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Netzwoche 08/2018

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08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Mimacom und Edorasware finden wieder zusammen cgr. Die Schweizer Entwickler und Softwareanbieter Mimacom und Edorasware schliessen sich wieder zusammen, nachdem sie sich im Jahre 2010 aus strategischen Überlegungen getrennt haben. «Mit dem Zusammenschluss wollen die Unternehmen ihre Kräfte gemeinsam bündeln», wie es in einer Mitteilung heisst. Die Firmen werden unter einem Dach zusammengeführt. Der Brand Edorasware wird verschwinden und durch Flowable ersetzt, wie Mimacom-Mediensprecher Tim Weinmann auf Anfrage sagte. ▸ Webcode DPF8_88651 Bund will den E-Impfausweis bekannter machen cgr. Seit 2012 können Bürger auf www.meineimpfungen.ch einen elektronischen Impfausweis anlegen. Seitdem haben sich lediglich 150 000 Nutzer registriert, wie einer Mitteilung des Bundes zu entnehmen ist. Die Zahl der Nutzer stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Mit einer Sensibilisierungskampagne in Arztpraxen will das BAG den E-Impfausweis bekannter machen. Vom 23. bis zum 6. Mai soll das Validieren des Impfausweises zudem kostenlos sein. ▸ Webcode DPF8_89627 Fastweb erhält Millionenstrafe cgr. Die Swisscom-Tochter Fastweb hat von den italienischen Kartellbehörden eine Strafe von 4,4 Millionen Euro erhalten. Grund für die Busse sei eine «fehlerhafte Geschäftspraxis» von Fastweb, wie «Der Standard» schreibt. Konkret wurde eine Werbekampagne kritisiert. In diese hätte das Unternehmen nicht korrekt über die verfügbaren Dienste, den Leistungsumfang und die -abdeckung informiert. ▸ Webcode DPF8_89606 Swisscom übernimmt Betrieb und Support von AWS- und Azure-Clouds cka. Swisscom hat angekündigt, die globalen Cloud- Dienstleistungen auszubauen. Neu übernehme der Telko den kompletten Cloud-Betrieb sowie den Support von AWS- und Azure-Lösungen für seine Kunden. Vom Netzwerk über Back-up, Betriebssystem, Datenbanken, Webservices bis hin zum Application Server Management, wie Swisscom mitteilt. Das Angebot richte sich an Kunden, die den Betrieb ihrer Public-Cloud-Umgebung in lokale Hände geben wollen. Swisscom spricht in diesem Zusammenhang von einem lokalen «Betrieb-as-a-Service» für globale Public Clouds. «So schaffen wir wahren Mehrwert für unsere Kunden: hochskalierende Infrastruktur aus der Cloud, gepaart mit Swissness und Betriebsexpertise von Swisscom», lässt sich Marcel Walker, Head of Network and Cloud bei Swisscom Enterprise Customers, in der Mitteilung zitieren. Bundesrat heisst Masterplan für IKT-Strategie gut mur. Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes aktualisiert jährlich seinen Masterplan für die Umsetzung der Strategie der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) des Bundes in Zusammenarbeit mit den Departementen und der Bundeskanzlei. Der Bundesrat legte am 18. April fest, wie es nun weitergehen soll. Laut admin.ch will er bis nächstes Jahr 16 Meilensteine umsetzen. 4 davon sind neu, 12 waren schon bekannt und 4 weitere sind seit Ende des ersten Quartals 2018 abgeschlossen. Der Bundesrat verabschiedete die «IKT-Strategie 2016 – 2019» bereits am 4. Dezember 2015. Er will sie nun für die Jahre 2020 bis 2023 erneuern. Die Strategie behandelt vor PaaS-Angebot für unabhängige Softwareentwickler Zugleich kündigte der Telko auch eine Public-Variante der eigenen Entwicklungsumgebung an. Swisscom stelle sein PaaS-Angebot, die Public Application Cloud, für unabhängige Softwareentwickler (ISV) zur Verfügung. Zum Umfang dazu gehören laut Mitteilung 7x24-Stunden-Support und bis zu 99,9-prozentige Verfügbarkeit. «Wir können so schnell und agil Software herausbringen. Und dies auf einer Plattform mit Datenhaltung in der Schweiz, die aber dank des Industriestandards Cloudfoundry mit der Weltspitze mithalten kann», zitiert die Mitteilung Radomir Mastalerz, CTO des Referenzkunden Wealtharc. