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Netzwoche 08/2018

34 Technology

34 Technology Titelgeschichte « Unsere Einnahmequellen werden sich verändern » Die digitale Transformation entpuppt sich für Unternehmensberater als Chance und Herausforderung. Reto Savoia, stellvertretender CEO von Deloitte Schweiz, erklärt, wie sein Unternehmen mit diesem Wandel umgeht. Interview: Rodolphe Koller, Übersetzung: Joël Orizet « Die Beratungsbranche kann sich der Digitalisierung nicht entziehen. » Reto Savoia, stellvertretender CEO, Deloitte Schweiz Wie beeinflusst die Digitalisierung das Beratungsgeschäft im Vergleich zu anderen Branchen? Reto Savoia: Die Beratungsbranche kann sich der Digitalisierung nicht entziehen. Das Personalwesen ist von diesem Wandel besonders betroffen. Einerseits werden unsere Einstellungsverfahren immer digitaler abgewickelt. Andererseits ändern sich auch die Profile der von Deloitte gesuchten potenziellen Mitarbeitenden. Wir brauchen Menschen, die eine starke Affinität zu neuen Technologien aufweisen und gleichsam verstehen, wie sich diese für das Geschäft unserer Kunden nutzen lassen. Wir weiten unsere Suche also aus, stellen nicht mehr ausschliesslich Juristen und Wirtschaftswissenschafter ein, sondern beispielweise auch Physiker und Biologen. Wenn wir spezifische Fachkompetenzen für bestimmte Projekte benötigen, suchen wir vermehrt spezifische Zulieferer und arbeiten mit Technologiefirmen zusammen. Wir pflegen etwa eine Partnerschaft mit Apple. Und wir verwenden mehrere Business-Matching-Plattformen, um externe Spezialisten für bestimmte Mandate zu finden. Verspüren Sie vonseiten Ihrer Kunden einen erhöhten Preisdruck oder eine höhere Nachfrage nach neuen Formen des Engagements? Absolut. Der Preisdruck hat in unserer Branche enorm zugenommen. Es herrscht heute eine höhere Transparenz auf dem Markt und die Digitalisierung ermöglicht es Dienstleistern, etwa aus Indien, ihre Angebote weltweit zu vermarkten. Die Kunden beauftragen auch öfters direkt spezialisierte Nischenanbieter, um bestimmte Projektaufgaben zu erfüllen. Aufgrund der Kostenbasis von Deloitte wie auch anderer grosser Beratungsunternehmen ist es schwierig, mit deren hochstandardisierten Angeboten zu konkurrieren. Deswegen müssen wir unsere internen Abläufe effizienter gestalten und neue Kundenbindungsmodelle umsetzen. Dies tun wir etwa, indem wir unsere Tarife an die Effizienzgewinne knüpfen, die wir unseren Kunden verschaffen. Wir übernehmen damit mehr Risiken als bei der klassischen zeitbasierten Abrechnung. Wir entwickeln auch neue Geschäftsmodelle mit Plattformen und Softwarelösungen, die nach Auftragsvolumen oder über Lizenzen abgerechnet wird. Ich bin überzeugt, dass sich solche Angebote weiterentwickeln werden. Dienstleistungen kommen immer mehr in Form von Software daher. Was halten Sie davon? Das sind eindeutig disruptive Veränderungen, die wir unbedingt mitgestalten müssen. So basiert heute etwa die Wirtschaftsprüfung zu einem grossen Teil auf digitalen Analysewerkzeugen oder automatisiert ablaufenden Vorgängen, sogenannten Frameworks. Solche Dienstleistungen werden von der Kundschaft immer mehr als selbstverständlich vorausgesetzt. Deswegen müssen wir neue Wege finden, um einen Mehrwert zu generieren. Wir setzen das bereits um, indem wir mehr Gewicht auf die Interpretation von Analyseergebnissen legen und daraus abgeleitete Entscheidungsmöglichkeiten individuell prüfen. Ein weiteres Beispiel sind die Steuererklärungen: Diese können wir in wenigen Jahren bereits vollständig automatisiert abwickeln – auch durch Kompetenzzentren im Ausland. Wir müssen also auf eine andere Art und Weise Geld verdienen. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass sich unsere Einnahmequellen in den kommenden fünf bis zehn Jahren stark verändern werden. Wie verändert sich der Markt und inwiefern stellen Start-ups die etablierten Beratungsfirmen vor Herausforderungen? Ich glaube, dass sich der Markt konsolidieren wird. Die digitale Transformation erfordert umfassende Investitionen und es braucht eine bestimmte Organisationsgrösse, um diese in einer nützlichen Frist zu amortisieren. Für kleine Generalisten wird es schwierig. Was die Start-ups und andere Nischenplayer betrifft, werden wir uns meiner Ansicht nach annähern, sei es über Joint Ventures oder Übernahmen. Auf diese Weise können wir neue Kompetenzen erwerben, und die kleinen Unternehmen erhalten im Gegenzug Zugang zu unseren Kunden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_90814 08 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Products Neuheiten 35 Huawei lanciert neue Android-Tablets aza. Huawei hat zwei neue