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Netzwoche 05/2018

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30 Technology Research

30 Technology Research Die Zukunft des Arbeitsplatzes Die digitale Transformation verändert nicht nur die gängigen Businessmodelle und Geschäftsprozesse, sondern in grossem Masse auch das Wie, Womit und Wo unseres Schaffens und damit unseren gewohnten Arbeitsplatz. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG MOBILER ARBEITSPLATZ UND MOBILITÄT Ausgaben für den mobilen Workplace und die Mobility im Schweizer Markt 2018 Anteil Mobile Devices (Notebooks, Tablets, Smartphones) Anteil Mobile-Lösungen (Apps, Security, MDM, MAM) Anteil Services für Mobility (Betrieb, Integration, Schulung, Support) Quelle: MSM Research 42 % 30 % 28 % Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_84593 Die Transformation des Arbeitsplatzes in die neue digitalisierte Ära umfasst mehr als die «Mobilmachung» des traditionell fixen Arbeitsplatzes. Es geht wesentlich über die Implementierung einer Homeoffice-Regelung oder des mobilen Arbeitens mit Smartphones und Notebooks hinaus. Der künftige Arbeitsplatz in einer digitalisierten Welt ist eingebettet in ein neues Business-Zeitalter, in dem sich alles um Tempo, Reaktionszeiten, Innovation und Agilität dreht. Und die moderne Ausstattung der Arbeitsplätze mit den entsprechenden Devices, Technologien und Lösungen wird über die Aktions- und Bewegungsfreiheit, die Zusammenarbeit und Kommunikation der Mitarbeiter mitentscheiden. Der Kampf um Kunden wird über erstklassige Produkte, exzellenten Customerservice und Kundennähe entschieden. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Neu ist, dass zu dieser Formel eine vierte Dimension hinzukommt, die in Zukunft grosses Gewicht auf das Ergebnis haben wird: die Zeit. Um auf Veränderungen an der Kunden- und Marktfront wettbewerbsentscheidend und erfolgreich zu reagieren, sind die Unternehmen auf kurze Entscheidungswege und -grundlagen angewiesen. Und hier kommt dem Arbeitsplatz und letztlich dem Mitarbeiter und seiner Biz- Fitness eine Schlüsselrolle zu. Steigende Ausgaben im Workplace- und Mobility-Bereich Die Erkenntnis über die Bedeutung und Rolle des künftigen Arbeitsplatzes hat bei einer Vielzahl von Unternehmen höhere Budgets und neue Projekte im Workplace- Bereich zur Folge. Wir gehen davon aus, dass im laufenden Jahr 12 Prozent mehr Gelder in die Umsetzung neuer Projekte im Workplace- und Mobility-Bereich aufgewendet werden als noch 2017. Die Ausgaben umfassen dabei die Beschaffung entsprechender Devices und Produkte (Notebooks, Tablets, Smartphones etc.), die Spendings für Mobile-Apps und -Lösungen (vorab für UCC-Anwendungen), Integrations- und Implementierungsleistungen, Connectivity, Betrieb der Infrastruktur, Sicherheit, den Support und die Maintenance und nicht zuletzt die Schulung und das Training. Noch nicht erfasst haben wir im Rahmen unserer Erhebungen und Marktbeobachtungen den Einzug der künstlichen Intelligenz (KI) respektive diesbezügliche Aufwendungen. Für KI-Anwendungen und Robotics (Bots) bietet der «Future Workplace» immenses Potenzial. Bei der Prozessoptimierung können entsprechende Bots dem Mitarbeiter viele Routineaufgaben abnehmen, wie etwa die Organisation und Vorbereitung von Meetings, die Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen (Analytics) und vieles mehr. Der Arbeitsplatz der Zukunft bietet die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig auf Informationen und Anwendungen zuzugreifen, was grossen Einfluss auf die Organisation, Prozesse und Kultur der Unternehmen hat. Den «Future Workplace» und dessen erfolgreiche Realisierung nur auf den Technologieeinsatz zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Entscheidender Faktor bleibt die natürliche Intelligenz – der Mensch. Und die Bereitschaft, den Absprung aus einer ausschliesslich traditionellen, klassischen Arbeitsumgebung in eine neue Workplace- und Workspace-Welt zu schaffen. 