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Netzwoche 12/2017

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28 « Im Nationalrat

28 « Im Nationalrat sitzen immer noch zu wenige Interessenvertreter der ICT-Branche. » Marcel Dobler, Präsident ICT-Switzerland, Nationalrat (FDP) gehören in diesen Beirat. Aber der Lead liegt bei Doris Leuthard. Die müssen Sie fragen. Empfinden Sie es als Affront, dass ICT-Switzerland ausgeschlossen wurde? Ich habe gehört, die Policy bei der Bestellung der Mitglieder im Beirat sei gewesen, dass keine Politiker darin Einsitz nehmen durften. Ruedi Noser ist eine Ausnahme und der einzige Politiker. Unter diesem Aspekt kann man schon argumentieren, denn Franz und ich sitzen ja beide im Nationalrat. Aber eben: Ich hätte es mir anders gewünscht. Es ist ja immer noch so, dass im Parlament etwa die Landwirtschaft viel mehr vertreten ist als die ICT. Was können Sie tun, um das zu ändern? Wie gesagt, wir haben uns bei ICT-Switzerland entschlossen, unsere Tätigkeit zu verbreitern und auszubauen. Das ändert aber nichts daran, dass im Nationalrat zu wenige Interessenvertreter der ICT-Branche sitzen. Es gibt aktuell nur eine Handvoll Personen, die in diesem Bereich kompetent sind, und wenn es nur eine Handvoll Parlamentarier gibt, die für das Thema affin sind, wird es natürlich schwierig. Dieses Problem wird sich auch nicht von heute auf morgen lösen lassen. Das Durchschnittsalter im Nationalrat beträgt 52 Jahre, im Ständerat 57 Jahre. Das macht es auch nicht einfacher, kurz- oder mittelfristig etwas daran zu ändern. Es braucht immer sehr viel Überzeugungsarbeit, unsere Themen zu erklären. Bei reinen IT-Themen ist es noch relativ einfach, vor allem wenn man als Experte gilt. Bei einem Thema wie etwa den Netzsperren, wo alte Dinge auf neue Dinge treffen, hat die IT keine Chance. Würden Sie sich also mehr Digital Natives im Parlament wünschen? Jawohl. Wie soll das bewerkstelligt werden bei der gerade bei Jugendlichen doch weit verbreiteten Politikverdrossenheit? Ich glaube nicht, dass es ein Problem der Politikverdrossenheit ist. Der Hauptgrund, warum man etwa als Nationalrat gewählt wird, ist, dass man in seinem ganzen Kanton bekannt ist. Wenn man nicht bekannt ist, wird man auch nicht gewählt. Bekanntheit hat aber mit Zeit oder Geld zu tun. Und tendenziell haben junge Leute weder viel Geld noch viel Zeit. Zeit bedeutet, dass man viele politische Stufen vom Gemeindeparlament über das Stadtparlament bis hin zur Legislative des Kantons etc. durchlaufen hat, bis man vielleicht in Bern ankommt. Und dann hat man eben meistens schon ein gewisses Alter erreicht. Bis die Digital Natives im Parlament nachgezogen sein werden, wird es also noch etwa zehn Jahre dauern. Sie hatten das Geld ... Ich hatte vor allem einen sehr guten Leistungsausweis als Unternehmer, auf den ich mich berufen konnte und konnte belegen, dass ich für die Aufgabe geeignet bin. Und ich hatte die Zeit und ja, auch die finanziellen Mittel, um den Wahlkampf zu führen. War es rückblickend für Sie der richtige Schritt, in die Politik zu gehen? Sind Sie zufrieden mit dem Weg, den Sie eingeschlagen haben? Ich muss mich immer noch an die Trägheit der politischen Prozesse in Bern gewöhnen und daran, dass es keine Priorisierung zwischen unwichtigen und wichtigen Themen gibt. Früher als Unternehmer ging ich am Morgen zur Arbeit und konnte am Abend vorweisen, was ich beschlossen oder umgesetzt hatte. In der Politik ist der Zeithorizont meistens zwei Jahre oder mehr. Diese Geduld aufzubringen, fällt mir manchmal noch etwas schwer. Ich bin aber mittlerweile in Bern angekommen und auch der festen Überzeugung, dass ich in meinen Themen einen Mehrwert für die Schweiz und die Digitalisierung in der Wirtschaft bieten kann. Wie wollen Sie ICT-Switzerland als Präsident in Zukunft prägen? ICT-Switzerland soll der Schweizer Dachverband für «digital technologies» werden, das heisst, wir sehen uns als Dachverband, der ganz klar den Lead bei diesen Themen hat. Darum werden wir uns verbreitern und durch die Leute, die wir mit an Bord haben, die erste Anlaufstelle für diese Themen sein. Das ist mein Ziel. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_47710 12 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 29 Nur jeder Achte nutzt Mobile-Banking gsa. Wie nutzen Schweizer Online- und Mobile-Banking? Dieser Frage sind Forscher des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ an der Hochschule Luzern (HSLU) nachgegangen. Gemeinsam mit Analysten des Think Tanks E-Foresight wollten die Wissenschaftler Daten zum Online- und Mobile-Banking in der Schweiz erheben. Diese habe es bisher nicht gegeben, schreiben die Studienautoren auf der Website der HSLU. Die Studie zeigt auf, wie hoch der Anteil Kunden ist, die online Gelder überweisen. Grössere Banken haben mehr Onlinebanking-Kunden Für ihre Studie befragten die Forscher zwischen Februar und April dieses Jahres die 40 grössten Retailbanken der Schweiz. 