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Netzwoche 10/2019

32 Technology Aktuell

32 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Postdrohne fällt schon wieder vom Himmel lba. Die Post hat über einen erneuten Absturz einer Transportdrohne informiert. Dieses Mal ging das Fluggerät in einem Waldstück im Zürcher Kreis 6 nieder. Die Drohne befand sich auf dem Rückflug von der Universität Irchel in Richtung Unispital. Personenschäden habe es keine gegeben. Bereits Ende Januar 2019 stürzte eine Drohne der Post in den Zürichsee. Lücken in Intel-Chips erlauben Zugriff auf Daten lha. Intel hat Sicherheitslücken in seinen Prozessoren entdeckt. Laut «Reuters» können Hacker fast alle Daten lesen, die durch die Chips fliessen. Die Reparatur könnte die Leistung der Chips um knapp 20 Prozent verlangsamen. Neuere Modelle haben eine Lösung für den Bug, bei älteren Generationen sei ein Patch nötig. Wie zu langes Aufladen Akkus schädigt lba. Viele hängen Smartphone, Laptop und Co. stundenlang ans Stromnetz. Gemäss «Watson» verfügen moderne Akkus über eine Ladeschaltung, sodass keine Überladung möglich ist. Fällt der Ladezustand jedoch unter einen bestimmten Wert, wird aufs Neue nachgeladen. Das Auf und Ab belaste die Materialien des Akkus und wirke sich negativ auf Kapazität und Lebensdauer aus. 5G-Antennen bringen hohe Entschädigungen ein lba. Dieses Jahr ist der 5G-Betrieb in der Schweiz gestartet. Für die schweizweite Abdeckung sind einige neue Antennen vonnöten. Hausbesitzern winken für eine 5G-Antenne auf dem eigenen Dach saftige Entschädigungen. Gegenüber dem «Blick» berichtet Daniel Gruber von W-Com Wireless Communications von Beträgen von bis zu 80 000 Franken im Jahr. Michael Bolle vereint bei Bosch die Aufgaben von CDO und CTO. Bosch pusht in Berlin das IoT osc. Wer den Namen Bosch hört, denkt vielleicht an Bohrmaschinen, Staubsauger oder Baustellenradios. Weniger bekannt ist, dass die deutsche Firma auch bei IT-Trends wie Blockchain, künstliche Intelligenz (KI), Cloud Computing oder dem Internet der Dinge (IoT) kräftig mitmischt. Letzterem widmet Bosch eine ganze Konferenz: die Connected World, die auch dieses Jahr wieder in Berlin stattfand. Eröffnet wurde der Event von Volkmar Denner. Der Bosch-CEO sagte, dass sich mit dem wachsenden Interesse am Thema IoT auch der Event und das Unternehmen selbst gewandelt habe. Mehr Rechenleistung, Bandbreite und Geräte hätten dem IoT in verschiedenen Bereichen Schub verliehen. So etwa in der Baubranche oder in der Mobilität, um die sich die Connected World in diesem Jahr drehe. Bosch wolle aber auch die Wirkungen der allgegenwärtigen Vernetzung auf die Gesellschaft in den Blick nehmen, sagte Denner. Wie sich IoT-Lösungen von der Idee zum Produktivbetrieb umsetzen lassen, darüber informierte Michael Bolle, zugleich CTO und CDO von Bosch. Vier Faktoren seien für ein Gelingen entscheidend. Erstens der Einsatz von KI, zweitens ein Plan für die Skalierung der Lösung, drittens der Aufbau eines Ökosystems von Partnern und viertens das Vertrauen. Bolle stellte aktuelle IoT-Projekte von Bosch vor. Automatische Systeme zur optischen Kontrolle von Maschinenteilen sollen der Industrie Kosten und mühselige Arbeit ersparen. Die Lösung soll noch dieses Jahr lanciert werden. Smarte Überwachungskameras sollen mittels KI Sicherheitsprobleme, freie Park- oder Arbeitsplätze und irgendwann auch ganze Verkehrsströme erkennen. An den Endkunden richtet sich die «One Bike Cloud». Mit ihr könnten Nutzer von E-Bikes Touren vorab im Browser planen, direkt vom Velo aus Hotels reservieren oder Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Fitness-Infos abrufen. Bosch wolle solche Lösungen auch für andere Anbieter von Hard- und Software öffnen. Bosch-CEO Volkmar Denner begrüsste die rund 5000 Besucher in der Berliner «Station». Datenschutz, 5G und Handelskrieg beschäftigen Bosch Beim Internet der Dinge geht es um Technik und Use Cases, es geht aber auch um Politik. Auf die Problematik angesprochen, dass Staaten wie China IoT-Daten dazu nutzen könnten, um ihre Bevölkerung auszuhorchen und zu kontrollieren, verwies Denner auf die strengen Datenschutz-Prinzipien, die sich Bosch selbst auferlegt habe. Diese würden ähnlich wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) vorsehen, dass Daten nur mit Einwilligung der Kunden weitergegeben würden. Der CEO räumte allerdings auch ein, dass Bosch gerade in China keine eigene Cloud betreiben dürfe und deshalb mit lokalen Anbietern kooperieren müsse. Auch der sich anbahnende Handelskrieg zwischen den USA und China gehe an Bosch nicht spurlos vorüber. Als global operierendes Unternehmen