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Netzwoche 09/2018

42 Products Konferenz

42 Products Konferenz Microsoft-Chef Nadella vereint zwei Rivalinnen Microsoft-CEO Satya Nadella hat die Entwicklerkonferenz Build in Seattle eröffnet. Dabei zeigte er, wie Microsoft künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge in der Cloud verbinden will. Datenschutz und Partnerschaften sollen den Unterschied zur Konkurrenz machen. Autor: Oliver Schneider Satya Nadella, CEO von Microsoft, hat am 7. Mai in Seattle die Entwicklerkonferenz Build 2018 eröffnet. Nadella zeigte dem Publikum – über 5000 Entwicklern –, was das US- Unternehmen für sie plant und bietet. Schwerpunkt IoT Er habe die These aufgestellt, dass die Welt ein Computer sei, an dessen Vernetzung Microsoft mitwirken wolle, schreibt «Heise» über Nadella. Konkret heisse dies, dass Microsoft Entwickler bei der Schaffung von Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) unterstützen wolle. Klassische Anwendungen für das Betriebssystem Windows spielten dagegen eine untergeordnete Rolle. Microsoft habe einen Schwerpunkt auf Sensoren im IoT gelegt, sogenannte «Edge-Geräte». Sie liessen sich mit der Software «Azure IoT Edge» betreiben, die KI-Modelle in der Cloud trainieren und dann lokal ausführen könne. Microsoft habe die Software nun als Open Source veröffentlicht. Microsoft-CEO Satya Nadella zeigte den Entwicklern, wohin die Reise mit Microsoft in den nächsten Jahren geht. Wenn KI-Rivalinnen miteinander sprechen Microsoft holte laut «Heise» verschiedene Partner auf die Bühne, um die Zusammenarbeit von Edge und Cloud zu demonstrieren. Mit Chiphersteller Qualcomm habe das Unternehmen eine Überwachungskamera mit Netzwerkanbindung und KI gezeigt, die etwa Störfälle oder Anomalien in Industrieanlagen erkennen solle. In Kooperation mit DJI habe Microsoft ein Software Development Kit für die Bilderkennung mittels intelligenter Drohnen in Unternehmen entwickelt. Eine weitere Partnerschaft kündigte Nadella mit Amazon an, wie es bei Heise weiter heisst. Eine Mitarbeiterin habe auf der Bühne einen Amazon-Echo-Sprachassistenten gebeten: «Alexa, open Cortana!» – und Cortana habe geantwortet. Auch der Zugriff auf das Windows-10-Startmenü sei so möglich. Ende 2018 soll das auch ausserhalb der Konferenz funktionieren. Microsoft als Hüter des Datenschutzes «Satya Nadella versucht, den Tech-Riesen von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden, indem er sich auf die digita- « Alexa, open Cortana! » Zwei Sprachassistenten im Gespräch Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode Webcode DPF8_91535 le Privatsphäre konzentriert», fasst «Fortune» die Keynote zusammen. Der Microsoft-Chef habe – wohl auch mit Blick auf die Facebook-Datenaffäre – Privatsphäre als «Menschenrecht» bezeichnet. KI brauche Daten, um zu lernen und um sich zu verbessern. Mit einer Technologie namens «Homomorphic Encryption» wolle Microsoft aber sicherstellen, dass Informationen von Nutzern und Unternehmen sicher und verschlüsselt verarbeitet würden, sagte Nadella. Ein firmeninternes KI-Ethik-Team solle darüber hinaus den Lernvorgang, etwa von Deep-Learning-Algorithmen, überwachen und sicherstellen, dass dieser nicht in Schieflage gerate. Nadella habe Entwickler in diesem Sinne aufgefordert, «gute KIs» zu programmieren, die «gute Entscheidungen für die Zukunft» treffen könnten. Zuletzt soll die glücklose Videospiel-Steuerung «Kinect» als Werkzeug für Unternehmen ein zweites Leben erhalten. Nadella habe angekündigt, die Objekterkennung von Kinect mit Cloud-Unterstützung bei Drohnen einzusetzen, etwa zur Vermeidung von Kollisionen. 09 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Aktuell 43 Bund will 213 Millionen Franken in digitale Bildung investieren cgr. Die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, sind für die digitale Transformation der Schweiz zentral. Dies hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann erkannt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet. In den Ausbau dieses Bereichs wollte er 150 Millionen Franken investieren, was der Bundesrat Mitte 2017 jedoch ablehnte. Schwerpunkt Weiterbildung Nun konnte sich Schneider-Ammann doch noch durchsetzen, wie die NZZ schreibt. Es sollen sogar 213 Millionen Franken in den MINT-Ausbau fliessen. Von der Summe kommen jedoch nur 62 Millionen aus dem allgemeinen Bundeshaushalt. Die Mehrheit stellt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) aus dem aktuellen Haushalt bereit. Hierfür seien Umschichtungen nötig, schreibt