29 von ihnen antworteten. Den Schweizer Forschern fiel auf, dass die Nutzung von Onlinebanking hierzulande nicht gleich verteilt ist. Grössere Banken hätten einen höheren Anteil an Onlinebanking-Kunden, schreiben die Analysten. Insgesamt belief sich der Anteil Kunden mit Onlinebanking-Vertrag auf 38 Prozent. Von diesen nutzen 72 Prozent mindestens ein Mal pro Monat Onlinebanking. 24 Prozent greifen sogar mindestens ein Mal pro Woche über das Web auf ihr Konto zu. Finanzexperte Professor Andreas Dietrich vom IFZ relativiert die auf den ersten Blick niedrigen Werte. Die Ergebnisse zeigten die Werte pro Bank, es sei keine Umfrage unter Kunden. Ein Konsument könne etwa Kunde bei drei Liip feiert 10-jähriges Bestehen cgr. Am 23. Juni hat Liip sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Laut dem Unternehmen kamen rund 200 Gäste an den Event. Darunter aktuelle und ehemalige Mitarbeitende, deren Begleitungen und Kunden von Liip. Da das Unternehmen seit geraumer Zeit keine Geschäftsleitung mehr hat, gab es auch keine grossen Reden von Unternehmensverantwortlichen. Das Feiern und Zusammensein stand im Fokus des Events, der in der Alten Kaserne in Zürich stattfand. Die einzige längere Darbietung des Abends bot Poetry- Slammer Simon Chen, der die Geschichte von Liip kurz zusammenfasste. Er erinnerte daran, dass Liip vor 10 Jahren aus der Fusion von Mediagonal aus Freiburg und Bitflux aus Zürich hervorging. Der Firmenname Liip leite sich vom altdeutschen Wort für «Leben» ab, erklärte Chen den Anwesenden. Bezeichnenderweise habe ein gemeinsamer Ausflug der Firmengründer den Ausschlag für den Zusammenschluss gegeben. Seitdem seien Partys und Apéros ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens, sagte Chen mit einem Augenzwinkern. In den 10 Jahren seines Bestehens Banken sein, aber nur einen Onlinebanking-Vertrag besitzen. Das führe dann zu niedrigeren Werten, erklärte Dietrich auf Anfrage. Mobile-Banking: Was ist das? Ausser dem Onlinebanking untersuchten die Studienautoren auch die Nutzung von Mobile-Banking-Apps. Die an der Umfrage beteiligten Banken bieten mehrheitlich Apps an. Nur scheinen sich die wenigsten Kunden für diese Apps zu interessieren. Der Anteil der aktiven Mobile-Banking-Nutzer, die sich mindestens ein Mal pro Quartal einloggen, lag laut Studie im vergangenen Jahr bei 13 Prozent. Das sind 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. «Auf der einen Seite scheint es vielen Banken nicht zu gelingen, den Zusatznutzen von Mobile-Banking-Apps ihren Kunden zu erklären, wie etwa Scan- und Bezahlfunktionen. Auf der anderen Seite verhindern auch gewisse Sicherheitsbedenken der Kunden eine höhere Nutzung von Mobile-Banking», erklärte Dietrich. Nachholbedarf scheint es auch bei der Promotion zu geben. Viele Kunden würden die App-Angebote ihrer Banken noch immer nicht kennen, sagte Dietrich. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_46391 habe Liip rund 70 Preise gewonnen. Dies ergebe im Durchschnitt alle 7 Wochen einen Apéro, rechnete Chen vor. Nach Chens Einlage startete die Party. Durch den Abend führten die Live-Bands Sebass und Radioattack, durch die Nacht DJ Kevin, ein Mitarbeiter von Liip. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_47107 An Liips Jubiläumsparty kamen rund 200 Gäste. WWW.NETZWOCHE.CH Protonmail lanciert VPN-Dienst mur. Protonmail hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation von Internetnutzern zu schützen. Virtual Private Networks (VPNs) können dabei helfen. Das Unternehmen bietet nun selbst einen VPN- Dienst an. «ProtonVPN» leite den Internettraffic durch verschlüsselte Tunnels und mehrere Länder, sagen die Macher. «ProtonVPN» gibt es in drei kostenpflichtigen Versionen, die 4, 8 und 24 Franken pro Monat kosten. Zusätzlich gibt es auch eine kostenlose Version. ▸ Webcode DPF8_46512 Qwant kommt in die Schweiz jor. Der Suchmaschinenanbieter Qwant wagt den Sprung in die Schweiz. Das Unternehmen präsentierte in Genf eine Schweizer Version seiner Suchmaschine, wie das «ICTjournal» schreibt. Nutzer können den Dienst auf qwant.ch abrufen. Gegenüber anderen Suchmaschinen schützt Qwant die Privatsphäre seiner Nutzer, wie das Unternehmen verspricht. Der Anbieter offeriere anonymisierte Suchfunktionen und sammle keine persönlichen Daten. ▸ Webcode DPF8_45561 Cloudme und Globell lancieren europäische Cloud tsc. Der Software-Distributor Globell und der Speicherdienst Cloudme haben eine Kooperation angekündigt. Laut Mitteilung bieten sie Cloud-Lösungen für den deutschsprachigen Markt an. Die beiden Firmen wollen sich eigenen Angaben zufolge an europäische Standards bezüglich Datenschutz und Datensicherheit halten. Zudem will Globell das Servernetz von Cloudme weiter ausbauen sowie weitere Partnerschaften eingehen. Die Anbieter gaben noch keine Preise für die Schweiz bekannt. ▸ Webcode DPF8_44944 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2017