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_88906 allem amts- und departementsübergreifende Themen der Bundesinformatik. Unter anderem die Geschäftsausrichtung der IKT, die Steuerung und Führung der IKT sowie die Erbringung von IKT-Leistungen. Die Geschäfts- und Informatikbereiche der Bundesverwaltung sollen nun die Digitalisierungsziele für die nächsten Jahre definieren. Der Bundesrat will so die kürzlich verabschiedete IKT-Sourcing-Strategie und die kommende Strategie ERP-IKT 2023 für den IKT-Einsatz in bundesweiten Supportprozessen umsetzen. Um die «IKT-Strategie 2020–2023» umzusetzen, will der Bundesrat zuerst analysieren, welche Fähigkeiten in der IKT-Organisation des Bundes vorhanden sind. Sie soll in der Bundesverwaltung vermehrt als Partner der Geschäftsbereiche auftreten. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines Rechenzentren-Verbunds. Der Bundesrat will zudem herausfinden, wer welche Anwendungen und Dienste entwickeln und bereitstellen soll. Die IKT-Leistungserbringer müssen dafür nun gemeinsam Eckwerte festlegen. Die Ergebnisse sollen in die Strategie und Zielarchitektur «Hybrid-Cloud des Bundes» einfliessen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_88927 08 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Aktuell 09 Vom Kalten Krieg in die Cloud osc. In der Stadt Luzern, direkt am Ufer des Vierwaldstättersees, liegt die Halbinsel Tribschen. Hier fand einst Richard Wagner Zuflucht, hier vergnügen sich bei schönem Wetter die Luzerner und insbesondere die Schüler der nahe gelegenen Kantonsschule Alpenquai. Was dem Auge in der Frühlingssonne verborgen bleibt: Tief unter der Halbinsel befindet sich ein riesiger Bunker. Geplant mitten im Kalten Krieg und vor 50 Jahren eröffnet, gibt es zu seinem ursprünglichen Zweck unterschiedliche Angaben. Womöglich sollte er im Kriegs- oder Katastrophenfall bis Wo heute Notbetten stehen, sollen bald Racks den Tunnel füllen. zu 1600 Schülern Schutz bieten. Vielleicht wurde die Anlage aber auch gebaut, um die kantonale Verwaltung und das Personal der Landesversorgung zu beherbergen. Der Kalte Krieg ist – so ist zu hoffen – Geschichte. Luzern suchte für den Zivilschutz-Bunker deshalb nach einer neuen Verwendung und fand sie in der IT. Das Stadtwerk Energie Wasser Luzern (EWL) baut hier ein Rechenzentrum, um sich weiterzuentwickeln und neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Auf 1700 Quadratmetern sollen unter Tribschen dereinst bis zu 529 Racks stehen. Sicher und gut versorgt, wie es in einer Broschüre des EWL heisst. EWL will aus dem neuen Rechenzentrum drei Lösungen anbieten, die sich jeweils an Kunden verschiedener Grösse richten, wie Martin Erny, in der EWL- Geschäftsleitung für die IT zuständig, anlässlich einer Führung sagte. «High Density» packe durchschnittlich 10 Kilowatt in 30 Racks mit je 54 Units. «Standard Density» habe 45 Units pro Rack. Beim «Modularen Datacenter» könnten Kunden auf 8 Racks mit je 45 Units zurückgreifen. Das bedeute, dass sich mehrere Kunden eine «Tube» teilen. Die Struktur des Angebots hängt gemäss Angaben von EWL mit dem Aufbau des Bunkers zusammen. Dieser besteht aus sechs parallelen Hauptstollen (Tubes), die jeweils bis zu 200 Quadratmeter IT-Nutzfläche bieten sollen. Dazu kämen acht sogenannte «Private Rooms», die zwischen 50 und 100 Quadratmeter umfassten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_90379 WWW.NETZWOCHE.CH