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Netzwoche 05/2018

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Antennenverkauf spült Geld in Sunrise-Kasse mur. Sunrise hat sein Geschäftsjahr 2017 bilanziert. Im Gesamtjahr sank der Umsatz im Vergleich zu 2016 um 2,2 Prozent. Die Erlöse lagen bei rund 1,85 Milliarden Franken. Sunrise erklärt den Rückgang mit der Senkung der Terminierungsgebühren im Mobilfunk. Der Nettogewinn stieg von 87 Millionen Franken im Jahr 2016 auf 505 Millionen Franken. Der Hauptgrund für diesen Zuwachs sei die Veräusserung von Mobilfunkmasten im Wert von 500 Millionen Franken. ▸ Webcode DPF8_82837 Swisssign Group geht an den Start cgr. Die Partner der digitalen Identität Swiss-ID haben eine Trägergesellschaft namens Swisssign Group gegründet. Die bisherige Trägergesellschaft Swisssign AG, ein Joint Venture der SBB und der Post, wird darin integriert, wie es in einer Mitteilung heisst. CEO der Swisssign Group wird Markus Naef, der bisher auch die Swisssign AG leitete. Thomas Flatt, Präsident von Swiss-ICT, übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrats. ▸ Webcode DPF8_83230 Avaloq wächst langsamer jor. Avaloq hat sein Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatzplus bilanziert. Der Zürcher Anbieter von Bankensoftware erzielte einen Jahresumsatz von 550 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilt. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im Jahresvergleich auf 100 Millionen Franken. Dies sind knapp 22 Prozent mehr als im Vorjahr, als Avaloq 82 Millionen Franken einnahm. ▸ Webcode DPF8_83382 Ständerat will keine höheren Grenzwerte für 5G-Mobilfunk Schweiz will an Hannover Messe auftrumpfen Andreas Kaelin, Geschäftsführer von ICT-Switzerland. cgr. An einer Medienkonferenz hat die Hannover Messe einen Ausblick auf die diesjährige Veranstaltung gegeben. Die Messe findet vom 23. bis zum 27. April in Hannover statt. Erstmals ist auch ICT-Switzerland mit einem Swiss Pavilion an der Messe vertreten. mur. Der Ständerat hat Bedenken, die Strahlenschutzvorschriften für Mobilfunkanlagen zu lockern. Die kleine Kammer lehnte Anfang März eine Motion ihrer Fernmeldekommission mit 22 zu 21 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab – gegen den Willen des Bundesrates, heisst es auf Parlament.ch. Swisscom kündigte an, den Start des 5G-Standards um zwei Jahre vorzuverlegen. Der Telko wollte den neuen Standard 2018 punktuell und 2020 flächendeckend einführen. Dafür braucht es aber eine Revision der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung. Die Branche fordert einen Grenzwert, der je nach Frequenz drei- bis fünfmal höher ist als der geltende Wert. Schon Ende 2016 hatte die kleine Kammer einen ähnlichen Vorstoss aus dem Nationalrat für höhere Grenzwerte für Mobilfunkantennen knapp abgelehnt. Die Gegner warnten vor gesundheitlichen Auswirkungen. Die Fernmeldekommission des Nationalrats warnte im neuen Vorstoss davor, dass das Mobilfunknetz «kurz vor einem Kollaps» stehe. Laut Swisscom lasteten rund 50 Prozent aller Antennen die bewilligte Sendeleistung bereits zu mehr als 90 Prozent aus. Über die Grenzwerte entscheidet der Bundesrat in eigener Kompetenz. Umweltministerin Doris Leuthard sagte, der Bundesrat nehme Risiken für die Gesundheit nicht leichtfertig in Kauf. Auf der anderen Seite gebe es Forderungen wie schnelles Internet selbst in Berghütten. Mit 22 zu 9 Stimmen bei 5 Enthaltungen stimmte der Rat einer Motion von Nationalrat Martin Candinas zu. Sie verlangt eine Internet-Mindestgeschwindigkeit von 10 Megabit in der Grundversorgung. Der Bundesrat war dagegen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_83394 Die Schweiz will sich zeigen Am stärksten gewachsen an der Hannover Messe sei der Bereich Digital Factory. Hier gehe es um Software und Industrie 4.0, sagte Krister Sandvoss, Global Director bei der Deutschen Messe. Unter anderem würden dort Anbieter wie Microsoft und Oracle zu finden sein. Die Fläche sei im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt worden. In der Halle 8 der Digital Factory ist in diesem Jahr erstmals ein Swiss Pavilion zu finden. Dieser wurde von ICT- Switzerland und T-Link organisiert, wie ICT-Switzerland- Geschäftsführer Andreas Kaelin sagte. Erstmals wolle die Schweizer ICT-Branche auch an der Hannover Messe zeigen, was sie könne. Kaelin verglich den Auftritt mit jenem an der Cebit, wo die Schweiz vor zwei Jahren Gastland war. Die Mitglieder von ICT-Switzerland hätten den Verband immer mehr dazu gedrängt, auch an der Hannover Messe Flagge zu zeigen. Durch die immer stärkere Verzahnung der ICT mit der Industrie sei dies sinnvoll, sagte Kaelin. Die Schweiz wolle zeigen, dass sie ein Motor der Innovation auch in diesem Bereich sei. Bei der Plattformökonomie könne die Schweiz zwar nicht mehr die Nummer eins werden, bei der Industrie 4.0 sei es aber noch nicht zu spät, dass die Schweiz ganz vorne mitmischt, betonte er. Ein Ziel von Kaelin ist es, dass die Schweiz bald wieder Partnerland an der Hannover Messe wird. Der jetzt vorgestellte Stand sei ein Anfang. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_82951 05 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 09 Das waren die Infosocietydays 2018 Alljährlich trifft sich die Schweizer E-Government- und E-Health-Szene in Bern zu den Infosocietydays. Der Event zog zahlreiche Gäste an, die sich über die Entwicklungen bei der Digitalisierung der Verwaltungen und des Gesundheitswesens informieren wollten. Autoren: Christoph Grau, Coen Kaat, Joël Orizet, Marcel Urech Digitale Transformation wichtiger als Digitalisierung Zu Beginn des ersten Veranstaltungstags warf Peter Delfosse, CEO von Axon Active Holding, einen Blick von aussen auf die E-Government-Debatte. Er relativierte zunächst das oft schlechte Abschneiden der Schweiz in diversen E-Government-Rankings. Denn diese Rankings beurteilten eher, wer die beste Indoor-Infrastruktur für das Skifahren habe – die Antwort laute dann Dubai. Wichtiger sei es jedoch, zu fragen, wo man am besten Skifahren könne. Unter diesem Gesichtspunkt seien Länder wie Estland – ein Vorreiter im Bereich E-Government – anders zu beurteilen. Das Land habe in Sachen E-Government von der grünen Wiese starten können, wohingegen die Schweiz eine sehr gut eingespielte und effiziente öffentliche Verwaltung habe, sagte Delfosse. Der Druck für Veränderungen sei hierzulande daher geringer. Eine wichtige Erkenntnis für ihn sei, dass Verwaltungen beim digitalen Wandel vor den gleichen Herausforderungen stünden wie Firmen, sagte Delfosse. «Zentral ist, dass digitale Transformation nur dann stattfindet, wenn die Chefs es auch wollen», sagte er mit Nachdruck. Damit sprach er die politischen Entscheidungsträger direkt an. Laut seinen Erfahrungen aus der Wirtschaft liegt es meist an den Chefs, wenn es nicht vorwärtsgeht. Wenn die politischen Entscheidungsträger nicht handeln, dann heisse es in zehn Jahren immer noch: «Wir würden ja gerne, aber die gesetzliche Grundlage fehlt.» Die Infosocietydays stiessen auf ein grosses Publikumsinteresse. « Ohne MPI können wir die personalisierte Medizin in der Schweiz nicht voranbringen. Vergessen Sie das! » Roland Naef, Bereichsleiter Medizinische Applikationen & Services, Universitätsspital Zürich Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcodes DPF8_83524, DPF8_83747, DPF8_84163, DPF8_84041 Vom 6. bis zum 9. März sind in Bern die Infosocietydays über die Bühne gegangen. An den ersten beiden Tagen fand das Swiss E-Government Forum statt, an den folgenden zwei Tagen drehte sich am Swiss E-Health Forum alles um die Digitalisierung im Gesundheitswesen. E-Health braucht einen Master Patient Index Am Swiss E-Health Forum unterbrach am ersten Tag um Punkt 12.22 Uhr das ansonsten eher zurückhaltende Publikum einen Vortrag mit spontanem Szenenapplaus. Roland Naef, Bereichsleiter Medizinische Applikationen & Services am Universitätsspital Zürich, provozierte diesen mit folgenden Worten: «Ohne MPI können wir die personalisierte Medizin in der Schweiz nicht voranbringen. Vergessen Sie das!» Mit MPI meinte Naef den Master Patient Index: die Zusammenführung aller Gesundheitsdaten eines Patienten aus verschiedenen Quellen in einen zentrale Identität. Ein MPI sei für alle Patienten, die sich nicht bewusst für ein Opt-out entscheiden, dringend nötig, sagte Naef. Nur so sei eine Automatisierung von Prozessen überhaupt erst möglich. «Wir sind an die ärztliche Schweigepflicht gebunden und werden die Daten ohne explizite Einwilligung nicht weiterverwerten.» Naef richtete seine Worte explizit an (kantonale) Datenschützer, die sich immer wieder gegen einen MPI aussprechen. Digitalisierung als Kraftakt Martin Pfund, CIO des Kantonsspitals Graubünden, sieht Geld in Kliniken als Mangelware. «Deswegen ist die Digitalisierung für uns ein Kraftakt», sagte er. Die KIS-Hersteller hätten es nicht leicht. Der Schweizer Markt für solche Systeme wachse nur sehr begrenzt. Und es drängten US- Softwarehersteller auf den Markt, die den bestehenden Anbietern das Geschäft streitig machen wollten. «Da wird noch einiges passieren», sagte Pfund. Dies sei auch gut so. Die Hersteller müssten klare Strategien und Geschäftsmodelle entwickeln, etwa für Integrationsplattformen, Managed Services, Design Thinking. «Und sie müssen endlich den Patienten in den Mittelpunkt stellen», sagte Pfund. Es brauche mehr mobile Lösungen, mehr Kreativität bei der Umsetzung, Prozessorientierung und die Möglichkeit, schnelle Datenanalysen zu machen. «Das KIS der Zukunft muss die Ziele der Digitalisierung unterstützen», forderte Pfund. Die Software müsste also Daten in maschinenlesbarer Form so bereitstellen, dass die Leistungserbringer daraus einen Mehrwert ziehen könnten. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2018