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Netzwoche 09/2018

10 Business Nachgefragt

10 Business Nachgefragt « Misserfolge sind wichtig » Claudia Pletscher ist Innovationschefin bei der Schweizerischen Post. Im Interview verrät sie, wie sich das Unternehmen wandelt, auf welche Technologien es setzt und was die Post mit Blockchain und KI vorhat. Interview: Oliver Schneider Sie sind seit fast genau vier Jahren bei der Post Innovationschefin. Wie hat sich das Unternehmen in diesem Zeitraum gewandelt? Claudia Pletscher: Die Post war in ihrer gesamten Geschichte ein innovatives Unternehmen, das sich stetig verändert und neue Ideen und Entwicklungen mitgestaltet hat. Komplexe Technologien und rasante Entwicklungen erfordern heute aber viel mehr partnerschaftliche Zusammenarbeit als früher. Hier haben wir uns in den letzten Jahren stark entwickelt. Auch beziehen wir unsere eigenen Mitarbeitenden noch enger in die Entwicklungsprozesse mit ein. Sie können von der Front Themen einbringen und so an innovativen Transformationen mitarbeiten. Damit bringen sie wertvollen Input aktiv ins Projekt mit ein. « Unsere Aufträge dürften sich nicht grundlegend ändern – die Kanäle und Technologien hin gegen schon. » Claudia Pletscher, Leiterin Entwicklung und Innovation Konzern, Schweizerische Post Welches Projekt war Ihnen persönlich am wichtigsten? Da gibt es einige, beispielsweise unser Drohnenprojekt mit dem Spital Lugano, das sehr erfolgreich unterwegs ist und wo wir zahlreiche weitere Anfragen interessierter Spitäler haben. Von den Plattformprojekten ist E-Voting eines der interessantesten. Wo gab es Misserfolge? Die gibt es täglich (lacht). Misserfolge sind wichtig, weil man gerade aus ihnen viel lernt. Beim Drohnenprojekt hatten wir zu Beginn verschiedene Start-ups evaluiert und dann kurz vor der Bewilligungsphase entschieden, nicht weiterzugehen. Das hat uns ein Jahr zurückgeworfen. Nichtsdestotrotz sind wir heute weltweit das einzige Unternehmen, das einen kommerziellen Drohnentransport anbietet. Was sind die nächsten Technologiefelder, in denen Sie aktiv werden wollen? Ein grosses Feld ist das Internet der Dinge. Das brauchen wir sehr stark in der Logistik. Etwa bei der Sendungsverfolgung von zerbrechlichen Inhalten. Ein zweiter Trend, den wir bereits in der Umsetzung haben, ist künstliche Intelligenz. KI kommt zusammen mit Robotics im Dokumentenmanagement zum Einsatz, wo wir Millionen von Dokumenten scannen und verarbeiten. Spielt Blockchain für die Post schon eine Rolle? Ja, absolut. Ein Beispiel ist die Logistik. Zusammen mit dem Zürcher Tech-Start-up Modum haben wir ein Projekt, basierend auf Blockchain. Mittels Blockchain stellen wir sicher, dass ein bestimmtes Temperaturband bei einer Lieferung nicht überschritten wird. So können wir dem Kunden mittels Blockchain belegen, dass das Temperaturband durchgehend eingehalten wurde. Der Kunde weiss also immer, wie es um seine Lieferung steht. Werden wir die Post in zehn Jahren noch wiedererkennen? Ich glaube schon. Die Post hat einen ganz wichtigen Auftrag für die Gesellschaft, Unternehmen und Behörden in der Schweiz. Wir sind die vertrauenswürdige Partnerin, die einen zuverlässigen Transport für vertrauliche Informationen gewährleistet. Das wird in der digitalen Welt immer wichtiger – und genau hier bietet die Post höchste Qualität. Unsere Aufträge dürften sich indes nicht grundlegend ändern. Die Kanäle und Technologien hingegen schon. Sie sind physisch, digital und mobil und die Post orientiert sich an diesen Kundenbedürfnissen und bietet bestmögliche Lösungen dazu. Der Kern der Dienstleistung der Post dürfte also bestehen bleiben. Die Bedürfnisse der Menschen nach unseren Dienstleistungen werden wahrscheinlich dieselben sein, aber der Umgang damit anders. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_91855 09 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Avectris Event SPECIAL11 Welcher S/4-Hana-Typ sind Sie? SAP-Kunden fragen sich, welche Strategie sie in Bezug auf S/4 Hana verfolgen sollen. Der Betriebssupport für die bestehende R/3-Umgebung wird von SAP bis 2025 gewährleistet. Daher sind viele zurückhaltend und haben noch kein S/4-Projekt gestartet. Wer ab 2025 jedoch die Nase vorn haben will, muss sich rechtzeitig vorbereiten. Avectris hat einen differenzierten Ansatz für den Weg zu S/4 Hana entwickelt, um das Thema mit seinen Kunden anzugehen. Dabei werden sowohl Business- als auch IT-Treiber berücksichtigt. Finden auch Sie heraus, welcher S/4-Hana-Typ Sie sind: Housekeeper: Projekte gehen Sie stets mit Sorgfalt an. Sie profitieren von den Erfahrungen der First Movers und setzen diese zu gegebenem Zeitpunkt gewinnbringend um. Mit einem nachhaltigen Housekeeping bereiten Sie sich vor. Datenbereinigungen, Benutzer-/Berechtigungskonzepte und Archivierungsprojekte schaffen eine solide Basis. Diese Arbeiten können Sie heute schon angehen, um Ihre bewährte Systemlandschaft zu optimieren. Mit der Umsetzung von Fiori-Applikationen nutzen Sie moderne mobile Applikationen auf der bestehenden Landschaft. Der (finanzielle) Aufwand ist so, wie Sie ihn lieben: verhältnismässig klein und einfach umgesetzt. Die Investitionen in diese Vorgehensweise sind geschützt, da diese Arbeiten eine Grundvoraussetzung für S/4 sind. « Da Sie es lieben, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu beschreiten, können Sie die Möglichkeiten von S/4 voll ausschöpfen und mehr Businessnutzen generieren. » Smart Adopter: Sie möchten sich alle Vorzüge von S/4 Hana sichern, legen dabei aber Wert auf einen überschaubaren Aufwand, moderate Kosten und ein Timing nach Mass? Mit einer Umstellung auf Unicode und der Installation von EHP 8 erfüllt man alle Voraussetzungen, um später zügig auf S/4 zu migrieren. Die bestehende Installation wird mit wenig finanziellen Mitteln «S/4- ready». Damit reagieren Sie rasch und unkompliziert auf gesetzliche Neuanforderungen. Ein Wechsel auf SAP Hana ist dank dieser Vorbereitung schnell realisiert. Die Applikation R/3 bleibt unberührt. Es wird lediglich auf eine «In-memory»-Datenbank umgestellt. Die Belastung der Fachabteilungen (Testaufwand) bleibt in einem moderaten Rahmen (technisches Projekt). Gleichzeitig ist die neue Datenbank deutlich kleiner, was den Back-up- Prozess beschleunigt und SLA-Kosten sofort senkt. Beschleunigt wird auch Ihr Business: Neu sind zum Beispiel Auswertungen, die früher mit Nacht-Jobs aufbereitet wurden, in Echtzeit verfügbar. Sie möchten noch einen Schritt weitergehen? – Mit einem Readiness-Check durchleuchten Sie mit wenig Aufwand das bestehende System und skizzieren Ihre individuelle «Road to S/4 Hana». Diese smarte Vorgehensweise gibt Ihnen Anhaltspunkte, wie Sie zukünftig mehr Businessnutzen generieren und Prozesse vereinfachen können. « Mit einer Umstellung auf Unicode und der Installation von EHP 8 erfüllt man alle Voraussetzungen, um später zügig auf S/4 zu migrieren. » First Mover: Sie starten lieber schon heute als morgen mit S/4 Hana durch? – Damit die Pionierarbeit gelingt, lassen Sie die Erkenntnisse der heutigen ERP-Landschaft in die Art der Migration einfliessen. Dabei können Sie mit einem «Green-field»-Ansatz die Vergangenheit aufräumen oder mit einem «Brown-field»-Vorgehen Bewährtes übernehmen. Diese Frage müssen Sie schon früh im Prozess für Ihr Unternehmen beantworten. Da Sie es lieben, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu beschreiten, können Sie die Möglichkeiten von S/4 voll ausschöpfen und mehr Businessnutzen generieren. Sei dies in der Art und Weise, wo Ihre Daten bearbeitet werden oder wie Organisationen zusammenarbeiten. Nutzen Sie CRM und BW in der neuen Umgebung integriert und sagen Sie Lebewohl zu separaten Systemen! Embedded Analytics liefert Ihnen Echtzeitdaten direkt im S/4-Prozessablauf. Ihr Weg nach S/4 Hana Auf S/4-Demosystemen wird die Zukunft für Ihre Fachanwender erlebbar. Unsere zertifizierten Berater schärfen mit Ihnen Zielbild und Prozesslandschaft. Die Umsetzung erfolgt dabei in Stufen, was Kosten und Risiken minimiert. AVECTRIS DAY 2018 Simon Aeppli, der Autor des Artikels, wird am Avectris Day 2018 über die SAP-S/4-Hana-Readiness von Unternehmen sprechen. Der Event findet am 12. Juni im Trafo in Baden statt. Kundenreferate der Firmen Axpo, Bystronic, Generali, IBB Energie, Post, Schweizerische Arbeitslosenversicherung Seco und Swica geben neue Impulse für die digitale Umsetzung im Unternehmen. Ein weiterer Höhepunkt ist das Referat von Karin Frick, Leiterin Research am Gottlieb Duttweiler Institute. Anmeldung zur Veranstaltung: www.avectris.ch/avectrisday2018 DER AUTOR Simon Aeppli Head of ERP & Business Intelligence Solutions, Avectris www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2018