die NZZ. Wie genau diese erfolgen sollen, sei noch nicht bekannt. Das Geld soll schwerpunktmässig in die Weiterbildungen fliessen, um berufstätige Personen für die digitale Arbeitswelt fit zu machen. Bei der Forschung sollen interdisziplinäre Ansätze unterstützt werden. Das Forschungsprojekt trägt den Titel: «Digitaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft». Zudem könnten neue Professuren an den Eidgenössischen Hochschulen geschaffen werden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_90311 Was Schweizer Arbeitgeber jungen IT-Fachkräften bieten müssen osc. Die Beratungsfirma Universum hat rund 10 800 Schweizer Studenten über ihre Karriereziele und Erwartungen an Arbeitgeber befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich angehende Informatiker der hohen Nachfrage nach Fachkräften bewusst sind, wie Universum in einer Mitteilung schreibt. Das schlage sich nicht nur in ihren Lohnforderungen nieder. Informatikstudenten haben laut Umfrage die mit Abstand höchsten Erwartungen an das zukünftige Salär. Sie forderten durchschnittlich fast 82 000 Franken pro Jahr. Wenn sie über Wissen im Bereich künstliche Intelligenz verfügten, seien die Lohnerwartungen noch höher. Hätten sie dazu noch Führungserfahrung, «dann können sie fast GENDER-GAP Unterschiede im erwarteten Jahreseinkommen Wirtschaft Ingenieurwesen Informatik Total 75 553 77 282 81 778 Männer 79 679 79 743 82 990 Frauen 71 023 70 285 75 779 Differenz 7 656 9 458 7 211 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_90533 verlangen, was sie wollen», schreibt Universum. Schweizer Start-ups versuchten, auf diese Erwartungen zu reagieren, indem sie ausser hohen Löhnen auch Weiterbildungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten böten. Sie liessen sich hierbei von Silicon-Valley-Firmen wie Google oder Facebook inspirieren, um die besten Talente anzuziehen und zu binden. Bei den Lohnerwartungen von Frauen und Männern zeigten sich allerdings Unterschiede. IT-Studentinnen fordern laut Umfrage 7211 Franken weniger als ihre männlichen Kommilitonen. IT-Studenten wollen Stabilität im Job Die langfristigen Karriereziele der Studenten zeigen, dass viele junge Informatiker wenig Interesse an Führungspositionen haben. Nur 26 Prozent meinten, dass sie langfristig Führungsaufgaben übernehmen möchten. Wichtiger seien für junge IT-Mitarbeiter Sicherheit und Stabilität im Job (36 Prozent). An einer internationalen Karriere seien nur 17 Prozent interessiert. Generell werde bei allen Studienrichtungen im Verlauf der Karriere und mit zunehmendem Alter Sicherheit und Stabilität im Job wichtiger, schreibt Universum. Die Umfrage ermittelte neben den Erwartungen auch die Beliebtheit von Arbeitgebern. Bei den Informatikstudenten nimmt Google den Spitzenplatz ein. Gefolgt von Microsoft, IBM, Swisscom und dem Cern. WWW.NETZWOCHE.CH Sommercamps mit Digitalswitzerland bca. Die Summercamps «Nextgeneration» werden auch dieses Jahr wieder angeboten, wie Digitalswitzerland in einer Mitteilung schreibt. Die Camps finden in der ganzen Schweiz statt und richten sich an 6- bis 19-jährige Knaben und Mädchen, wie es weiter heisst. «Wir wollen die Neugier und das Interesse in Bereichen wecken, in denen wir in Zukunft viel Fachwissen brauchen», erklärt Pascale Vonmont, Mitglied des Digitalswitzerland-Exekutivkomitees. ▸ Webcode DPF8_91445 Quali-Runde für Jung- Hacker gestartet cka. Swiss Cyber Storm sucht mit der Swiss Hacking Challenge die besten Nachwuchs- Hacker des Landes. Noch bis Ende Juli haben Schüler und Studenten Zeit, sich für das Finale zu qualifizieren, wie der Verein mitteilt. Die Qualifikationsrunde besteht aus zwölf Aufgaben, sodass sich die Jung-Hacker die Arbeit selbst einteilen können. Die Aufgaben sollen nicht nur die IT-Security-Kenntnisse, sondern auch die Kreativität und den Durchhaltewillen auf die Probe stellen. ▸ Webcode DPF8_90340 ETHs unter den Top 10 im Hochschulranking aza. Reuters hat eine Liste mit den innovativsten Hochschulen Europas veröffentlicht. Zum dritten Mal in Folge führt die KU Leuven in Belgien die Liste an, gefolgt vom Imperial College London und der University of Cambridge. An vierter Stelle folgt die ETH Lausanne. Die ETH Zürich schaffte es auf den zehnten Platz. Unter den Top 25 der Reuters-Liste finden sich weitere Schweizer Unis: So steht die Universität Zürich auf dem 13. und die Universität Basel auf dem 15. Platz. ▸ Webcode DPF8_90038 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2018

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