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Netzwoche 04/2018

20 Technology Aktuell

20 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Intel will 5G in Notebooks bringen osc. Intel hat 5G-Chips für Notebooks vorgestellt. Wie «T3N» schreibt, will der US- Hardwarehersteller sie zusammen mit den hauseigenen Core-Prozessoren zum Weihnachtsgeschäft 2019 in den Handel bringen. Erste Demogeräte will Intel am Mobile World Congress 2018 zeigen. ▸ Webcode DPF8_81918 Das Schweizer Mittelland gibt es jetzt in 3-D cgr. Grosse Teile der Schweiz können jetzt in 3-D betrachtet werden. Das Bundesamt für Landestopografie Swisstopo erarbeitete ein entsprechendes 3-D-Modell, wie es in einer Mitteilung heisst. ▸ Webcode DPF8_80966 Swisscom will 5G schon 2018 einführen osc. Swisscom hat angekündigt, das 5G-Mobilfunknetz in der Schweiz noch 2018 einzuführen. «Swisscom zieht den Termin vor und plant, 5G in der Schweiz bereits im vierten Quartal 2018 punktuell auszurollen», sagte Heinz Herren, Leiter Geschäftsbereich IT, Network & Infrastructure beim Telko, in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger». Ursprünglich sei der Start der nächsten Mobilfunkgeneration erst für 2020 geplant gewesen, so Herren weiter. Der frühere Start sei möglich, da die globale Standardisierung der 5G-Technologie schneller als erwartet fortgeschritten sei. Schweizweite Abdeckung bis 2020 Vom «Tagesanzeiger» gefragt, ob zum Swisscom-Start von 5G die entsprechenden Lizenzen vom Bund vergeben seien, antwortete Herren: «Ich gehe davon aus, dass dies in Form einer Versteigerung stattfinden wird. Ich rechne weiter damit, dass Swisscom die nötigen Frequenzbänder erwerben kann, um auf das Jahresende hin mit 5G loslegen zu können.» Swisscom plane, 5G bis 2020 in der ganzen Schweiz anzubieten. Bild: Manuel Schönfeld / Fotolia.com Die erste 5G-Antenne von Swisscom soll Mitte März 2018 in Ittigen bei Bern ihren Testbetrieb aufnehmen. Erste 5Gfähige Handys werden nach Angaben des Telkos voraussichtlich Anfang 2019 verfügbar sein. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_81695 Anzeige NETWORKING@IT-SA Seien Sie Teil der it-sa 2018 und starten Sie mit Ihrem Unternehmen sicher in die Zukunft. Nur auf Europas führender Fachmesse für IT-Security trifft sich jährlich das Who is Who der Branche. 04 / 2018 Nürnberg, Germany 9.-11. Oktober 2018 it-sa.de www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 21 Sanieren oder neu bauen? Was soll man anfangen mit einer Software, die über Jahre «natürlich» gewachsen und mittlerweile zu einem schwer durchschaubaren Klotz geworden ist? Verpasst man ihr eine neue Nutzeroberfläche, oder entwickelt man sie von Grund auf neu? Manchmal kann es sinnvoll sein, beides zu tun. Gut zehn Jahre ist die Branchenlösung jetzt auf dem Markt. In der Zeit hat sie viele treue Kunden gewonnen und sich in einigen Nischen gar als Standard etabliert. Aber wie das so läuft: Der einst recht ordentlichen Bedienoberfläche sieht man ihr Alter mittlerweile an. Viele neue Funktionen und Optionen sind hinzugekommen. Die mussten oft rasch irgendwo untergebracht werden, wo sie eigentlich nicht hingehören und wo sie die Nutzer auch nicht unbedingt erwarten. Darunter leidet die Ergonomie und besonders schick sieht es auch nicht aus. Die Kunden haben bis jetzt alles, leicht murrend zwar, aber letztlich doch geschluckt. Dennoch wird mittlerweile selbst den Entwicklern etwas schummrig, wenn sie sich fragen, wo die Neuerungen der nächsten Version wohl unterzubringen wären. Kommt dazu, dass neue, freche Konkurrenten aufgetaucht sind. Die wirbeln gerade mit Produkten durch den Markt, die zwar deutlich weniger können, dafür aber frischer aussehen, auf mobilen Ge räten laufen und erst noch viel leichter zu erlernen sein sollen. Was spricht fürs Sanieren? Was also tun? Dem betagten Koloss nochmals eine schönere, schlüssigere Oberfläche schneidern, oder die Lösung von Grund auf neu bauen? Für die erste Variante spricht, dass die Kunden mit dem Produkt an sich zufrieden sind. Sie schätzen Kontinuität, zumal sie ihre Geschäftsprozesse entlang der Applikation organisiert haben. Ihre, teils schon älteren Mitarbeiter wissen sich mit den gewachsenen Strukturen, den Ecken und Kanten zu arrangieren. Sie mögen es aber nicht, wenn sie ihre Arbeit plötzlich umorganisieren müssen, selbst wenn ihnen die neue Software das Leben letztlich erleichtern könnte. Und was die Kunden wirklich nicht brauchen, sind die Kosten für die Einführung einer neuen Lösung und die damit verbundenen Schulungen. ein preiswertes Basismodul angeboten werden, das Neukunden den Einstieg erleichtert. Wer mehr braucht, kauft sich Zusatzmodule hinzu. Klar, die Entwickler hängen an ihrem alten Code – den haben sie ja über Jahre gehegt und gepflegt. Der Verkauf ist hin- und hergerissen. Einerseits will er seine Bestandskunden nicht mit einer komplett neuen Lösung erschrecken, andererseits weiss er, dass mit der alten kaum mehr neue Kunden zu gewinnen sein werden. Die Geschäftsleitung hört zu, wägt ab und kommt zum Schluss, dass man das eine tun und das andere nicht lassen werde. Sowohl als auch! Die alte Software wird also weiter gepflegt. Parallel dazu entwickelt ein Team von Grund auf neu. Damit es möglichst unbelastet an die Sache herangehen kann, arbeitet es komplett für sich. Eine klar definierte Schnittstelle sorgt dafür, dass die notwendigen Informationen vom alten zum neuen Team fliessen. Im Weiteren haben sie aber keine gemeinsamen Arbeitsinhalte. Der Verkauf ist glücklich, weil er mit der alten Version weiter Geschäfte machen und gleichzeitig den Markt auf die neue vorbereiten kann. Die bestehenden Kunden sind zufrieden, weil sie weiterhin Updates und wichtige Erweiterungen bekommen. Die neuen Kunden sind interessiert und hoffentlich schon bald akquiriert. Illustration: aurielaki / iStock.com DER AUTOR Christopher Müller Inhaber und CEO, Die Ergonomen Usability Welche Vorteile bringt der Neubau? Für den Neubau spricht hingegen, dass die Software dabei entschlackt und neu strukturiert werden kann. Ihre Nutzeroberfläche kann ohne grosse Sachzwänge nach neuesten Erkenntnissen und aktuellen Trends gestaltet werden. Auch eine mobile Variante lässt sich dabei einfacher und besser realisieren – eine solche wird ja heute fast immer vorausgesetzt. Bei der Neuentwicklung liesse sich das Ganze zudem gleich modularisieren. So könnte in Zukunft www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2018