mit mehr als 400 000 Mitarbeitenden sei man auf eine funktionierende Supply Chain angewiesen, sagte Denner. Gerade diese leide aber unter dem Konflikt zwischen den Grossmächten – ebenso wie die Nachfrage nach Produkten von Bosch. Bei einem anderen Streitthema, 5G, ist die Haltung des Unternehmens klar. 5G sei der «Game Changer» für vernetzte Autos, Smarthomes und die Industrie, sagte CTO Bolle. Die nächste Mobilfunkgeneration schaffe neue Anwendungen, senke den Energieverbrauch von vernetzten Geräten und ermögliche Reaktionen in Echtzeit. Zum selbstfahrenden Auto, bei dessen Entwicklung Bosch sich besonders stark engagiert, vertrat Denner eine differenzierte Ansicht. Die Zukunft sei nicht komplett autonom, sagte er. Im Privatverkehr werde wohl auch in Zukunft der Mensch am Steuer sitzen wollen. In anderen Bereichen, etwa der Logistik, sei der Trend zum KI-Fahrer aber eindeutig. Noch sei die Autobranche nicht ganz am Automatisierungsziel angekommen. Ein erstes vollständig selbstfahrendes Auto mit Bosch-Technologie soll im zweiten Halbjahr in den USA zum Test antreten. «Es ist bald so weit», sagte der Bosch-Chef. 10 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 33 Der servicegetriebene ICT-Markt teilt Dienstleister in zwei Lager Die Services dominieren den ICT-Markt. Drei von fünf Franken der ICT-Ausgaben werden heute für Dienstleistungen ausgegeben. Und der Anteil an den Gesamtausgaben steigt weiter: Digitalisierungsprojekte, der Big Shift des ICT-Betriebs hin zu externen Providern und kommende Technologiethemen schaffen viel Potenzial. Die Ausgaben für ICT-Services (B2B) im Schweizer Markt belaufen sich auf der Basis unseres Frühjahrs-Updates 2019 auf 12,2 Milliarden Franken. Damit entfallen auf die Dienstleistungen 65,4 Prozent des gesamten ICT-Marktes. Die restlichen 34,6 Prozent verteilen sich auf Hardware, Software (on Premise) und Kommunikation. Die knapp 51 Millionen Franken, die im laufenden Jahr pro Arbeitstag durchschnittlich für ICT-Dienstleistungen ausgegeben werden, verteilen sich auf die Hauptsegmente Beratung, Schulung, Systemintegration, Migration, Implementierung, Softwareentwicklung, Outsourcing, Cloud und Managed Services, Support- und Maintenance sowie Business Process Outsourcing Services (BPO). einen Seite werden in Märkten mit zunehmend hochstandardisierten und damit vergleichbaren Services um ihre Wettbewerbsdifferenzierung und der Preiserosion kämpfen müssen - in diesem Zusammenhang wird auch das Marketing und Argumentarium austauschbar. Bei den Servicespezialisten auf der anderen Seite hingegen reichen technische Skills alleine nicht mehr aus. Gefragt sind heute Dienstleister mit Referenzen und breitem Branchenwissen, innovativem und kreativem Umgang mit der digitalen Transformation und einem klaren Blick auf die entsprechenden Businesstransformationsprojekte ihrer Kunden. ICT-MARKT SCHWEIZ DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Enormer Bedarf an zusätzlichen Services Während die Ausgaben für Dienstleistungen im Bereich der Wartung für Software und Hardware rückläufige Tendenzen aufweisen, werden diese durch das starke Wachstum in neuen Segmenten mehr als ausgeglichen. Im Sog der zunehmenden Verlagerung des Betriebs hin zu externen Cloud-Providern und branchenbezogenen Transformationsservices im Rahmen von Digitalisierungsprojekten ist ein enormer Bedarf an zusätzlichen Services entstanden. Und es tauchen bereits Themen am Horizont auf, die einen weiter steigenden Bedarf an Dienstleistungen generieren. Dazu gehören etwa die künstliche Intelligenz, Blockchain, Robotics, Analytics sowie Virtual und Augmented Reality. Die Diversität der in den kommenden Jahren benötigten und neu auszurichtenden Dienstleistungen ist gross. Die künftige Monetarisierung und erfolgreiche Nutzbarmachung der kommenden Technologien bietet zwar viel Potenzial für die Dienstleister, die dynamische und stetige Evolution des Service-Marktes stellt diese aber auch vor grosse Herausforderungen. Das Lager der Dienstleister wird zweigeteilt Die fortschreitende Disintegration (Weltenteilung in Standard-Service-Anbieter und Servicespezialisten) wird das Lager der Dienstleister zweiteilen: Die in den eher traditionellen Segmenten tätigen Anbieter auf der Wachstumsraten Gesamtmarkt vs. ICT-Services ICT-Ausgaben 2019 in der Schweiz: Total Markt 18 673 Mio. Fr. (B2B), ICT-Services 12 210 Mio. Fr. ICT-Services 9,5 % 4,2 % 9,0 % Gesamtmarkt 3,1 % 10,6 % 2018 2019 2020 Den Artikel finden Sie auch online unter www.netzwoche.ch 3,5 % Quelle: MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2019

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