Alphabet boomt mur. Alphabet hat sein erstes Geschäftsquartal 2018 bilanziert und einen Gewinn von 9,4 Milliarden US-Dollar verkündet. Das Unternehmen hob diesen gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent an, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt. Der operative Gewinn stieg von rund 6,6 auf 7 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um fast 26 Prozent, von 24,75 auf 31,15 Milliarden Dollar. Google generierte 26,6 Milliarden Dollar mit Werbeeinnahmen, 24 Prozent mehr. ▸ Webcode DPF8_89777 Samsung stösst Intel vom Thron cka. Das vergangene Jahr ist gleich aus zwei Gründen bemerkenswert gewesen für die Halbleiterindustrie. Erstens: Der globale Jahresumsatz knackte erstmals die 400-Milliarden-Marke. Der Gesamtumsatz lag 2017 bei 420,4 Milliarden US-Dollar - 21,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Zweitens: Nach 25 Jahren als Marktführer wurde Intel auf Platz 2 verdrängt – wenn auch nur knapp. ▸ Webcode DPF8_89814 DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Demnächst ist es so weit – das lange Warten auf den EU-DSGVO-Stichtag hat ein Ende. Bald dürfen wir demonstrieren, wie gut wir auf diesen herbeigesehnten Tag vorbereitet sind. Der Tag des europäischen Datenschutzgesetzes, das es nun erlaubt, hart durchzugreifen. Die Gelegenheit, darauf zu reagieren, werden wohl bestimmt einige Unternehmen gleich am ersten Tag erhalten, wenn dann so ein Brief ins Haus flattert: «Lieber Data Protection Officer, als Kunde Ihres Unternehmens wüsste ich gerne, welche Daten Sie von mir bearbeiten und zu welchem Zweck. Können Sie mir grundsätzlich alle Verarbeitungen aufzeigen, in welchen Systemen, Datenbanken, E-Mails Sie die Daten ablegen oder allenfalls auch unstrukturiert hinterlegt haben. Bitte geben Sie auch an, mit welchen externen Parteien Sie die Daten austauschen. Zeigen Sie mir die dazu notwendigen Rechtsgrundlagen sowie die vereinbarten Sicherheitsmassnahmen bei der Übermittlung auf. Ich hätte gerne von allem eine Kopie zugestellt – oder zumindest einen Zugriff darauf, um all diese Daten prüfen zu können. Können Sie mir dabei auch noch klar spezifizieren, von welchen Quellen Sie Daten über mich gesammelt und ob Sie automatisiert ein Profil von mir erstellt haben? Falls Sie eine Cloud einsetzen, wüsste ich gerne, in welchen Ländern meine Daten gespeichert sind und welche Provider und Sub-Unternehmen im In- und Ausland Zugriff darauf haben. Hatten Sie in den letzten 12 Monaten einen Security-Vorfall, in den meine Daten involviert waren? Was ist genau passiert, und besteht die Möglichkeit, dass meine Daten in falsche Hände gerieten? Welche organisatorischen, technischen und juristischen Sicherheitsmassnahmen haben Sie aufgrund der eingeschätzten Risiken getroffen, und wie sieht es mit deren Umsetzung aus?» Nun, vielleicht ist es nicht nur ein Kunde, vielleicht sind es hunderte oder gar tausende Kunden, die auf diesen 25. Mai 2018 schon lange sehnlichst gewartet haben und nun gerne Ihre Organisation etwas testen möchten. Sie haben dann einen Monat Zeit, die Antworten aufzubereiten und zuzustellen – natürlich zu eigenen Kosten. Wie schön wäre es jetzt, Sie hätten Ordnung im Datenstall und könnten zu allen Fragestellungen einfach ein Register ziehen, das dann die Antworten fein säuberlich und strukturiert ausspuckt. Hmm – Sie sind noch nicht ganz so weit? Sie glauben, dass dies unmöglich ist? Dann hilft vielleicht doch nur noch beten, dass wir aus diesem Albtraum aufwachen und wieder in die guten alten Datenchaos-Zeiten zurückfinden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_89104 Bereit für den Albtraumbrief? Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2018