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Netzwoche 04/2018

34 Best of Swiss Web

34 Best of Swiss Web Jurytage Die Jury von Best of Swiss Web nimmt Einreichungen unter die Lupe Wer wird am 12. April Master of Swiss Web 2018? Die Jury des Awards hat sich am 12. und 13. Februar in Zürich getroffen, um die Shortlist zu erstellen. Die Redaktion war dabei und verfolgte die angeregten Diskussionen der Expertenjurys. Dabei ging es etwa um die Frage, was eine Innovation überhaupt ist. Autor: Marcel Urech « Gold sollte es nur für technologische Vorzeigeprojekte geben. » Aussage eines Jurors in der Kategorie Technology Die Anmeldefrist für Best of Swiss Web 2018 ist abgelaufen. Es gab 301 Einreichungen. Die Award Night findet am 12. April statt. Bevor es aber so weit ist, musste die Jury die Shortlist eruieren. Nur Projekte auf der Shortlist haben eine Chance auf Auszeichnungen. «Wir nehmen die Perspektive des Verwaltungsrats ein» Der Best of Swiss Web Award wird dieses Jahr zum 18. Mal ausgetragen. Erstmals findet die Preisverleihung in der Samsung-Hall in Dübendorf statt, da das Zürcher Kongresshaus seine Tore wegen einer Renovation erst 2020 wieder öffnen wird. So begrüsste Claudio Dionisio, CEO von Best of Swiss Web, bei Digicomp die Jurymitglieder. Er erinnerte zudem an eine wichtige Regel: Juroren, die an einem Projekt beteiligt sind, müssen während der Diskussion über das Projekt den Raum verlassen. Beim Besuch der Jurys wurde diese Vorgabe konsequent eingehalten. Die Redaktion besuchte zuerst die Jury der Kategorie Business. Jurypräsident Ralf Wölfle stellte gleich zu Beginn klar, welche Rolle die Jury einnimmt: «Wir nehmen die Perspektive des Verwaltungsrats ein», sagte der Dozent am Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz. In diesem Jahr hatte die Jury der Kategorie fünf neue Mitglieder. Nach einer Vorstellungsrunde diskutierten die Juroren jedes Projekt und fassten die wichtigsten Punkte auf Flipcharts zusammen. Zahlen, Ertragsmodelle und Business-Cases Die Jury analysierte, wie hoch die Akzeptanz der eingereichten Projekte bei den Nutzern ist. Gibt es schon Konkurrenzlösungen? Ist es sinnvoll, ein Tool zu entwickeln, wenn es schon mehrere Alternativen gibt? Und wie viele Leute spricht das Projekt überhaupt an? Diese Fragen hatte die Jury zu beantworten. Kriterien für die Bewertung waren auch die Grösse des Ökosystems, die Glaubwürdigkeit der Investoren und die Aussenwahrnehmung der Projekte. Der Fokus lag auf Zahlen, Ertragsmodellen und Business-Cases. Bei Projekten, die schon einmal bei Best of Swiss Web eingereicht worden « Die Lösungen in unserer Kategorie sind nicht immer ausgereift – aber sie haben den Wow-Effekt. » Sascha Corti, Technical Evangelist bei Microsoft Schweiz und Jurypräsident Innovation waren, musste zudem eine positive Veränderung erkennbar sein. Stillstand kam bei den Juroren nicht gut an. Bedingt durch die Besonderheiten der Kategorie Business trat immer wieder ein Problem auf: Die Informationen, welche die Unternehmen preisgaben, reichten oft nicht aus, um sich ein vollständiges Bild des Projekts zu machen. Die Juroren tappten deshalb häufig im Dunkeln und mussten auf Annahmen und ihre jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Oft war auch unklar, wie hoch die Initial-Investition für ein Projekt war. «Diese Eingabe ist schwierig zu bewerten, da sie kein Fleisch am Knochen hat», sagte ein Juror über eines der Projekte. Gold gibt es nur für Vorzeigeprojekte In der Kategorie Technologie verlief die Diskussion anders. Hier ging es um die Performance von Websites und darum, ob sie handwerklich solide umgesetzt sind oder nicht. Dabei zeigte sich, dass Projekte oft nur eines haben: entweder ein tolles Front-End oder ein technisch ausgereiftes Back-End. Die Jury war bei der Vergabe der Auszeichnungen vorsichtig. «Was setzen wir für ein Zeichen, wenn dieses Projekt Gold erhält?», fragte einer der Juroren. «Gold sollte es nur für technologische Vorzeigeprojekte geben», antwortete ein anderer. Wie sich die Jury entschieden hat, wird die Shortlist zeigen. Was ist Innovation? «Was heisst eigentlich Innovation?», fragte ein Juror in der gleichnamigen Kategorie. Ist es innovativ, wenn jemand bestehende Technologien neu kombiniert? Stehen Businessinnovationen im Vordergrund oder technische Innovationen? Oder geht es gar um innovative Prozesse? «Die Lösungen in unserer Kategorie sind nicht immer ausgereift – aber sie haben den Wow-Effekt», brachte es Jurypräsident Sascha Corti, Technical Evangelist bei Microsoft Schweiz, auf den Punkt. Projekte, die Mut zeigen und etwas wagen, kamen bei der Jury gut an. Überrascht waren die Juroren darüber, 04 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Best of Swiss Web Jurytage 35 Bei den Jurys rauchten die Köpfe und es wurde heiss diskutiert. Links: Die Jury lauscht den Instruktionen vor Beginn der Jurierung. Rechts: Claudio Dionisio, Geschäftsführer von Best of Swiss Web, läutet den Jurytag ein. dass kein einziges Blockchain-Projekt eingereicht worden war. Auch Projekte, die stark auf künstliche Intelligenz setzen, gab es keine. Auch das Internet der Dinge war in der Kategorie nicht vertreten. Alle Teilnehmer erhalten Tickets für die Award Night Die Shortlist (Seite 32) wurde am 21. Februar 2018 publiziert. Gleichentags erhielten alle an einem Projekt Beteiligten Log-in-Daten für den Bezug von Tickets. Die Teilnehmer können dann ihre bereits reservierten Tickets für den Award einlösen. Zusätzliche Tickets für Mitarbeiter und Gäste kosten 290 Franken zuzüglich Mehrwertsteuer. Gebucht werden können auch ganze Tische für bis zu 10 Personen. Das Ticket-Kontingent für die Einreichenden wird bis zum 23. März garantiert. Danach gehen alle verbliebenen Tickets in den freien Verkauf. Das Jahresthema von Best of Swiss Web lautet «Cooperate. Innovate». Dies soll zum Ausdruck bringen, dass die Branche stärker zusammenarbeiten muss. Dies werde auch dadurch kenntlich gemacht, indem künftig der «Werber des Jahres» der «Werbewoche« und der «Goldbach Crossmedia Award» im Rahmen von Best of Swiss Web verliehen werde, heisst es vonseiten der Veranstalter. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_80309 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2018