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Netzwoche 05/2018

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28 Best of Swiss Web

28 Best of Swiss Web Nachgefragt « Je enger die Zusammenarbeit, desto besser die Resultate » Eine gute Zusammenarbeit ist der Schlüssel bei der Umsetzung von Digitalprojekten. Thomas Schrämli, Inhaber von Schrämli Consulting und Jurypräsident bei Best of Swiss Web, verrät, wo bei der Kooperation die Risiken liegen, was es von beiden Seiten braucht und welche Fehler es zu vermeiden gilt. Interview: Marcel Urech Was ist bei der Zusammenarbeit am wichtigsten? Thomas Schrämli: Der Schlüssel zum Erfolg liegt aus meiner Erfahrung im Verständnis für den Auftrag und der klaren Vorgabe für die Ausgestaltung des Projekts. Die Agentur muss die Möglichkeit haben, exakte Informationen und klare Zielsetzungen vom Kunden zu erhalten. Dies hat häufig mit der Qualität und der Vollständigkeit des Briefings zu tun. Zusätzlich ist der enge Austausch von Beginn der Zusammenarbeit an sehr wichtig. Was braucht es auf Agentur-Seite? Der Kunde kann erwarten, dass eine Agentur mit ihren Fähigkeiten neue Herangehensweisen aufzeigen kann, Kreativität im Lösungsansatz einbringt sowie als wertvolle Ergänzung bestehender Ressourcen beim Kunden agiert. Je enger und regelmässiger die eigentliche Zusammenarbeit erfolgt, desto besser sind in der Regel die einzelnen Resultate. « Die Auftragnehmer müssen ein Gespür für den einzelnen Kunden entwickeln » Thomas Schrämli, Inhaber von Schrämli Consulting und Jurypräsident bei Best of Swiss Web Wo liegen die grössten Herausforderungen? Es ist eine Frage der Bereitschaft aller beteiligten Parteien, um gemeinsam ein übergeordnetes Ziel zu erreichen. Die Komplexität, insbesondere bei Projekten mit einem digitalen Fokus, hat insgesamt zugenommen. Es braucht mehr involvierte Personen, um wirklich alle Faktoren innerhalb der einzelnen Projektschritte frühzeitig zu beleuchten, Probleme zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. Es reicht nicht mehr aus, dass das Marketing oder die Werbeabteilung seitens Kunde nur ihre Bedürfnisse formuliert. Wie können Auftraggeber und Auftragnehmer sicherstellen, dass sie die gleiche Sprache sprechen? Das ist nicht immer einfach. Die Auftraggeber müssen hierbei darauf achten, kulturelle und politische Komponenten zu kommunizieren. Die Auftragnehmer ihrerseits müssen ein Gespür für den einzelnen Kunden entwickeln. Es ist fast immer die menschliche Komponente, die in diesem speziellen Punkt den Unterschied macht. Nachfragen, Verständnis schaffen und Aufklärung betreiben hilft, die Kommunikation zu verbessern. Welche Stolpersteine lauern bei der Technik? Häufig sind die aktuelle technische Systemlandschaft oder die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen eine grosse Herausforderung. Hier sollte eine Agentur das nötige Feingefühl haben, auf solche Situationen einzugehen und gemeinsam mit dem Kunden passende und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten und nicht starr auf ihre Idee oder die eigenen Möglichkeiten der Umsetzung zu fokussieren. Gleichzeitig braucht es auch Verständnis vom Kunden, dass gewisse Schritte heute mehr Zeit brauchen, um die einzelnen Funktionalitäten vollumfänglich zu gewährleisten. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_84355 Was ist der grösste Fehler, den eine Agentur in der Kommunikation mit dem Auftraggeber machen kann? Probleme zu spät oder unvollständig an den Kunden zu kommunizieren. Kooperation ist das Jahresthema von Best of Swiss Web. Wie haben Sie als Jurypräsident diesen Aspekt wahrgenommen? Die Zusammenarbeit hat auf allen Stufen, insbesondere auch bei mehreren Auftragnehmern und bei den Kunden zwischen den einzelnen Abteilungen, stark zugenommen. Es ist spürbar, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, gemeinsam mehr erreichen zu können. 