck investieren, was bei den versammelten Händlern gut ankam. In diesem Segment hatte es bei Sharp in den letzten Jahren kaum mehr Neues gegeben und der Handel musste zu Geräten anderer Hersteller greifen. Dass Sharp wieder in der Lage ist, Investitionen zu tätigen, ist nicht selbstverständlich. Das Unternehmen stand noch vor zwei Jahren vor dem Konkurs und es war nicht klar, wie es mit dem Traditionskonzern weitergehen würde. Gerettet wurde Sharp nach einigem Hin und Her nach der Zustimmung der chinesischen Wettbewerbshüter im August 2016 vom taiwanesischen Auftragsfertiger Foxconn, der mit einer Zwei-Drittel-Beteiligung bei den Japanern einstieg. Vier Quartale in Folge in den schwarzen Zahlen Ein sichtlich zufriedener Sharp-Europa-Präsident, Jeff Ashida, wurde denn auch während seiner Präsentation nicht müde, auf den neuen Mehrheitsaktionär hinzuweisen und das Wachstum zu preisen, welches Sharp seit dem Einstieg von Foxconn widerfahren war. Vier aufeinanderfolgende Quartale mit schwarzen Zahlen sind eine eindrückliche Leistung für ein Unternehmen, das 2016 noch kurz vor dem Ruin stand. Es geht wieder aufwärts mit Sharp. Man darf gespannt sein, was das wieder erstarkte Unternehmen mit dem chinesischen Mehrheitsaktionär im Rücken in Zukunft noch bewegen wird. Jeff Ashida, Präsident von Sharp Europe, beantwortet Fragen der Moderatorin. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_77321 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2018