Tablets auf den Schweizer Markt gebracht. Sie bilden die Reihe Mediapad M5 und laufen mit Android 8. Die Tablets unterscheiden sich vor allem in der Grösse. Das grössere Tablet misst 10,8 Zoll in der Diagonalen und das kleinere 8,4 Zoll. Beide haben ein Bildverhältnis von 16:10. Das Huawei Mediapad M5 hat ein 10,8-Zoll-Display. cgr. Der PC-Hersteller Dell hat ein Update für seine Precision Workstations angekündigt. Neu hinzu kommen die mobilen Workstations mit den Bezeichnungen Dell Precision 7730 und 7530, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Reihe bereichert zudem ein 2-in-1-Gerät mit der Bezeichnung Precision 5530. Die Modelle Precision 7730 und 7530 sind mit Intel- Core- und Xeon-Prozessoren der achten Generation ausgestattet. Zudem haben sie einen Arbeitsspeicher von bis zu 128 GB. Beide Geräte verfügen über eine Bildschirm- Grösse von 15 Zoll. Dell betont in der Mitteilung besonders die VR-Fähigkeit der Workstations Precision 7530. Beide Geräte haben eine maximale Speicherkapazität von 6 TB SSD. Das Modell Precision 7730 eigne sich zudem für KIund Machine-Learning-Anwendungen, schreibt Dell. Das 2-in-1-Gerät Precision 5530 hat einen Arbeitsspeicher von bis zu 32 GB. Als Speicher stehen maximal 4 TB SSD zur Verfügung. Durch die Ausstattung soll sich das Gerät auch für die Bearbeitung von 3-D-, Video- und anderen Multimediadateien eignen. Auch die Precision- Die Displays haben eine Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln. Beim grösseren Tablet führt dies zu einer Pixeldichte von 280 PPI, beim kleineren zu 359 PPI. Huawei wirbt vor allem mit der Audioqualität. Das 8,4-Zoll-Gerät verfügt über zwei Lautsprecher, das 10,8-Zoll-Tablet über vier. Wie Huawei auf Anfrage mitteilt, haben die Tablets jedoch keinen Klinkenanschluss für Kopfhörer. Das Unternehmen verweist auf den USB-C-Anschluss, über den der im Lieferumfang enthaltene Kopfhörer mit einem Adapter angeschlossen werden kann. Die Geräte werden von Huaweis hauseigenem Kirin-960-Prozessor angetrieben. Das grössere Tablet verfügt zudem über mehrere Pins an einer Seite, womit optionale Tastaturen angeschlossen werden können. Die Preisempfehlung für das Mediapad M5 10,8 Zoll mit LTE liegt bei 449 Franken. Die Wi-Fi-Version kostet 399 Franken. Das Mediapad M5 8,4 Zoll mit LTE kostet 399 Franken und das mit Wi-Fi 349 Franken. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_89144 Dell frischt Precision Workstations auf Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_90397 Die neue Precision-Familie von Dell. 5530-Workstations sind mit Intel-Prozessoren der achten Generation ausgestattet. Zusätzlich lässt sich das Gerät mit einem Eingabestift bedienen. Die Workstations Precision 7730 und 7530 sind ab dem 22. Mai in der Schweiz erhältlich. Das 2-in-1-Modell Precision-5530 soll im Sommer auf den Markt kommen. Schweizer Preise will Dell erst mit dem Marktstart bekannt geben. In den USA beginnen die Preise für die Precision 7730 und 7530 bei 1049 US-Dollar. Für die die grösste Ausführung schlagen 1519 Dollar zu Buche. WWW.NETZWOCHE.CH Microsoft kündigt eigene Linux-Distribution an mur. Microsoft spricht in seinem Blogbeitrag zwar nicht von einer Linux-Distribution, doch der Konzern hat eine solche angekündigt: Azure Sphere OS ist ein Betriebssystem für Mikrocontroller, das auf einem Linux-Kernel basiert. Es ist für das Internet der Dinge optimiert, auf IT-Sicherheit getrimmt und nutzt unter anderem App-Container. Microsoft experimentierte für «Azure Cloud Switch» bereits 2015 mit Linux. ▸ Webcode DPF8_88546 Gimp bekommt eine Generalüberholung osc. Nach sechs Jahren haben die Entwickler der Open-Source-Bildbearbeitung Gimp (GNU Image Manipulation Program) einen neuen Major- Release freigegeben, wie «Heise» berichtet. Gimp 2.10 begrüsst Nutzer mit einem neuen User-Interface. Im Hintergrund rechnet eine neue Grafikbibliothek namens Generic Graphics Library. Das bedeute unter anderen, dass Gimp jetzt Bildkorrekturen mit 16- oder 32-Bit-Farbtiefe berechne, alle CPU-Kerne nutze und eine ICC-Farbverwaltung mitbringe. ▸ Webcode DPF8_90602 RHA zeigt MA650 in neuem Gewand fpo. Der Audiohersteller RHA hat ein weisses Modell des Kopfhörers MA650 vorgestellt. Laut Mitteilung wurde aufgrund der grossen Popularität eine weitere Edition produziert. Wie das schwarze Modell reduziere das Gerät Umgebungslärm. Die spezifische Form aus Aluminium ermögliche es, Geräusche von aussen zu isolieren. Das per USB aufladbare Gerät biete 12 Stunden Batterielaufzeit. Die maximale Reichweite der kabellosen Verbindung betrage ohne Hindernisse 10 Meter. ▸ Webcode DPF8_90618 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2018