05 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Messe 31 Die fünfte Mobilfunk-Generation nimmt Fahrt auf Smartphones, Virtual Reality und mobile Gadgets haben die Hallen des Mobile World Congress dominiert. Der eigentliche Star der Veranstaltung war aber noch (fast) unsichtbar. 5G verspricht, die Branche zu revolutionieren und dem Internet der Dinge zum Durchbruch zu verhelfen. Doch es bleibt noch viel zu tun, vor allem für die Telkos. Autor: Oliver Schneider Über 5G spricht man seit Jahren. Telkos, Geräte- und Infrastrukturhersteller überschlagen sich mit Versprechungen. Wohl nirgends wurde das so deutlich wie am Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Doch etwas sei anders als in den vergangenen Jahren, sagten Besucher und Aussteller übereinstimmend: 2018 zeige sich 5G erstmals konkret. Die kommende Mobilfunk-Generation sei nicht mehr nur ein Konzept, nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern stehe technologisch und kommerziell tatsächlich vor der Tür. Dies zeigte sich zum Beispiel bei einem Besuch am Stand von Intel. Der US-Hardwarehersteller hatte ein PC-Tablet mit abnehmbarer Tastatur im Gepäck, das einen 5G-Videostream von einer darüber angebrachten Antenne abspielte. Bis das 5G-Modem des Prototyps in handelsüblichen Laptops stecken wird, seien freilich noch einige Hürden zu meistern, sagte Saif Alnashi, Technology Manager EMEA bei Intel. Die Antennen seien so gross, dass der Hersteller sie in zwei massiven Stützfüssen habe unterbringen müssen. Doch die Technologie und die Standards seien bereit. Dies betonte auch Dan Warren, Samsungs Head of 5G Research, in einem Panel, welches das zentrale Thema des MWC einem «Reality Check» unterziehen wollte. Aus Sicht der Hersteller seien die wesentlichen Fragen rund um 5G eigentlich geklärt. Die grösste Aufgabe liege nun bei den Serviceprovidern. Diese müssten jetzt die 5G-Infrastruktur aufbauen und dafür sorgen, dass die Vernetzung und Koordination zwischen verschiedenen Telkos und Anbietern klappe. Die Stände am MWC (hier von SK Telecom) vermittelten bisweilen den Eindruck, 5G sei bereits im Einsatz. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_82692 5G als Beschleuniger für das Internet der Dinge Doch wozu brauchen Unternehmen die Fortschritte überhaupt, die 5G mit sich bringen soll? Antworten auf diese Frage versuchten die Referenten des MWC-Panels «Massive & Industrial IoT» zu geben. Die kommende Mobilfunk- Generation bringe völlig neue Möglichkeiten für die Analyse von Sensordaten aus dem Internet der Dinge (IoT) mit sich, versprach etwa Chris Penrose, President IoT-Solutions beim US-amerikanischen Telko AT&T. Unternehmen könnten Maschinen und Mitarbeiter miteinander vernetzen und so ihre Prozesse effizienter und zuverlässiger machen. Die Perspektive der Nutzer brachte John Stone in die Diskussion ein. Der Senior Vice President der Intelligent Solutions Group von John Deere zeigte, wo der US-Landmaschinen-Produzent heute bereits IoT-Lösungen einsetzt. Das Unternehmen habe mittlerweile 150 000 Maschinen in 60 Ländern vernetzt. Das Ziel sei dabei ganz einfach, sagte Stone. Es gehe darum, die Produktivität der Landwirtschaft zu erhöhen und gleichzeitig nachhaltiger mit den Ressourcen umzugehen. Dies sei nicht nur für die Bauern attraktiv, die so ihre Erträge steigern könnten – die wachsende Weltbevölkerung mache die IoT-Landwirtschaft zu einer zwingenden Notwendigkeit. «Die vernetzte Landwirtschaft muss kommen», sagte Stone. Das Internet der Dinge und 5G hängen eng zusammen, das zeigte der MWC in diesem Jahr deutlich. Drohnen, selbstfahrende Autos, Smarthome-Geräte oder Sensoren laufen ohne den kommenden Leistungssprung im Mobilfunk nur mit halber Kraft, gaben die Hersteller zu verstehen. Ob 5G tatsächlich schon so weit gediehen ist, wie es viele Aussteller versprechen, bleibt allerdings abzuwarten. Es fiel in Barcelona auf, dass es zwar viele Demos, Pläne und Ideen für den Einsatz von 5G gibt, konkrete Geräte wie der Tablet-Prototyp von Intel waren allerdings relativ selten zu sehen. Man darf auf jeden Fall auf den MWC im kommenden Jahr gespannt sein. Bis dahin wollen nämlich verschiedene Telkos – etwa Swisscom – erste 5G-Netze in Betrieb nehmen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2018