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Netzwoche 05/2018

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20 People Live men: Die

20 People Live men: Die neuen Schweizer Banknoten enthalten alle ein dreischichtiges Spezialpapier mit einer transparenten Plastikfolie, die zur Fälschungssicherheit beiträgt. Die Technik dahinter wurde von Materialwissenschaftlern der ETH entwickelt. Millionen Schweizerinnen und Schweizer tragen somit jeden Tag ETH-Technologie in ihrem Portemonnaie herum, ohne es zu wissen. Bietet die Schweiz gute Rahmenbedingungen für die Forschung? Wie könnte man sie noch verbessern? Die Schweiz hat sich in der Vergangenheit deshalb zu einer führenden Volkswirtschaft mit einer hoch kompetitiver Exportindustrie entwickelt, weil vieles stimmt: Hohe F&E- Investitionen, eine flexibler Arbeitsmarkt, vernünftige politische Rahmenbedingungen und ein gut funktionierendes Bildungssystem. Aber angesichts der weltweiten Konkurrenz, vor allem aus Asien, müssen wir aufpassen wie die Häftlimacher, dass wir diese komparativen Vorteile behalten. Dazu gehört auch eine offene Haltung der Welt gegenüber und für Hochschulen wie die ETH ein ungehinderter Zugang zum globalen Talentpool. « Wir haben in der Schweiz genügend Trümpfe in der Hand, wir müssen sie nur noch clever aus spielen. » Lino Guzzella, Präsident ETH Zürich Welchen Stellenwert haben für Sie Kooperationen mit Firmen wie IBM oder Google, die grosse Forschungsstandorte in der Schweiz betreiben? Im Fall von IBM ist die Zusammenarbeit jahrzehntealt. Mit der Eröffnung des gemeinsamen Nanotechnologiezentrums 2011 auf dem Firmengelände von IBM in Rüschlikon haben wir die strategische Zusammenarbeit noch einmal verstärkt. Google ist insofern ein Glücksfall, als mit Urs Hölzle ein ETH-Absolvent entscheidend dazu beitrug, dass Google 2004 eine Niederlassung in Zürich eröffnete – mit anfänglich zwei Personen notabene. Heute betreibt Google in Zürich den grössten Entwicklungs- und Forschungsstandort ausserhalb der USA und beschäftigt mehr als 2000 hochqualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten. Diese beiden Fälle zeigen, dass Zürich ein gutes Pflaster ist für IT-Firmen. Was waren Ihrer Meinung nach die wichtigsten technologischen Entwicklungen im Jahr 2017? Die Informationstechnologie hat auf breiter Front zu neuen Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Eindrücklich sind sicher die Entwicklungen in der Sprach-, Bild- und Texterkennung, aber auch in der Verfeinerung von Algorithmen, die in der Analyse grosser medizinischer Datenmengen zur Anwendung kommen. Aber auch die Blockchain-Technologie lässt erahnen, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche neue Geschäftsmodelle und Anwendungen entstehen werden. Welche Technologien stehen kurz vor dem Durchbruch, und welche Rolle wird die Schweiz dabei spielen? Hier eine Prognose abzugeben, ist spekulativ. Aber ich kann Ihnen sagen, wo unsere Stärken liegen in der Schweiz. Wir sind stark in den Grundlagen und im Engineering. Die ETH Zürich zählt zu den weltweit besten Universitäten im Bereich des Maschinellen Lernens, der Robotik, digitalen Fabrikation und Cybersicherheit. Aber auch im Quantencomputing sind wir stark. Allein an der ETH gibt es 18 Forschungsgruppen, die auf diesem Gebiet arbeiten. All diese Kompetenzen sind zentral, um die Wirtschaft weiter in Richtung der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge zu entwickeln. Wir haben in der Schweiz genügend Trümpfe in der Hand, wir müssen sie nur noch clever ausspielen. Warum hat die Schweiz bisher vergleichsweise wenige weltweit bekannte Start-ups im Bereich ICT hervorgebracht? Dafür gibt es wohl mehrere Gründe. Die Schweiz hat einen kleinen Heimmarkt. Junge Firmen agieren oft vorsichtig und tun sich schwer damit, gleich den Weltmarkt anzupeilen. Vielleicht fehlte uns in der Vergangenheit auch das «Frechheits»-Gen, um mutiger zu sein und gross zu denken. Aber ich bin zuversichtlich, dass mehrere Start-ups das Potenzial haben, gross zu werden. Sie sind heute schon sehr erfolgreich unterwegs und haben ein eindrückliches Wachstum hingelegt. Der Sprung in die oberste Liga ist nur eine Frage der Zeit. i ZUR PERSON « Zürich ist ein gutes Pflaster für IT-Firmen. » Lino Guzzella, Präsident ETH Zürich Lino Guzzella (Jahrgang 1957) wurde in Zürich geboren. Er studierte an der Abteilung für Maschineningenieurwesen (heute Departement für Maschinenbau und Verfahrenstechnik) der ETH Zürich. Nach seiner Promotion 1986 arbeitete er in der Konzernforschung der Firma Sulzer in Winterthur, war Assistenzprofessor an der ETH Zürich, übernahm danach die Leitung der Entwicklungsabteilung für Mechatronik der Firma Hilti in Schaan und wurde schliesslich 1993 als Assistenzprofessor ans Departement für Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich berufen. Seit 1999 ist Guzzella ordentlicher Professor für Thermotronik und war von August 2012 bis Dezember 2014 zudem Rektor der ETH Zürich. Seit Januar 2015 ist er Präsident der ETH Zürich. 05 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Cooperate. Innovate. cgr. Am 12. April ist es so weit. Dann findet die Best of Swiss Web Award Night in der Samsung Hall in Dübendorf statt. Die Fachjury, welche die eingereichten Projekte bewertete, finden Sie auf den Seiten 24 und 25. Die Jury schickte auch die Master-Kandidaten ins Rennen. Dabei zählt ihre Bewertung zu einem Drittel. Die weiteren zwei Drittel steuern je zur Hälfte die Leser der Newsletter von «Netzwoche» und «ICTjournal» sowie das Publikum an der Award Night mittels Saalabstimmung bei. Noch zehn Projekte können sich Hoffnungen auf die Auszeichnung zum Master of Swiss Web machen. An der Award Night werden auch die Gold-, Silber- und Bronze-Gewinner der einzelnen Kategorien bekannt gegeben. Das Jahresthema des diesjährigen Best of Swiss Web Awards ist «Cooperate. Innovate». Die Titelgeschichte dieser Ausgabe (Seiten 26 bis 28) nimmt daher die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Webdienstleistern unter die Lupe und befragt diese, worauf es bei einem erfolgreichen Projekt ankommt. Darüber berichtet auch Thomas Schrämli, Inhaber von Schrämli Consulting und Jurypräsident bei Best of Swiss Web, im Interview. Er erklärt, was es von beiden Seiten braucht und wie Fehler vermieden werden können. Zum ersten Mal im Rahmen von Best of Swiss Web wird die Auszeichnung «Werber des Jahres» verliehen. Für den Preis, den die «Werbewoche» vergibt, sind Pascal Deville, Livio Dainese und Daniel Zuberbühler nominiert (Seiten 22 und 23). An der Award Night wird der Sieger gekürt. Die Wahl erfolgte durch eine Fachjury und die Leser der «Werbe woche». Im Vorjahr gewann Dennis Lück, CCO und Partner von Jung von Matt/Limmat, den begehrten Preis. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2018