05 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 29 SAP feiert die Digitalisierung osc. SAP hat Kunden, Partner und Medienvertreter zum Live Campus 2018 ins Congress Center Basel eingeladen. Der deutsche Softwarehersteller wolle zwei Tage lang Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Kennenlernen seiner Produkte geben, sagte Bernd Brandl, Managing Director von SAP Schweiz zur Begrüssung. Die Veranstaltung, zu der sich rund 1450 Besucher angemeldet hätten, stand unter dem Motto «das intelligente Unternehmen». Mit Technologie in eine bessere Zukunft Jim Hagemann Snabe, ehemaliger Co-CEO von SAP und seit Februar 2018 Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens, betonte in seinem Vortrag, dass er die Digitalisierung als enorme Chance verstehe. «Wir leben in aussergewöhnlichen Zeiten», sagte der dänische Mathematiker. Die Spielregeln der Wirtschaft würden sich gerade völlig verändern. Was früher noch funktioniert habe, funktioniere in Zukunft nicht mehr. Neue Unternehmen hätten Erfolg und könnten exponentiell wachsen, während andere verschwänden. Hagemann Snabe illustrierte den digitalen Wandel anhand verschiedener Branchen. Wichtig sei hierbei, nicht auf Technologien zu setzen, die vielleicht irgendwann einmal vorhanden seien, sondern das Potenzial der heute verfügbaren Technologie voll auszuschöpfen. Alles in allem könne digitale Technologie zu einer besseren und nachhaltigen Zukunft führen, sagte Hagemann Snabe. Wer in dieser Zukunft Erfolg haben wolle, müsse aber sowohl die digitale wie auch die physische Welt meistern. Amazon sei ein Beispiel für ein Unternehmen, das diese beiden Welten in einen Mehrwert verwandelt habe. «Wir sollten vor der Jim Hagemann Snabe, ehemaliger Co-CEO von SAP und seit Februar 2018 Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens. Zukunft keine Angst haben, sondern uns darauf zubewegen», riet Hagemann Snabe den Besuchern am SAP Live Campus 2018 zum Abschluss seines Referats. «Jetzt ist der Zeitpunkt, um Ihr Geschäft und die Gesellschaft neu zu erfinden.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_83443 WWW.NETZWOCHE.CH Software schuld an Fehler beim Sirenentest cgr. Beim diesjährigen Sirenentest am 7. Februar ist es zu einer Panne bei der Fernsteuerung der Sirenen gekommen. «Es handelt sich um einen Softwarefehler, der zu einer Störung des Datenaustauschs zwischen der zentralen Poly alert-Datenbank und den entsprechenden Applikationsservern geführt hat», heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz. Der Test werde noch im ersten Halbjahr 2018 wiederholt. ▸ Webcode DPF8_82799 Armasuisse will mit der Crowd Flugzeuge schützen cka. Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) will Crowdsourcing nutzen, um Flugzeuge, Helikopter und Drohnen vor Cyberattacken zu schützen. Die Lösung – aktuell noch ein Prototyp – überwache kontinuierlich den Luftraum, teilt das Bundesamt mit. Dafür nutze sie digitale Flugverkehrssignale von Flugzeugen und Drohnen. Die Lösung nennt sich Crowd- GPS-Sec. ▸ Webcode DPF8_82177 MÜLLERS KLEINES ABC W wie Wollmilchsau, eierlegende Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Eine eierlegende Wollmilchsau steht umgangssprachlich für etwas (eine Sache, Person oder Lösung), das alle Bedürfnisse befriedigt, allen Ansprüchen gerecht wird und deshalb nur Vorteile hat. In der IT findet man solche Viecher gerne dort, wo viele Leute zusammen an etwas Grossem arbeiten sollen – bei sogenannten Collaboration Tools beispielsweise. Realität: Es gibt im Web Versuche, die firmenübergreifende Zusammenarbeit in grossen Projekten zu revolutionieren. Solche Kollaborationsplattformen versprechen dann jeder und jedem, sie könnten damit genauso arbeiten, wie sie es bisher gewohnt sind. Ihre Lieblings- Tools würden über Schnittstellen und Plug-ins ganz einfach integriert. Und die wichtigen Daten, die flössen ja dann wie von selbst zu den richtigen Leuten. Selbstverständlich ermöglicht ihnen das endgültige Sortiment an Kommunikationswerkzeugen eine virtuelle Zusammenarbeit, so effizient, als sässen alle gemütlich im Besprechungszimmer beisammen. Abgesehen von der technischen Raffinesse einiger dieser Plattformen beweisen sie vor allem eines: Wer zu viel will, wird am Ende etwas Unbrauchbares bekommen. So entstehen dann unförmige, zerklüftete Funktionskolosse, die ohne mehrtägigen Einführungskurs (für den natürlich keiner Zeit hat) nicht zu durchschauen sind. So landen dann im Chat die flapsigen Bemerkungen über den neuen TPL Payment leider bei allen, statt nur bei der Kollegin nebenan. So verschwindet halt die ausserordentliche Entwicklersitzung gleich aus dem Projektkalender, statt nur aus dem Mitarbeiterkalender von Urs, der dann nicht kann. Fazit: Um es mit Robert Bosch zu sagen: «Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.» Deshalb gilt selbst für die eigentlich ja allmächtige IT: Kenne erstens deine wichtigsten Nutzer, verstehe zweitens ihre dringendsten Bedürfnisse und habe drittens Mut zur Lücke. Sonst kriegt das selbst der teuerste UX-Experte nicht mehr hin. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_84515 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2018